Dienstag, 17. September 2019

Wohnungs-Check für Samtpfoten

Ausgabe 05/2011
So schaffen Sie mehr Lebensqualität für Ihre(n) Stubentiger und stellen eine „artgerechte Katzenhaltung“ mit Spaßfaktor sicher.

Foto: istockphoto.com - Michelle Rundbaken
Verstecken, Jagen, Erkunden und Beobachten zählen zu den Lieblingsbeschäftigungen unserer schnurrenden Vierbeiner. Freigänger können diese Bedürfnisse meist ungehemmt in der Natur ausleben. Aber auch für Wohnungskatzen sind solche Zeitvertreibe wichtig, damit sie sich rundum wohlfühlen.

Dimensionen des Katzenglücks
Was Stubentiger so richtig glücklich macht, weiß die Kremser Tierärztin Sabine Schroll. Sie ist Expertin für Verhaltensmedizin bei Kleintieren und hat bereits mehrere Ratgeber zum Thema „Artgerechte Katzenhaltung“ veröffentlicht (siehe Buchtipps). „Für die Lebensqualität einer Wohnungskatze ist das Raumangebot der Wohnung entscheidend“, betont Schroll. „Dabei kommt es nicht alleine auf das Flächenmaß an, sondern vor allem auf die Raumaufteilung und ob auch die dritte Dimension des Raumes genutzt werden kann.“

„Grundsätzlich gilt: Je kleiner und eintöniger eine Wohnung ist, desto mehr muss man als Besitzer für Abwechslung und Aktivität sorgen“, so die Tierärztin. Eine unordentliche Junggesellenwohnung mit 50 Quadratmetern kann für vierbeinige Abenteurer weit mehr Anreize bieten als ein riesiges, steriles Loft mit puristischer Möblierung.

Futterplatz & Wasserschüssel
„Katzen sollten ungestört fressen können. Hektisches Treiben in unmittelbarer Nähe macht ihnen Stress“, erklärt Schroll. Wenn mehrere Samtpfoten im Haushalt leben, muss jede Mieze einen eigenen Futternapf in genügend Respektabstand besitzen. „Wasserschüsseln sollten nie direkt daneben platziert werden. Es gibt Untersuchungen, dass Katzen bis zu einem Drittel mehr trinken, wenn das Wasser abseits vom Futterplatz angeboten wird.“

Auch bei der Art des Trinkwassers kommen so manche Vorlieben zutage: Viele Katzen bevorzugen abgestandenes Wasser und trinken daher lieber aus der Gießkanne oder dem Blumenuntersetzer, andere hüpfen demonstrativ ins Waschbecken, um einen Schluck fließendes Leitungswasser zu erhaschen. Schrolls Tipp: „Stellen Sie mehrere größere und weite Gefäße mit Wasser auf und füllen Sie diese einfach nur mehr randvoll nach. Als fließende Wasserquelle dienen spezielle Trinkbrunnen für Katzen.“
katze, wasser, trinkenFoto: istockphoto.com - Kristian Sekulic
Rückzugsgebiete & stille Örtchen
„Die wohl beliebteste Schlafstelle für Katzen sind kleine Hängematten, die am Heizkörper aufgehängt werden“, erklärt Verhaltensexpertin Schroll. „Auch der höchste Punkt am Kletterbaum verströmt eine ähnliche Anziehungskraft, sofern er eine kleine Liegemulde hat und einfach zu erreichen ist.“ Eine billige Abwechslung bieten „Mobilheime“ in Form von Kartons, die so platziert werden, dass der Eingang seitlich liegt. „Eine andere Möglichkeit sind zwei Schachteln, die so in einander gestellt werden, dass der Ruheplatz um die Ecke liegt und nicht einsehbar ist.“ Idealerweise kommen diese Kartonhöhlen auf erhöhte Standplätze wie gut zugängliche Regale und Kästen. Schroll: „Falls sich ein Platz abgenützt hat oder dauerhaft ignoriert wird, ändert man einfach den Standort.“

Stichwort Katzenklo: In der Natur setzen Freigänger Kot und Harn nie an derselben Stelle ab. „Daher sollten pro Stubentiger zwei Katzentoiletten aufgestellt werden, aber nicht nebeneinander“, empfiehlt Sabine Schroll. „Für den Mehrkatzen-Haushalt gilt: Immer ein Katzenklo mehr als die Anzahl der Miezen.“


Buchtipps:
Viele wertvolle Tipps zum Thema finden Sie in den beiden Ratgebern von Tierärztin Schroll:
  • Miez, Miez – na komm! Artgerechte Katzenhaltung in der Wohnung, Verlag Books on Demand, € 14,90
  • Aller guten Katzen sind . . .? Der Mehrkatzen-Haushalt, Verlag Books on Demand, € 10,20


Sicherheit im Katzenrevier
Die häufigsten Gefahrenzonen für den Stubentiger:
  • Balkon & Fenster: Auch die besten Kletterakrobaten können abstürzen und sich dabei sehr schwer verletzen. Meist lenkt sie ein vorbeifliegender Vogel ab und das Unglück ist geschehen. Daher sollten Fenster und Balkon immer mit Katzengittern abgesichert sein. Eine große Gefahr geht auch von gekippten Fenstern aus, in denen sich neugierige Miezen verfangen können – oft mit schwerwiegenden Folgen. Auch hier gibt es spezielle Gitter als Schutzvorrichtung.
  • Zimmerpflanzen: Auch wenn eigens Katzengras zur Verfügung steht: Katzen knabbern sehr gerne an allerlei Grünzeug. Einige Zierpflanzen können für sie allerdings giftig sein. Am besten unter www.giftpflanzen.ch checken, ob die botanischen Lufterfrischer für die Samtpfote harmlos sind.
  • Falsches „Spielzeug“: Nadeln, Knöpfe, Lametta und andere Kleinteile sind eine große Verlockung für verspielte Katzen. Werden sie beim Spiel verschluckt, kann das dem tierischen Magen-Darm-Trakt übel mitspielen.
  • Türen: Durch den Zug beim Durchlüften können Türen plötzlich und sehr heftig zuschlagen und den Liebling unsanft mitreißen – also sichern!
  • Chemikalien & Medikamente: Putzmittel und Arzneien sollten immer katzensicher (und kindersicher) verwahrt werden.
  • Aquarium & Waschmaschine: Beide üben eine magische Anziehungskraft auf schnurrende Vierbeiner aus. Das Aquarium daher unbedingt abdecken und die Waschmaschine vor dem nächsten Waschgang auf darin schlafende „Höhlenbewohner“ überprüfen.
  • Küche: Verführerische Essensreste wie Knochen oder Gräten, heiße Herdplatten oder elektrische Küchengeräte sind allesamt heikle Gefahrenquellen, zu denen Katzen keinen Zugang haben dürfen.

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