Montag, 23. September 2019

Urlaub auf vier Pfoten

Ausgabe 07-08/2009
Ohne Hund sind Ferien für viele Tierfreunde schlicht für die Katz. Doch mit guter Vorbereitung werden Reisen mit dem vierbeinigen Liebling zum besonderen Erlebnis.

Foto: Mefanti - fotolia.com
Hunde sind passionierte Gesellschaftstiere und mögen es meist gar nicht, wenn sie in der Ferienzeit zu Hause bleiben müssen. Viele Urlaubsorte haben sich auf den Trend zum erweiterten Familienurlaub eingestellt und stellen sicher, dass sich bellende Feriengäste auch abseits der gewohnten Gassi-Strecke pudelwohl fühlen. Der Wiener Tierarzt Dr. Christian Zedinger berät alljährlich zu Ferienbeginn zahlreiche Hundebesitzer bei der optimalen Urlaubsplanung: „Eine reise ist auch für den Hund mit Änderungen der täglichen Lebensgewohnheiten verbunden. Hier sind einige gesundheitliche Aspekte zu beachten, damit die Umstellungen für den Hund zum Erlebnis und nicht zur Tortur werden.“

Unliebsame Mitbringsel
Erfahrene Hundehalter wissen: Nicht nur auf reisen sind gültige Impfungen, u.a. gegen Tollwut, und eine wirksame Prophylaxe gegen durch Parasiten übertragbare Krankheiten obligat. Unerwünschte Souvenirs wie Herzwurm, Babesien und Leishmaniose, die speziell in südlichen Urlaubsländern lauern, wird ein Hund schwer wieder los. „Im Vergleich zur aufwendigen Therapie ist die Vorbeugung dagegen einfach und relativ günstig“, informiert der Experte, der für seine Schützlinge auch eine speziell auf Vierbeiner abgestimmte Reiseapotheke mit Medikamenten und Verbandmaterial zusammenstellt. Schließlich sind auch tierische Urlauber nicht vor „Montezumas Rache“ gefeit. Zedinger: „Mit der Reiseapotheke können Sie u.a. oberflächliche Verletzungen wie Schürfwunden behandeln und bekommen Verdauungsstörungen wie Durchfall oder Erbrechen ohne Fieber sowie Augen- und Ohrenentzündungen wieder in den Griff .“ Für schwierige Fälle sollten Urlauber Kontaktdaten eines ansässigen Tierarztes parat haben.

Futter für die Reise
Auch wenn der wedelnde Gefährte am liebsten Dosenfutter schlemmt – der beste Reiseproviant besteht aus hochwertigem Trockenfutter, an das der Hund am besten schon ein bis zwei Wochen vor Urlaubsantritt schrittweise gewöhnt wird. „Trockenfutter ist genau an die Bedürfnisse des Tieres angepasst, ist leicht zu transportieren und portionieren und hält heißen Temperaturen besser stand“, betont Zedinger.

Stress und ungewohnte Umgebungstemperaturen schlagen sich bisweilen auf den Appetit. „Sollte der Hund einmal nicht wie gewohnt fressen, so ist das allein kein Grund zur Besorgnis“, beruhigt der Tierarzt. „Ein Hund kommt problemlos einen Tag ohne Futter aus, wenn er genügend Wasser trinken kann.“ Da eine Reise nicht nur mit Aufregung, sondern oft auch mit mehr Bewegung verbunden ist, benötigt Bello besonders schmackhafte und energiereiche Mahlzeiten.

Vierbeiner unterwegs
Als Reisebegleiter fühlen sich Hunde im Auto am wohlsten: Die Pausen können frei gestaltet werden, das Transportmittel ist dem Tier vertraut und es bleibt hoffentlich genügend Platz für eine sichere Fahrt. Ohne Klimaanlage sollten An- und Heimfahrt allerdings zu kühleren Tageszeiten absolviert werden. „Eine längere Autofahrt tritt der Hund am besten nüchtern an“, rät Experte Zedinger. Das bedeutet, dass die letzte Fütterung zirka zwölf Stunden – bei Welpen vier Stunden – zurückliegt. „So beugt man Übelkeit und Erbrechen vor, die durch die Schaukelbewegungen oder Aufregung hervorgerufen werden.“

Bachblütentropfen oder homöopathische Arzneien als Prophylaxe gegen Reisekrankheit (z.B. Cocculus Homaccord Tropfen, Nux vomica C30, Petroleum D8) können hilfreich sein. Unerfahrene Hunde gewöhnen sich mittels Übungsfahrten leichter an die spezielle Situation im Auto.

Klimaanlage Hund
In der wärmeren Jahreszeit müssen Hunde häufig trinken, damit der Körper nicht überhitzt. Für unterwegs sollte daher genügend frisches, sauberes Wasser, z.B. in einem Kanister, mitgenommen werden. „Hunde besitzen nur wenige Schweißdrüsen, sie befinden sich an den Ballen. Die Wärmeregulation geschieht daher hauptsächlich durch Hecheln“, so Zedinger. Beim Hecheln verdunstet viel Flüssigkeit, weshalb ein Hund im Sommer viel mehr Wasser benötigt – bis zu 180 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Für einen 12kg Hund sind das rund zwei Liter Trinkwasser. Zedinger: „Ein Hund darf auch nicht allein im Auto bleiben. Sogar im Schatten können die Innentemperaturen rasch auf bis zu 70° Grad ansteigen und dem Tier schnell zum Verhängnis werden.“ Alle zwei Stunden sollte unterwegs ein Rastplatz angesteuert werden: So kann sich der Hund – angeleint! – erfrischen und regelmäßig „erleichtern“.

Mieze allein zu Hause
Während Bello auf reisen gern bei Fuß bleibt, verbringt Mieze die Ferienzeit lieber in vertrauter Umgebung. Streichelerprobte Nachbarn oder Katzensitter sind hier die beste Lösung. Fremde Wohnungen und Tierpensionen stellen für Katzen oft nur eine unliebsame Notbehausung dar, die mit einer Extraportion Stress verbunden ist. Damit die gewohnte Umgebung nicht zur tödlichen Falle wird, sollten Fenster auf keinen Fall gekippt werden, weil die Katze darin hängen bleiben kann. „Leider zählen derartige Unfälle zu den häufigsten Notfällen einer urbanen Tierarztordination“, betont Tierarzt Zedinger. Die beste Lösung für passionierte Fenstergucker: Spezielle Katzengitter, die Samtpfoten bei geöffnetem Fenster vor lebensgefährlichen Höhenflügen bewahren.


Nicht vergessen – Urlaubscheckliste für Hunde
  • EU-Heimtierausweis mit gültigen Impfungen und Chipnummer
  • Haftpflichtversicherungsdaten
  • Reiseapotheke (u. U. auch Mittel gegen Reisekrankheit)
  • Parasiten-Prophylaxe (Spot-on-Präparat)
  • Gurt/Transportkäfig im Auto
  • Beißkorb und Leine
  • Adressschild am Halsband (Urlaubs- und Heimadresse)
  • Fressnapf und Wasserbehälter
  • Trockenfutter
  • Gewohnte Decke, Spielzeug
  • Plastiksackerl für „Hinterlassenschaften“
  • Alte Handtücher für schmutzige Pfoten
  • Kontaktdaten vom Tierarzt am Urlaubsort
Einreisebestimmungen in der EU und Tipps zum Thema: www.tierschutzinwien.at
 

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