Sonntag, 17. Februar 2019

So glänzt das Fell

Ausgabe 06/2009
Hund und Katze sollen sich in ihrer Haut wohl fühlen. Doch was braucht es für ein glänzendes Fell? Und was kann hinter struppigem oder glanzlosem Fell stecken?

Foto: Timharman - fotolia.com
Die Haut ist der Spiegel der Seele, heißt es beim Menschen. Beim Tier sagen Fell und Haut zumindest sehr viel über den Gesundheitszustand aus. Glänzendes Fell ist nicht nur schön, sondern auch ein Zeichen dafür, dass es Hund und Katze rundum gut geht.

Wertvolle Nährstoffe
Der wichtigste Beitrag von Tierbesitzern für die gesunde Haut und das Fell ihrer Vierbeiner ist eine ausgewogene Fütterung. Fertigfutter versorgt unsere Haustiere durch seine artgerechte Zusammensetzung mit allen notwendigen Nährstoffen und ist selbst gekochten Rationen in der Regel weit überlegen. Einzelne Tiere können aber immer wieder einen erhöhten Bedarf an bestimmten Substanzen haben, der durch Zusatzfuttermittel gedeckt werden kann.

„Zusatzfuttermittel sollten jedoch nicht automatisch zugefüttert werden, sondern nur, um einen Mangel auszugleichen“, betont die Wiener Tierärztin Dr. Silvia Jordan und erklärt: „Bei Hunden und Katzen mit stumpfem, glanzlosem Fell bieten sich Zusatzfuttermittel mit einem hohen Gehalt an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren an, die beispielsweise in Lachsöl in hoher Konzentration enthalten sind. Auch Biotin – Vitamin H – wirkt sich positiv auf das Fell aus.“

Was tun bei Juckreiz?
Futter spielt umgekehrt bei einem der häufigsten „Hautprobleme“ eine nicht zu unterschätzende Rolle: dem Juckreiz. Tierärztin Jordan beobachtet in ihrer Ordination in Wien immer mehr Tiere mit einer Futtermittelunverträglichkeit: „Warum die Zahl der Allergiker unter den Tieren wie unter den Menschen steigt, ist nicht klar. Futtermittelallergien nehmen aber definitiv zu. Sie können auch bei Tieren auftreten, die ihr Futter jahrelang vertragen haben.“

Die Futtermittelallergie als Ursache für den Juckreiz nachzuweisen, erfordert viel Geduld. Denn dafür muss über zumindest drei Monate ein hypoallergenes Futter gefüttert werden. „Auslöser der Futtermittelallergie sind Eiweiße. Diese sind in den hypoallergenen Futtermitteln so klein, dass sie keine Allergien auslösen. Die Symptome verschwinden aber erst mit der Zeit, da das Eiweiß im Körper gespeichert und nur langsam ausgeschieden wird“, erklärt Dr. Jordan. Erst wenn die Symptome abgeklungen sind, kann jenes Futtermittel zugefüttert werden, das die Allergie wahrscheinlich auslöst. Ist es gefunden, dann treten innerhalb weniger Tage die Symptome wieder auf, um erst nach längerer Karenz wieder zu verschwinden.

Flöhe, Milben & Co
Die weit häufigere Ursache für Juckreiz sind aber Parasiten, allen voran Flöhe. Milbenbefall, der bei Katzen hauptsächlich die Ohren betrifft, kann bei Hunden ebenfalls Juckreiz auslösen. Die Haarbalgmilbe (Demodex canis) befällt mit Kopf, Lefzen, Augenlidern und den Vorderbeinen jene Körperstellen, die mit der Mutter den engsten Kontakt hatten, die noch häufigere Grabmilbe (Sarcoptes) vorzugsweise wenig behaarte Stellen. Ein Spot-on-Präparat macht dem Spuk ein Ende.

Da Stoffwechselprobleme z.B. im Rahmen von Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes oder Lebererkrankungen ebenfalls Juckreiz verursachen können, sollte nicht mit dem Besuch beim Tierarzt gewartet werden, bis sich das Tier blutig gescheuert hat.

Das gilt auch bei besonders trockenem, fettigem oder struppigem Fell. Neben einem Nährstoffmangel können sich dahinter Stoffwechselerkrankungen verbergen, die behandelt werden sollten.

Ekzeme & die Psyche
Ähnlich schwierig wie bei der Futtermittelallergie kann die Ursachensuche für ein Ekzem sein. Typischerweise ist die Haut gerötet, nässend mit Bläschen, Krusten und Schuppen. Auslöser sind Juckreiz, Stoffwechselstörungen und Allergien. Hier ist der Rat des Tierarztes gefragt.

„Ekzeme können aber auch psychisch bedingt sein“, erklärt Jordan, die als Leiterin des Tierheims Dechanthof Wilfersdorf bei Mistelbach, die Situation von Tieren in Not kennt. „Typisch ist beispielsweise ein Schleckekzem an den Pfoten bei unterbeschäftigten Hunden. Dieses Problem kann mit einer Verhaltenstherapie unter Anleitung eines erfahrenen Hundetrainers gelöst werden.“

Bei Haarausfall an Pilze denken
Im Frühling und im Spätherbst verlieren Tiere durch den Fellwechsel mehr Haare als sonst. Das ist, wie jeder weiß, kein Grund zu Beunruhigung. Bei kreisrundem Haarausfall sollten aber die Alarmglocken läuten. Denn dahinter kann Hautpilz stecken. Und dieser ist auf den Menschen übertragbar. Die Diagnose wird durch die Pilzkultur gestellt. Jordan: „In der Zwischenzeit wird der Pilz mit Waschungen unter Kontrolle gehalten. Wenn die Diagnose feststeht, dann sind eine mehrwöchige Behandlung mit Tabletten bzw. Tropfen oder zwei Impfungen im Abstand von zwei Wochen nötig.“ Pilzbefall ist bei Mensch und Tier immer ein Zeichen für ein etwas geschwächtes Immunsystem.

Kein Grund zur Sorge
Nicht hübsch, aber dafür völlig unbedenklich sind Liegeschwielen. Sind sie einmal entstanden, dann können sie kaum mehr zum Verschwinden gebracht werden. Eincremen mit Hirschtalg macht sie weicher, gerade in dieser Zeit sollte aber darauf geachtet werden, dass die Tiere auf einer weichen Unterlage liegen. Einige Hunde bevorzugen dennoch den harten Boden. Das macht nichts. Denn die Liegeschwielen stören in der Regel nur das Herrchen, nicht den Hund.


Hund, wasser, WelpeFoto: Parazit - fotolia.Wann ist ein Bad wirklich fällig?
  • Hunde sollten nur gewaschen werden, wenn das Fell schmutzig ist. In der Regel genügt klares Wasser. Katzen sollten Sie ein Bad eher ersparen.
  • Ein Shampoo sollte nicht öfter als einmal pro Monat verwendet werden. Da sich der pH-Wert der Haut von Hund und Mensch unterschiedet, sind Shampoos für Menschen nicht für Hunde geeignet und können zu Ekzemen führen. Also: Mit einem Hundeshampoo waschen und sorgfältig ausspülen! Beim Tierarzt und im Fachhandel gibt es spezielle Shampoos für individuelle Probleme, wie z. B. ein Birkenteershampoo gegen trockene, schuppige Haut.
  • Zur Flohbekämpfung stehen mittlerweile wirksamere Mittel als Shampoos zur Verfügung.
  • Unangenehmer Geruch muss nicht vom Fell stammen. Zahnstein, Ohrenentzündungen oder verstopfte Analdrüsen können die Ursache sein. Den Tierarzt konsultieren!

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