Freitag, 24. Mai 2019

Rund ist nicht g ’sund

Ausgabe 03/2009
Was für Menschen gilt, gilt auch für Hund und Katze: Ausgewogene Ernährung ist das Um und Auf eines langen und gesunden Lebens. Tierärztin Entner sagt, worauf Sie achten sollten, damit es Ihrem vierbeinigen Gefährten gut geht.

Foto: Michael Pettigrew - fotolia.com
Die gute Nachricht: Die richtige Ernährung von Hund und Katze war noch nie so unkompliziert wie jetzt. Qualitativ hochwertiges Fertigfutter in der richtigen Menge trägt dazu bei, dass Hunde heute durchschnittlich zwei und Katzen durchschnittlich drei Jahre länger leben als noch vor dreißig Jahren.

Aber nun kommt die schlechte Nachricht: Bei der Fütterung vieler Hunden und Katzen werden Fehler gemacht. Der häufigste ist ein Zuviel des Guten.

„Wie bei uns Menschen wird auch bei Haustieren Übergewicht immer mehr zum Problem“, warnt Tierärztin Mag. med. vet. Anna Entner: „Dadurch steigt nicht nur das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für Gelenksbeschwerden, sondern auch für Leberschäden. Und ein übergewichtiger Vierbeiner hat zudem ein höheres Narkoserisiko. Übergewicht sollte daher unbedingt vermieden werden.“

Nicht zu dick & nicht zu dünn
Um festzustellen, ob ein Hund oder eine Katze zu dick ist, müssen keine komplizierten Rechnungen angestellt werden. Es genügt, über die Rippen und den Hüfthöcker zu streichen. Sind sie noch spürbar, dann ist das Tier nicht zu dick. Natürlich sind rassetypische Unterschiede zu beachtet – ein Windhund fühlt sich anders an als ein Labrador.

Zur Bemessung der Futtermenge benötigt man keine Tabellen. Genug ist, wenn Hund und Katze weder zu- noch abnehmen.

Fertigfutter schlägt Selbstgekochtes
Wer ein schlechtes Gewissen hat, sein Tier mit Fertigfutter zu ernähren, kann dieses sofort ablegen. Tatsächlich ist Fertigfutter in seiner Zusammensetzung Selbstgekochtem meist bei Weitem überlegen. Denn die Ration eines Hundes soll zu 2/3 Drittel aus Kohlenhydraten und zu 1/3 aus Fleisch bestehen. Bei der Katze gilt 1/4 zu 3/4. „Es gelingt kaum, eine ausgewogene Hundeoder Katzennahrung selbst herzustellen, die von den Tieren dann freudig gefressen wird“, betont Entner. Schon ein Mangel an einzelnen notwendigen Inhaltsstoffen kann der Gesundheit sehr schaden. So benötigen Katzen beispielsweise 50 mg Taurin täglich. Taurinmangel kann Herzerkrankungen und Fruchtbarkeitsstörungen auslösen und zur Erblindung führen. Und die Erkrankung, die durch alleinige Fleischfütterung verursacht wird, hat sogar einen Namen: das All-Meat-Syndrom.“

Regelmäßig & abwechslungsreich
Hunde und Katzen bevorzugen es, zu geregelten Zeiten gefüttert zu werden. Kleinere Portionen mehrmals am Tag belasten Leber und Niere weniger und sind besonders bei großen Hunden ein Muss. Die Tierärztin rät: „Füttern Sie unterschiedliche Sorten von Fertigfutter. Das erleichtert, wenn nötig, die Umstellung auf ein Diätfutter.“ Wurde lange Zeit dasselbe Futter gefüttert, dann muss eine Umstellung ganz langsam erfolgen.“ Noch ein wichtiger Hinweis: Wegen der unterschiedlichen Zusammensetzung ist Hundefutter für Katzen ungeeignet und umgekehrt.

Welpen brauchen Welpennahrung
Jungtiere brauchen eine Spezialnahrung, die ebenfalls als Fertigfutter angeboten wird. Sie enthält alles, was die heranwachsenden Hunde- und Katzenwelpen benötigen. Wie beim erwachsenen Tier ist eine zusätzliche Gabe von Vitaminen oder Spurenelementen nur bei vom Tierarzt diagnostizierten Mangelerscheinungen nötig. Welpen kann das Futter in den ersten zwei bis drei Monaten unbeschränkt zur Verfügung stehen. Dann sollte auf mehrmals tägliche Fütterung umgestellt werden, damit sie sich nicht überfressen.

Wenn der Speck weg muss
Sollte einmal eine Gewichtsreduktion notwendig sein, dann hilft nur, die Energiemenge auf knapp über die Hälfte zu reduzieren. Anders als beim Menschen wird überschüssiges Fett bei Hund und Katze kaum durch mehr Bewegung verbrannt. Kalorienreduziertes Diätfutter hat den Vorteil, dass größere Mengen gefüttert werden können, und durch den höheren Eiweißgehalt Fett und nicht Muskelmasse abgebaut wird.

Am besten ist es aber, den vierbeinigen Hausgenossen eine Diät durch richtige Ernährung zu ersparen. Fragen dazu beantwortet Ihr Tierarzt gerne.

Mythen & Fakten – Was soll in den Napf für Hund & Katz?

                     FALSCH RICHTIG
Rohes Fleisch ist gut
für Hund und Katze.
Nur rohes Fleisch
macht krank. Hunde
brauchen 2/3, Katzen
1/4 Kohlenhydrate
in der Ration.

Hunde brauchen
Knochen
Knochen können
durch Knochenkotverstopfung
bis zum
Darmverschluss
führen.

Menschliche Speisen
eignen sich auch für
Hund und Katze.
Nein! Sogar gefährlich
sind unter anderem
Rosinen, Weintrauben,
Schokolade,
Kakao, Knoblauch,
Zwiebel, künstliche
Süßstoffe, Kochsalz
oder Macadamia-
Nüsse.

Selbstgekochtes ist
besser als Fertigfutter.
Eine ausgewogene,
schmackhafte Ration
wie im Fertigfutter
selbst herzustellen,
ist sehr schwierig.

Milch, rohe Leber
und roher Fisch sind
gutes Katzenfutter.
Diese Nahrungsmittel
sollten vermieden
werden
(Laktoseintoleranz,
Leberschäden,
Taurinmangel).

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