Freitag, 24. Mai 2019

Was soll in den Napf?

Ausgabe 2013/04

Die wichtigsten Ernährungstipps für Hund und Katze: Das schmeckt unseren Vierbeinern wirklich!


Foto: Can Stock Photo Inc. - cynoclub

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Die Ernährung für Hunde und Katzen artgerecht zu gestalten war noch nie so einfach wie heute. Hochwertiges Fertigfutter in angemessenen Rationen trägt dazu bei, dass unsere Haustiere durchschnittlich zwei bis drei Jahre länger leben als noch vor 30 Jahren. Der Wermutstropfen dabei: „Bei der Fütterung werden nach wie vor Fehler gemacht“, meint Dr. Michaela D’Alonzo, Tierärztin in Mödling. „Sehr häufig kommt einfach zu viel in den Napf – im Irrglauben, seinem Liebling damit Gutes zu tun.“

Selbst kochen oder Fertigfutter? Natürlich kann man eine Mahlzeit für Hund oder Katze auch selbst zubereiten. „Dazu muss man sich aber eingehend mit entsprechender Literatur befassen oder gut beraten lassen, um Fehlernährung, Übergewicht oder Mangelerscheinungen zu vermeiden“, warnt die Veterinärin. „Ein gewisses Gefühl für ausgewogene Ernährung ist hier zu wenig, da Tiere einen anderen Nährstoffbedarf haben als wir Menschen.“  Schon ein Mangel an einzelnen Vitaminen oder Spurenelementen kann der Gesundheit des Schützlings dauerhaft schaden. So benötigen Katzen beispielsweise täglich eine gewisse Menge der Aminosäure Taurin. Auch alleinige Fleischfütterung macht auf Dauer Probleme: „Sie führt zu Mineralstoffmangel und in der Folge zu Hautkrankheiten, Gelenksschäden und schmerzhaften Verkrümmungen der Wirbelsäule.“ Bei Hunden bewirkt zu viel Fleisch in der Nahrung oft übel riechende Ausdünstungen. Fertignahrung stellt eine sichere und zeitsparende Alternative dar: „Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe ist auf Basis aktueller ernährungswissenschaftlicher Erkenntnisse gesetzlich geregelt  – und das zum Teil sogar strenger als bei menschlichen Nahrungsmitteln.“ Wofür auch immer man sich entscheidet: „Lassen Sie sich – vor allem vor einer geplanten Umstellung des Futters – von Ihrem Tierarzt beraten.“

Katzen beim Fressen beobachten. In der Natur lauern Samtpfoten zum Broterwerb Mäusen, Heuschrecken, Eidechsen oder auch Schmetterlingen auf. Heutzutage ist körperliche Leistung für die meisten Haus- und Wohnungskatzen nicht mehr notwendig, sie jagen meist nur zum Zeitvertreib. „Für viele Wohnungskatzen stellt die Fütterung daher das Highlight des Tages dar“, weiß D’Alonzo. Auch wenn Samtpfoten daher öfters um Leckerbissen betteln, gilt: Für eine gesunde, erwachsene Katze reichen zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag aus. „Entscheidend ist aber nicht die Anzahl der Fütterungen, sondern die Gesamtmenge an Futter.“ Wichtig ist es auch, keine Mahlzeit länger herumstehen zu lassen: „Einerseits verdirbt vor allem Feuchtfutter sehr schnell, andererseits bekommt man sonst vor allem bei mehreren Katzen im Haushalt nicht mit, wenn eine Probleme beim Fressen hat oder keinen Appetit hat.“ Schließlich stellt die Nahrungsaufnahme eine wichtige Möglichkeit dar, um zu kontrollieren, ob es der Katze auch wirklich gut geht.

altFoto: Can Stock Photo Inc. - Bedolaga

Hunde sind Schlinger. Wölfe fressen immer so viel, wie sie kriegen können: Schließlich dauert es oft mehrere Tage, bis sie wieder an eine Mahlzeit gelangen. Beim Haustier Hund kann dieses ererbte Verhaltensmuster negative Auswirkungen haben, wenn man die Futtermenge nicht kontrolliert, sagt Tierärztin D’Alonzo. Was oft vergessen wird: „Auch Leckerlis zwischendurch müssen bei der Berechnung der täglichen Ration berücksichtigt werden.“ Im Gegensatz zu Katzen kommen Hunde gut mit „Fastenzeiten“ zurecht, was bei der Therapie von Verdauungsproblemen mit Durchfall oder Erbrechen hilfreich ist. Andererseits haben sie häufiger rassebedingt gesundheitliche Schwachstellen, die man aber zumeist mit speziellem Diätfutter vom Tierarzt gut in den Griff bekommen kann.

Problem Übergewicht. Geschätzt tragen bereits 30 Prozent der Kleintiere zu viele Kilos mit sich herum. Schuld daran sind in erster Linie Bewegungsmangel und falsche Ernährung, die ähnlich wie beim Menschen zur Fettleibigkeit führen. Die Tierärztin klärt auf, was das für die Vierbeiner bedeutet: „Übergewichtige Tiere neigen zu Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen. Durch das hohe Körpergewicht werden zusätzlich die Gelenke stark belastet. Im Alter entwickeln sich dadurch schmerzhafte Arthrosen. Auch Narkosen werden von dickeren Tieren schlecht verkraftet. Zudem steigt – wie bei uns Menschen – das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen proportional zur Körpermasse. Generell hat ein übergewichtiges Tier eine geringere Lebenserwartung.“

Wie merkt man, ob das Tier noch sein Idealgewicht hat? „Die Rippen müssen bei jeder Tierart noch zu ertasten sein. Wenn man sie nicht mehr oder nur mit Mühe fühlt, ist das Tier zu dick“, erklärt die Expertin. Muss ein Tier abnehmen, sollte das Abspeckprogramm auf jeden Fall langsam erfolgen, weil sonst der Stoffwechsel entgleisen kann.

Aktivzeiten bewusst einplanen. Eine „Reduktionsdiät“ erfolgt daher am besten in Absprache mit einem Tierarzt. Über ihn können Tierbesitzer auch bestimmte Diätfuttermittel speziell für übergewichtige Tiere erwerben. Besser wäre es natürlich, sich schon im Vorfeld bei der Anschaffung eines Tieres darüber Gedanken zu machen und die tierische Kost individuell auf die Bedürfnisse des vierbeinigen Hausgenossen anzupassen. Und für ausreichende Bewegung zu sorgen – was vor allem bei Wohnungskatzen bekanntlich nicht immer einfach ist. Schließlich kann man ja mit ihnen nicht einfach „Gassi“ gehen: Samtpfoten wollen anders beschäftigt werden. Dazu gibt es laut Tierärztin allerdings neue Erkenntnisse: „Aktuellen Untersuchungen zufolge reicht es, in den Alltag Spielphasen von jeweils fünf Minuten einzubauen, weil Katzen nach dieser Zeit meist ohnehin die Lust am Spiel verlieren.“ Eine andere Möglichkeit der Beschäftigung besteht laut D’Alonzo darin, Trockenfutter-Kroketten zwischendurch öfters als Beute zu werfen, statt einfach nur den Napf zu füllen. „So kann man das Notwendige mit dem Nützlichen verbinden und der Katze eine doppelte Freude machen.“ Mit dem Ergebnis, dass der Stubentiger beschäftigt ist und hoffentlich noch lange schlank und agil bleibt.

 

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