Freitag, 20. September 2019

Tipps für die Hundstage

Ausgabe 2013/05

Viel Sonne und durchgehend Badetemperaturen: für viele der perfekte Sommer. Doch nicht jeder ist ein leidenschaftlicher Sonnenanbeter – das gilt insbesondere auch für unsere Haustiere.


Foto: Can Stock Photo Inc. - lisaison

Wenn die Quecksilbersäule steigt, ist das für Hund, Katze und vor allem auch für hitzeempfindliche Kaninchen eine besondere Herausforderung an die körpereigene Klimaregelung, wie Tierärztin Dr. Karin Küllinger betont. Bello & Co können nämlich nicht wie unsereins über die Haut schwitzen, sondern sich nur über die Pfotenballen und ausgiebiges Hecheln abkühlen.

Schattenplätze bevorzugen. Egal ob Mensch oder Tier: Sportliche Aktivitäten bei heißen Temperaturen sollte man im Sommer generell auf die Morgen- oder Abendstunden legen. Küllinger: „Hunde überfordern sich oft bei gemeinsamen Aktivitäten mit dem Haus- und Hofrudel. Insbesondere wollige, große und ältere Hunde machen im Sommer früher schlapp als gewohnt oder bekommen leicht zu viel Sonne ab, ohne dass man es rechtzeitig merkt.“ Trinken die Vierbeiner zudem nicht genug, kann es im schlimmsten Fall sogar zu einem Kreislaufkollaps bzw. einem klassischen Hitzschlag kommen. „Man sollte im Sommer also noch aufmerksamer als sonst schon auf erste geringe Anzeichen von Müdigkeit und Erschöpfung bei seinem Hund achten“, betont die Tierärztin. „Bei Touren sollte man regelmäßig Schattenplätze aufsuchen und Pausen einlegen. Die möglichst ständige Verfügbarkeit von Wasser, beispielsweise in einer Plastik-Trinkflasche, ist auf längeren Spaziergängen für die ständig hechelnden Tiere obligat.“ Bisweilen wird von Hundehaltern nicht bemerkt, dass ihre Tiere unruhig von einer Pfote auf die andere steigen, weil der Boden zu heiß ist. „Viele Untergründe wie Fliesen, Asphalt oder Beton heizen sich bei starker Sonneneinstrahlung extrem auf.“

Planschen mit Bedacht. Ideal ist die Gassirunde zum Wasser, wo sich der bellende Gefährte zwischendurch abkühlen kann. Auch hier gibt es ein paar Dinge zu beachten: „Lassen Sie Ihren Hund nicht im Brustgeschirr schwimmen. Manche Geschirre weiten sich, wenn sie nass werden, und der Hund kann mit einer Pfote darin hängen bleiben.“ Leichtes Hochwasser ist zwar für Hunde toll, weil sie sich in den überschwemmten Wiesen austoben und abkühlen können. Doch leider ist das keine gute Idee, wie Küllinger betont: „Steht das Gras hoch, können sich die Hunde viele kleine Verletzungen an Brust, Bauch und Beinen holen. Darin nisten sich Bakterien ein und verursachen lästige Infektionen.“ Sobald eitrige Pusteln auftauchen, sollte man zum Tierarzt.

Gezielte Abkühlung. Aber nicht jeder hat einen Bach oder eine Schwimmgelegenheit für Hunde in der Nähe. Um dem Vierbeiner in einer heißen Umgebung Abkühlung zu verschaffen, kann man ihn behutsam nass machen. „Verwenden Sie kühles aber nicht zu kaltes Wasser. Nehmen Sie zunächst nur geringe Wassermengen und benetzen Sie nur eine kleine Region des Körpers. Sparen Sie den Kopf aus. Die meisten Hunde mögen keinen nassen Kopf“, erklärt die Tierärztin. „Auch feuchte Handtücher eignen sich dafür.“ Was man als Hundehalter auch bedenken sollte: „Nasse Hunde sollten im Sommer im Auto nicht in eine geschlossene Transportbox gesperrt werden. Die Nässe verdunstet bei den warmen Temperaturen, und die Box wird schnell zur Sauna, was Herz und Kreislauf des Hundes belastet“, so die Expertin.

Tierische Sommerfrisur. Da Hunde über die Körperfläche Wärme abgeben können, gilt: je weniger Haare, desto besser. Egal, wie lang oder kurz das Fell des Hundes ist, regelmäßiges Bürsten erleichtert ihm die Kühlung. Dicke Unterwolle sollte ausgedünnt werden, je nach Felltyp muss dort mit einem Trimmmesser gearbeitet werden. Abhängig von der Hunderasse sollte man bei intensiver Sonneneinstrahlung auch auf andere Nebenwirkungen des Sonnenscheins achten: „So kann beispielsweise auf unbehaarten bzw. unpigmentierten Körperstellen wie Nase oder Ohrmuscheln auch leicht ein Sonnenbrand entstehen.“ Das gilt übrigens nicht nur für Hunde, sondern auch für „hellhäutige“ Katzen und sogar Pferde.

Mieze mit Hitzestau. Auch wenn sie als ursprüngliche Wüstentiere meist hitzeresistenter sind als ihre bellenden Kollegen: Katzen ohne Freigang haben es im Sommer bisweilen schwer. Besonders in der Stadt heizen sich Wohnungen bei Sonnenschein extrem stark auf. Der Mensch kann wenigstens einen schattigen Gastgarten aufsuchen oder zwischendurch eine Dusche nehmen. Katzen versuchen sich meist zu verkriechen, was aber gegen die Wärme nichts hilft. Tipp der Veterinärin: „Bieten Sie Ihrer Katze kühle Plätze an. Dabei kann man ruhig erfinderisch sein.“ So könnte man ausprobieren, ob mehrere Kühlakkus unter einem vertrauten Liegekissen nicht zum sommerlichen Lieblingsplatz avancieren. Wer dekorativen Aufwand nicht scheut, kann einen Zimmerspringbrunnen oder einen Suppenteller mit Wasser aufstellen und ein Katzenspielzeug ins Wasser legen, den die Katze wieder rausfischt. „Viele Katzen sind mit ihren Pfötchen gar nicht so wasserscheu. Manchmal reicht auch ein tropfender Wasserhahn als kühlende Abwechslung.“

Ventilatoren sind kontraproduktiv. Abkühlung durch gekühltes Futter tut weder Mieze noch Bello gut. Dieses schadet dem Magen. „Bieten Sie im Sommer Nassfutter oder eingeweichtes Trockenfutter an“, rät Dr. Küllinger. Ventilatoren helfen Tieren übrigens kaum. Beim Menschen entsteht durch den künstlichen Wind Verdunstungskälte direkt auf der schwitzenden Haut. Tiere mit Fell bekommen von der ständigen Luftbewegung meist nur trockene Schleimhäute und Augenreizungen. Auch Lüftungsversuche anderer Art können ins Auge gehen: Selbst der bequemste Salonlöwe kann versuchen, der Hitze über ein gekipptes Fenster zu entkommen, was zu schwersten Verletzungen führen kann. Auch für offene Fenster gilt: unbedingt mit Gittern aus dem Fachhandel gegen Abstürze absichern!

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