Mittwoch, 18. September 2019

Vogelfütterung im Winter

01. September 2011
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Viele Tierfreunde stellen sich die Frage, ob die bei uns überwinternden Vögel im Winter bei ihrer Futtersuche unterstützt werden müssen. Fütterungsgegner befürchten durch die Fütterung einen unkontrollierbaren Eingriff in die Abläufe der Natur. Kranke und schwache Tiere, die normalerweise den Winter nicht überleben würden, würden so durch den Winter gebracht.

Foto: flickr.com - Jellaluna
Der Österreichische Tierschutzverein spricht sich für eine Winterfütterung unserer heimischen Singvögel aus. Der Überlebenskampf der Vögel ist viel härter geworden, da das Nahrungsangebot durch die Verwendung von Pestiziden stark verringert wurde. Darüber hinaus werden ihr Lebensraum und die damit verbundenen Brutmöglichkeiten durch die Zerstörung von Hecken und Sträuchern stetig weiter dezimiert (siehe wie helfe ich gefährdeten Vogelarten unten).

Damit eine Fütterung keinen Schaden anrichtet, muss sie jedoch zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und mit dem richtigen Futter erfolgen. Jede Fütterung muss dabei auf die unterschiedlichen Vogelarten ausgerichtet sein. Dies erreiche ich vor allem durch richtig konzipierte Futterstellen (z.B. Futtersilos).

Ab wann soll man füttern?
Die Fütterung kann im November begonnen werden, weil der Nachtfrost die Insekten stark reduziert. Spätestens bei einer geschlossenen Schneedecke oder bei starkem Frost ist die Winterfütterung notwendig. Vorher können die Vögel mit geringen Futtermengen an die Futterstelle gewöhnt werden.

Was soll gefüttert werden?
Singvögel werden nach Futterbedarf in Körner- und Weichfutterfresser eingeteilt.

Körnerfresser:
In diese Gruppe gehören Meisen, Finken, Spatzen, Kernbeißer, Dompfaff. Aber auch Kleiber, Specht und Zeisig fressen neben Weichfutter auch Körner. Als Futter eignen sich Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, eingefettete Haferflocken, Mohn, Getreidekörner, Leinsamen und zerkleinerte Haselnüsse.

Weichfutterfresser:
In diese Gruppe gehören Amseln, Drosseln, Star, Rotkehlchen, Baumläufer, Zaunkönig, Heckenbraunelle, sowie auch Meisen und Finken. Zum Weichfutter zählen Beeren und Obststücke wie Holler-, Ebereschen-, Liguster-, Weisdornbeeren und Wilder Wein. Weiters sind Eicheln und getrocknete Insektenlarven geeignet. Obststücke, die noch Feuchtigkeit enthalten, müssen grundsätzlich frisch und in kleinen Mengen ausgelegt werden, da angefrorenes Futter für die Vögel schädlich ist.

Wem das gekaufte Weichfutter zu teuer ist, kann auch Haferflocken mit geriebenen Nüssen und Rosinen mischen. Das wird sehr gerne aufgenommen.

Worauf muss geachtet werden?
  • Keinesfalls dürfen salzhaltige Speisereste, Butter oder Margarine gefüttert werden.
  • Alte und gefrorene Futterreste entfernen.
  • Sehr wichtig ist, dass keine Vogeltränke angeboten wird, da die Vögel im Wasser baden und bei Kälte das Gefieder verklebt.
  • Futterplätze sauber halten. Möglichst Futtersilos verwenden, bei denen die Vögel nicht in das Futter koten können, da dadurch Parasiten und Krankheitserreger übertragen werden.
  • Futterhäuser sollten frei an einem Ast aufgehängt werden, damit Katzen keine leichte Beute haben.
  • Damit Körner- und Weichfutterfresser nicht miteinander in Konflikt geraten, sollten mehrere kleine Futterstellen an verschiedenen Stellen angeboten werden.

Tierfreunde können in ihrem eigenen Garten sinnvolle Maßnahmen zum Schutz gefährdeter heimischer Vogelarten ergreifen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Vogelfütterung im Winter
Seite 2 Wie helfe ich gefährdeten Vogelarten?


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