Samstag, 23. Februar 2019

Wenn die Hundstage kommen

Ausgabe 07-08/2012
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Bei hohen Temperaturen hecheln unsere Haustiere nach gezielter Abkühlung. GESÜNDER LEBEN zeigt, wie Sie Ihrem Hund oder Ihrer Katze durch die heiße Jahreszeit helfen.

Foto: Karin Schumann - pixelio.de
Sonne von morgens bis abends und ausgedehntes Badewetter: So stellen sich die meisten den perfekten Sommer vor. Doch nicht jeder ist ein passionierter Sonnenanbeter – das gilt insbesondere auch für unsere Partner mit der kalten Schnauze.

Abkühlung tut gut. „Hunde können nicht wie wir über die Haut schwitzen, sondern sich nur über die Pfotenballen und Hecheln abkühlen“, informiert DDr. Karin Küllinger, Tierärztin in Wien-Favoriten. Dieses Hecheln ist allerdings nicht so anstrengend, wie es für uns oft den Anschein hat: „Dabei wird die Luft nur in den oberen Luftwegen bewegt, nicht jeder Atemzug geht bis in die Lunge.“ Durch diese natürliche Luftkühlung verlieren die Vierbeiner allerdings auch Feuchtigkeit, die durch ständig verfügbares frisches Wasser ausgeglichen werden muss. Ähnliches gilt im Sommer auch für die Futterration: „Meistens reicht es, wenn zum Trockenfutter genügend Wasser zur Verfügung steht. Manche Hunde trinken allerdings nicht genug.“ Die Lösung bei Sommerhitze: „Man kann das Futter einweichen oder direkt vor dem Füttern mit etwas lauwarmem Wasser ergänzen. Einige Hunde mit empfindlichen Mägen sowie alte Tiere und Welpen vertragen eingeweichtes Futter sogar besser.“

Planschen mit Bedacht. Für sportliche Aktivitäten mit Bello gilt: „Spielzeiten sollten Hundehalter eher in die Morgenstunden und den Abend bei moderateren Temperaturen verlegen. Auch konzentrierte Nasenarbeit ist bei schwülem Wetter nicht sinnvoll“, gibt die Tierärztin zu bedenken. Ideal sind Spaziergänge zum Wasser, wo sich der bellende Spielgefährte zwischendurch abkühlen kann: „Manche Hunde können sich nicht schnell genug ins Wasser werfen, andere brauchen eine Weile, um sich ins kühle Nass vorzuwagen.“ Mit Geduld, Wasserspielzeug oder Leckerlis wird in den meisten Fällen aus einem wasserscheuen Vierbeiner bald eine leidenschaftliche Wasserratte. Küllinger: „Ein Brustgeschirr muss vor dem Planschen entfernt werden, da es nass sehr schwer werden kann und der Hund mit der Pfote darin hängen bleiben könnte.“ Auch die Heimfahrt nach dem Badeausflug kann noch zur Tortur werden: „In einer geschlossenen Transportbox im heißen Auto verdunstet die Nässe sehr schnell. Diese Kombination kann Saunaverhältnisse entstehen lassen, die den Kreislauf des Hundes extrem belasten.“ Andererseits sieht man immer wieder Hunde, die den Kopf aus dem Fenster des fahrenden Autos stecken: „Die häufigste Folge sind hartnäckige Entzündungen der Augen und Ohren.“ Dass man seinen bellenden Begleiter bei Sonnenschein nicht allein im Auto zurücklässt, hat sich hoffentlich bereits herumgesprochen: „Da die Sonne wandert, bleibt das Fahrzeug nicht lange im Schatten. Hunde können so bei warmem Wetter sterben, selbst während kurzen Stopps beim Supermarkt – weil sich die Temperatur binnen weniger Minuten verdoppelt“, warnt die Tierärztin.

569719_original_R_by_MarkusFoto: Markus Walti - pixelio.de

Übermut einbremsen. Insbesondere Welpen und Junghunde verausgaben sich leicht in ihrer Spielfreude und überhitzen sehr rasch, wenn man sie in der Sonne zu lange toben lässt. „Man sollte die Tollerei alle paar Minuten unterbrechen, indem man die Wirbelwinde mit Leckerlis ablenkt und ihnen frisches Wasser anbietet“, meint die Expertin. „Mit speziellen Trinkflaschen und faltbaren Outdoor-Näpfen hat man unterwegs sauberes Wasser parat.“ Auch erwachsene Hunde können sich bei gemeinsamen Aktivitäten überfordern, wobei Hunde aus südlichen, heißen Ländern mit ihren Ressourcen erfahrungsgemäß oft besser haushalten, sprich: früher „schlappmachen“ und  eher schattige Ruheplätzchen aufsuchen. „Um den Hund abzukühlen, eignen sich feuchte Handtücher sehr gut. Manche mögen lauwarme Güsse oder sogar Duschen, wenn man sie langsam daran gewöhnt.“ Auch seichte Planschbecken oder Wasserbehälter können eine willkommene Erfrischungsmöglichkeit bieten. Küllinger: „Wer mag, kann dem Hund auch praktische Tricks beibringen, zum Beispiel auf Kommando die Pfote in eine Wasserschüssel stellen.“ 

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Wenn die Hundstage kommen
Seite 2 Tierische Sommerfrisuren

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