Mittwoch, 18. September 2019

Wenn Tiere sprechen

Ausgabe 09/2010
Für manche klingt es geradezu unvorstellbar: Tierkommunikatoren, die mit Katzen, Pferden, ja sogar Wildtieren telepathisch Kontakt aufnehmen – aber es scheint zu funktionieren. Und man soll es auch selbst erlernen können.

Foto: Anja Hild - istockphoto.com
Bueno ist ein zehnjähriger Fuchswallach. Er und sein Frauchen sind an sich ein perfektes Team. Das Westernpferd ist ein verlässlicher Partner bei Ausritten und Turnieren. In letzter Zeit zeigt der gutmütige Vierbeiner allerdings keine rechte Freude mehr am Training, ja weigert sich sogar, aus der Box zu kommen. Der Tierarzt kann keinerlei Lahmheit feststellen, die leichte Arthrose im rechten Sprunggelenk scheint auch keine Probleme zu machen. Leicht verzweifelt entschließt sich Buenos Frauchen zu einem ungewöhnlichen Weg und sucht Rat bei Tierkommunikatorin Monika Jaeger. Diese nimmt während eines Telefongesprächs Kontakt mit dem Pferd auf und „übersetzt“ Buenos Gedanken und Gefühle in die menschliche Sprache. Nachdem er z.B. über seine tiefe Abneigung gegen Gelsen „geplaudert“ hat, erfährt Jaeger auch, dass Bueno ein Zwicken im Rücken spürt. Eine danach gerufene Tierärztin mit osteopathischer Zusatzausbildung bestätigt die „Ferndiagnose“ und behandelt Buenos Wehwehchen erfolgreich.

Tradition der Naturvölker
Für Jaeger ist telepathische Kommunikation mit Tieren nichts „Übernatürliches“: „Für viele Naturvölker wie die nordamerikanischen Indianer oder australischen Ureinwohner war oder ist es normal, im absoluten Einklang mit der Natur und ihren Geschöpfen zu leben und Informationen oder Wissen auf telepathischem Wege zu empfangen“, erklärt sie. „Tiere kommunizieren mittels Körpersprache, mit Lauten und telepathisch mit Artgenossen, aber auch den Menschen. Wir erhalten Nachrichten von ihnen, je nach unserer Aufmerksamkeit und Wahrnehmungsfähigkeit.“

Dolmetscher zwischen Mensch & Tier
Zahlreiche Tierkommunikatoren bieten ihre Dienste professionell an. Zumeist nehmen sie anhand eines Fotos Kontakt auf und erstellen für Herrchen und Frauchen ein schriftliches Protokoll. Jaeger jedoch bevorzugt die direkte „Konferenzschaltung“ per Telefon. Ziel ist immer ein Schritt in Richtung Verständnis und Harmonie für Mensch und Tier, wenn es z.B. um Verhaltensprobleme oder gesundheitliche Aspekte geht. Viele Tiere warten laut Jaeger geradezu darauf, sich endlich äußern zu dürfen. Die verblüffende Erkenntnis ihrer jahrelangen Tätigkeit: „So wie auch wir Menschen unterschiedliche Charaktere aufweisen, gibt es unter den Tieren ausgeprägte Wesenszüge.“

Botschaften von Bello & Minka
Wer Angst hat, mit seinem tierischen Freund Kontakt aufzunehmen, weil dieser womöglich Kritik und Ablehnung äußert, wird von Monika Jaeger beruhigt: „In den schon tausenden Beratungen erlebe ich Tiere als offene, liebevolle, unterstützende Lebewesen, die bereit sind, mit ihren Menschen zu lernen und bedingungslos Liebe zu geben. Viel Humor, Spaß und eine einzigartige Weisheit lässt sie ihren Platz im Leben einnehmen.“ Oft haben Bello, Minka, Bueno und Co auch abschließend eine persönliche Nachricht für ihren Zweibeiner, wie zum Beispiel: „Lass dich nicht so leicht ablenken“, „Sei ein wenig cooler“ oder „Mach dir nicht so viele Sorgen“.

Wie man es lernt
Nicht selten beschließen Tierbesitzer nach dieser Erfahrung einen Kurs für Tierkommunikation zu besuchen, um in Zukunft selbst mit ihren Lieblingen sprechen zu können. Bei solchen Seminaren soll die spirituelle Seite mit verschiedenen Übungen geweckt und erste Versuche mit Telepathie über Fotos und/oder anwesende Tiere unternommen werden. Tierkommunikatorin Jaeger: „Den meisten Teilnehmern wird bewusst, dass sie schon länger einen besonderen Draht zu ihren Tieren haben.“ Auch Wallach Bueno gibt seine Anliegen regelmäßig kund. Sein größter Wunsch ist eigentlich ganz banal: „Ich möchte auf einer grünen Wiese saftiges Gras fressen und dabei den Wind spüren.“

Im Gespräch mit Bueno
Tierkommunikatorin Monika Jaeger sagt, dass sie in ihren Kontakten mit Tieren Beschreibungen von Empfindungen, Bildern und körperlichen Beschwerden wahrnehmen kann. Hier ein Auszug aus ihrem „Gespräch“ mit dem zehnjährigen Quarter- Horse-Wallach Bueno (Juli 2010):

„Bueno sagt, es ist nicht seine Bestimmung, ein tolles Reitpferd zu sein. Im Stall ist der Kümmerer, der für Frieden sorgt. Mücken mag er nicht sonderlich. Er fände es eine gute Idee, wenn er überall ein Mückennetz hätte. Bei Augen, Ohren, Zähnen ist alles in Ordnung. Sein Hals ist ein wenig schwer. Er gibt sehr viel Gewicht auf die Vorderbeine. Und er hat Schmerzen im ersten Drittel des Rückens, hinter dem Widerrist.“

Monika Jaeger lernte bei Penelope Smith, Amerikas weltbekannter Spezialistin für telepathische Kommunikation. Seit 2001 führt sie Beratungsgespräche mit Tieren durch und gibt ihr Wissen in Kursen weiter (nächster Termin: Basiskurs in der Nähe von Korneuburg bei Wien. 2. und 3. Oktober 2010, Kosten: € 170,-)
Infos: www.tiereverstehen.com


Buchtipps:
Penelope Smith: Gespräche mit Tieren (Reichel Verlag)
Nicole Schöfmann: Katzenflüstern (Allegria Verlag)
Carola Lind, Karin Müller: Der sechste Sinn: Zwiesprache mit Pferden (Kosmos Verlag)

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