Samstag, 23. Februar 2019

Wenn der Wurm drin ist

Ausgabe 04/2011
Wurmbefall bei Katze und Hund bleibt oft lange Zeit unentdeckt – er kann aber nicht nur für Vierbeiner gefährlich werden.

Foto: istockphoto.com - Eric Isselée
Nahezu alle Hunde und Katzen kommen in ihrem Leben mit Würmern in Kontakt. Die gute Nachricht: Der Tierarzt Ihres Vertrauens hat viele verlässlich wirkende Mittel für die Behandlung infizierter Hunde und Katzen parat. „Es liegt in der Verantwortung des Tierhalters, seine vierbeinigen Hausgenossen vor den wenig appetitlichen Würmern zu schützen“, meint Kleintierärztin Andrea Irina Joch aus Graz-Seiersberg. „Da einige Wurmarten auch auf den Menschen übertragen werden können, schützt man mit regelmäßigen Wurmkuren auch sich selbst und seine Familie.“

Achtung Ansteckung
Die wichtigsten Parasiten in unseren Breiten sind Spul- und Bandwürmer, Hakenwürmer, Lungenwürmer sowie Herzwürmer. „Für alle Wurmarten gilt: Die Ansteckungsgefahr lauert überall“, betont die erfahrene Veterinärin. „Als Wurmreservoir dienen Artgenossen und deren Kot, wild lebende Nagetiere wie Mäuse, Füchse, Vögel sowie Aas, aber auch Frösche und Schnecken.“ Selbst Kotspuren an den Schuhen und Flöhe stellen potenzielle Infektionsquellen dar. Joch: „Manche Wurminfektionen verlaufen bei geringem Befall weitgehend harmlos, da sich die Parasiten im Darm nur von der Nahrung des Wirtes ernähren. Erst in großer Menge verursachen solche Würmer sichtbare Beschwerden des Haustieres. Andere Arten saugen dagegen Blut, wandern unter Zerstörung des Gewebes durch den Körper und nisten sich in Organen ein. In diesen Fällen sind schwerwiegende Erkrankungen des tierischen – oder auch menschlichen – Wirtes durchaus möglich.“

Katze, KatzenkloFoto: istockphoto.com - Lusoimages

So erkennen Sie Wurmbefall
Die regelmäßige Entwurmung und auch das sofortige Entfernen des Kots in „Hundeklos“ und Hundezonen sollten daher zur Selbstverständlichkeit für Zwei- und Vierbeiner werden. Mögliche Symptome für Wurmbefall sind u.a.:
  • „Schlittenfahren“ durch Juckreiz
  • übermäßiger Appetit ohne Gewichtszunahme
  • Durchfall
  • aufgeblähter Bauch
  • struppiges Fell
  • Vorfall des 3. Augenlides
  • Husten und Erbrechen
„Weiße, reiskornähnliche Partikel auf dem Fell weisen auf Bandwürmer hin“, erklärt die Tierärztin. Durch eine Kotuntersuchung können Wurmeier und Larven nachgewiesen werden.

Entwurmen wie ein Profi
„Falls in der Kotprobe keine Parasiten gefunden werden, heißt das aber nicht, dass auch keine im Tier sind!“, warnt Joch. Daher gilt: Bei durchschnittlicher Infektionsgefahr sollte alle drei Monate das empfohlene Wurmmittel – auf das jeweilige Körpergewicht des Tieres dosiert – verabreicht werden. Bei Wohnungskatzen ist einmal pro Jahr zumeist ausreichend. Tipp der Expertin: „Auch hier gibt es neben gut verträglichen Pasten und Tabletten bereits praktische Spot-on-Präparate. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten – auch über mögliche Nebenwirkungen wie vermehrtes Speicheln, Lethargie oder Durchfall, die allerdings selten auftreten.“


Kleine Wurm-Kunde
Diese Würmer können Vierbeinern (und auch den Besitzern) zu schaffen machen.
  • Spulwürmer: ähneln Spaghetti und sind bis zu 35 cm lang. Die häufigen Wurmparasiten befallen u.a. auch Menschen und Vögel. Welpen können sich bereits im Mutterleib infizieren (Durchfall, aufgeblähter Bauch etc). Bei geringem Befall zeigen erwachsene Tiere kaum Symptome.
  • Hakenwürmer: sind mit 1–2 cm relativ klein. Sie befallen je nach Art Hunde, Füchse, Katzen und – insbesondere in tropischen Regionen – auch Menschen. Sie gelangen über die Lunge in den Darm und in die Milchdrüsen, von wo sie beim Säugen auf die Welpen übertragen werden.
  • Bandwürmer: sind einige Millimeter bis mehrere Meter lang. Ihre Larven können in Organen von Zwischenwirten (Nagetiere, Menschen) lebensgefährliche Zysten bilden. Mit dem Kot ausgeschiedene Segmente sind oft reiskornähnlich und beweglich.
  • Lungenwürmer: setzen sich in Atemwegen und Blutgefäßen von Hunden fest. Je nach Befallsstärke verursachen sie leichte Hustenanfälle bis hin zu Atemnot, Herzschwäche, Blutungsneigung und Kreislaufversagen.

Infos & Tipps: www.esccap.de

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