Sonntag, 22. September 2019

Wie helfe ich einem Igel über den Winter?

01. September 2011
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Ab dem Spätherbst sind Igel auf der Suche nach einem Quartier für den Winterschlaf. Wenn ein gesunder Igel das geeignete Umfeld (Laub-, Reisig-, Komposthaufen, Holzstapel) vorfindet, kann er in freier Natur gut überleben.

Foto: flickr.com - antidigital_da
Generell sollte im Herbst nur dann ein Igel vorübergehend ins Haus aufgenommen werden: wenn er deutlich weniger als 500 g wiegt. Denn nur dann ist er aller Wahrscheinlichkeit nach zu schwach, um den Winter ohne menschliche Hilfe zu überleben. Heute weiß man: Nicht jeder Igel braucht im Herbst unsere Hilfe – aber jede Hilfe muss richtig sein! Denn grundsätzlich gehören Wildtiere in die freie Natur und nicht in Menschenhand.

Ganz wichtig ist auf jeden Fall, das Tier im Frühling wieder dort auszusetzen, wo man es gefunden hat.

Welche Igel darf man aufnehmen?
  1. Verwaiste Igelbabies die sich tagsüber außerhalb ihres Nestes befinden und noch geschlossene Augen und Ohren haben, sind meist mutterlos. Im Zweifelsfall sollte man Nest und Umgebung einige Stunden lagen beobachten.
  2. Verletzte Tiere: Oft deuten schon Fundort (Straße, Bauarbeiten) auf mögliche Verletzungen hin. Tiere, die in Gruben oder Lichtschächten u. ä. gefunden werden, brauchen ebenfalls unsere Hilfe.
  3. Kranke Igel erkennt man meist daran, dass sie tagsüber herumlaufen oder – liegen. Sie sind apathisch, rollen sich kaum ein und sind oft mager.
  4. Igel im Winter die nach Wintereinbruch, das heißt bei Dauerfrost oder geschlossener Schneedecke herumlaufen, brauchen unsere Hilfe. Es sind entweder kranke und schwache Alttiere oder aber Jungtiere, die sehr spät geboren wurden.

Erste Hilfe für den Igel
Wenn man einen Igel aufnimmt, muß man sich bewusst sein, ihn 5-6 Monate lang täglich zu betreuen und zu füttern. Jungigel, die ca. 100 g wiegen, müssen sogar alle zwei bis vier Stunden versorgt werden. Eine falsche Behandlung kommt einem Todesurteil gleich.

Es ist deshalb empfehlenswert, den „stacheligen Gast“ so bald als möglich zum Tierarzt oder zum nächstgelegenen Tierschutzverein zu bringen und sich entsprechend beraten zu lassen.

Ärztliche Versorgung
Wild lebende Igel sind beinahe ohne Ausnahme von verschiedenen Parasiten (Flöhe, Zecken etc.) befallen. Daher müssen sie unbedingt, bevor sie endgültig in ihre Unterkunft gebracht werden, von den Parasiten mit einem geeigneten Mittel (z.B. Flohpuder) befreit werden.

Viele Tiere sind auch von Lungenwürmern befallen, die man mit entsprechenden Wurmmitteln (vom Tierarzt) bekämpfen muß.

Igelbabies, die noch nicht 100 g wiegen, müssen ständig warmgehalten werden. Als wärmende Unterlage eignet sich eine mit Tüchern umwickelte  Wärmeflasche (kein Heizkissen!). Genauso mußman unterkühlte erwachsene Igel behandeln. Krankheitssymptome sind Futterverweigerung, Durchfall, Husten, Röcheln, Zittern, unsicherer Gang, seitliches Umfallen, Lähmungserscheinungen, massiver Stachelausfall, geschwollene Beine. Wenn solche Symptome auftreten, bitte unbedingt einen Tierarzt aufsuchen!

Übersicht zu diesem Artikel:
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