Sonntag, 22. September 2019

Vier Pfoten im Schnee

Ausgabe 12/2010-01/2011
Hundefreud' und Hundeleid auf winterlichen Wegen: So werden die Spaziergänge mit Ihrem Vierbeiner auch bei frostiger Witterung garantiert zum tierischen Vergnügen.

Foto: Naten - istockphoto.com
Bei Schnee sind die meisten Hunde kaum zu bremsen. Zu gern toben sie darin herum, wälzen sich und beißen hinein. Hundepfoten sind zwar für jede Art von natürlichem Untergrund „konstruiert“, jedoch nicht für städtische Verhältnisse. Da kann es Probleme geben – mancher Hund leidet im Winter, speziell in der Stadt ganz erbärmlich. Häufige Spaßbremsen: Eisklümpchen, Salz und Streusplitt, Risse in der Ballenhornhaut oder Scheuerstellen zwischen den Zehen. Daher benötigen Pfoten und Fell jetzt besondere Pflege und Aufmerksamkeit. Dr. Sabine Hartmann, Tierärztin bei der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“, weiß mehr darüber.

Achtung: Streusalz
„Auch kleine Pfotenverletzungen können sehr schmerzhaft werden“, so Hartmann. Hinzu kommt, dass Hunde nach einem Spaziergang oft ihre Pfoten sauber lecken und das Streusalz so in den Hundemagen gelangt, wo es zu Schäden an der Schleimhaut führen kann. Die Tierärztin hat einige vorbeugende Tipps parat:
  • Meiden Sie nach Möglichkeit gestreute Wege. Auch vereister Schnee kann die Ballen verletzen.
  • Cremen Sie die Pfotenballen vorher mit Hirschtalg, Vaseline oder einer guten Pfotenschutzsalbe ein. Es gibt auch Sprays, die sich wie ein Schutzfilm über die Hornhaut legen. All das pflegt nicht nur, es verhindert auch, dass sich Schmutz, Streu und Eis festsetzen.
  • Es sollten nur Produkte ohne Teebaumöl verwendet werden, da dieses die Haut reizt und nicht in Wunden gelangen sollte.
  • Damit sich keine Eisklumpen zwischen den Pfotenballen bilden, kann zu langes Fell zwischen den Zehen abgeschnitten werden. Keine Sorge: Es wächst wieder nach.

Schutz & Erste Hilfe
Wichtig ist es, die Pfoten im Blick zu behalten: Haben sich zu viele Schnee- oder Eisklümpchen angesammelt, diese abklopfen. „Beim Herumtollen kann sich der Hund leicht die Ballen aufreißen“, so die Tierärztin. Wenn der Liebling bereits Wunden hat oder sehr empfindlich ist, helfen Pfotenschuhe. Diese „Booties“ aus Neopren, Nylon oder Flies schützen optimal. Zuhause sollten die Pfoten mit einem lauwarmen Fußbad gereinigt und getrocknet werden. Damit die Ballen geschmeidig bleiben, werden die Pfoten wieder mit Pflegecreme oder Melkfett eingerieben.

Wenn die Hundepfoten bereits verletzt sind, hilft die Anwendung von Heilsalben, kolloidalem Silberwasser aus der Apotheke oder Desinfektionsmitteln. Hartmann: „Damit das Tier nicht gleich alles wieder ableckt, können Sie ihm dabei etwas zu knabbern geben.“ Ballenschnittverletzungen sollten ebenfalls sofort desinfiziert werden (Jodlösung). „Solche Wunden sind ein Fall für den Tierarzt“, betont Hartmann. Das Fettgewebe unmittelbar unter der Ballenhaut verhindert nämlich eine schnelle Wundheilung.

Schnee fressen erlaubt?
Dieses Problem kennen die meisten Hundebesitzer: Liebend gerne und oft wird viel Schnee gefressen. „Wichtig ist, dass der Hund keinen verschmutzten Schnee frisst“, warnt Hartmann. Städtische Umweltbelastungen sind oft der Grund für Magenverstimmungen oder Durchfall. Tipp der Veterinärin bei leichten Katarrhen: „Den Hund 24 Stunden fasten lassen. Nach einem Tag leicht verdauliches Futter wie Reis mit Hüttenkäse und ein wenig Hühnerfleisch füttern. Ist der Hund schlapp, lustlos oder hat Fieber, muss er umgehend zum Tierarzt.“ Übrigens benötigt ein gesunder Hund beim winterlichen Spaziergang weder Kleidung noch Decke. Tipp von Dr. Hartmann: „Vermeiden Sie aber, dass er zu lange sitzt oder liegt.“ Ein Hundemantel empfiehlt sich für jene Vierbeiner, die an Knochen- oder Organerkrankungen leiden.


Sicher unterwegs
In der kalten Jahreszeit wird es früh dunkel. Damit Hunde beim Gassigehen sicher unterwegs sind, empfiehlt Tierärztin Hartmann ein Brustgeschirr mit Reflektoren. „Für Hunde gibt es blinkendes und extra stark reflektierendes Brustgeschirr sowie Halsbänder und Leuchtwesten. Damit fällt das Tier im Straßenverkehr bereits von Weitem auf und ist weniger gefährdet.“ Der Nachteil: Die Lichtreize von Reflektoren und „Blinkis“ irritieren Hunde untereinander.
Generell bietet ein Brustgeschirr im Winter mehr Sicherheit, vor allem bei Hunden, die gern an der Leine ziehen.

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-09 130x173

Aktuelles Heft 09/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 4. Oktober

 

Unsere Ausgabe 07-08/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Hand aufs Herz – wie nutzen Sie Ihr Handy?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information