Montag, 20. Mai 2019

Probiers mal mit Gemütlichkeit

Ausgabe 11/2012
Gemeinsame Wellnessstunden mit dem geliebten Vierbeiner fördern Bindung, Vertrauen und Wohlbefinden – auf beiden Seiten.

Foto: Can Stock Photo Inc. - vitalytitov
Egal, ob ausgedehnte Spaziergänge in der Natur, tägliche Spieleinheiten mit dem Ball oder Herumtoben auf der Hundewiese: Gesunde Bellos lieben es, sich so richtig auszupowern. „Ohne körperliche und geistige Auslastung entwickeln Hunde sehr schnell unerwünschte Unarten. Allerdings sind Entspannung und bewusste Ruhezeiten genauso wichtig wie regelmäßige Aktivphasen“, betont Tierärztin Dr. Claudia Laschalt, die in Wien-Alsergrund einen Hundebetreuungsservice betreibt. „In dieser Hinsicht sind alle Lebewesen gleich.“

Hunde sind Schlafmützen. Damit unsere Partner mit der kalten Schnauze wirklich ausgeglichen sind, brauchen sie täglich bis zu 16 Stunden Schlaf. „Diese Ruhephasen sollten ungestört möglich sein“, betont Laschalt. „Winseln gehört zum natürlichen Schlafverhalten und ist kein Zeichen für einen Albtraum, aus dem der Hund aufgeweckt werden muss!“ Der beste Schlafplatz ist übrigens dort, wo der Hund Gerüche und Geräusche seiner Familie wahrnehmen kann. Ähnlich wie Katzen ziehen viele Hunde „Höhlen“ als Liegeplätze vor: „Das kann eine alte Kiste sein oder ein modisches Hundebett – je nach Geschmack des Hundehalters.“ Wenn der bellende Gefährte auch ins Schlafzimmer darf, wird die Bindung zu seinem Menschen zusätzlich vertieft. Es spricht prinzipiell auch nichts dagegen, den Hund auf dem Bett schlafen zu lassen: „Allerdings sollte das nur nach ausdrücklicher Erlaubnis geschehen, z. B. nachdem der Hund einen Befehl wie ,Sitz!’ oder ,Platz!’ ausgeführt hat“, so die Expertin.

Wellness zum Nachlesen
  • Katrin Blümchen: Das Wohlfühlbuch für Hunde, Verlag Cadmos
  • Tina Werner: Wellness für Hunde – Massage und Physiotherapie für jeden Tag, Verlag Oertel & Spörer
  • Sabina Pilguj: Dog Reläx: Entspannter Mensch – Entspannter Hund, Verlag Müller Rüschlikon
  • Juliane Walther und Manfred Specht: Wellness für Hunde – mit alternativen Heilmethoden schützen und stärken, Verlag Books on Demand
  • Sarah Fisher und Claudia Ade: Anti-Stress-Programm für Hunde – Entspannter Hund durch T-Touch und Bodenarbeit, Verlag Ulmer


Bello liebt Streicheleinheiten. Kinder tun es instinktiv, und auch viele erwachsene Hundemenschen lieben intensiven „Fellkontakt“ mit ihren Lieblingen. „Hunde sind prinzipiell sehr körperbetont und suchen körperliche Nähe“, meint Laschalt. Auch hier hängt es wie beim Menschen vom jeweiligen Kuscheltyp ab, wie viel Berührung erwünscht ist. „Zahlreiche Hunde lieben es, Seite an Seite mit ihren Menschen zu dösen bzw. lang und intensiv gestreichelt zu werden. Andere mögen es besonders, sanft massiert zu werden.“ Welche Vorlieben Bello hat und wo er gerne berührt wird, sollte man vorsichtig durch regelmäßige Streicheleinheiten herausfinden. Sanfte Wellnessmassagen, besondere Techniken wie Tellington-Touch oder energetisierende Berührungen können vor allem bei gestressten und verängstigten Tieren kleine Wunder bewirken.

Massagen für die Gesundheit. Bei Hunden mit Verschleißerscheinungen und Gelenksschmerzen kann laut Veterinärin eine gezielte Massage auch schmerzlindernd sein: „Die Durchblutung steigt, die Haut erwärmt sich und in der Folge können auch Verspannungen der Muskulatur gelöst werden.“ Und wann sollte man auf eine Massage lieber verzichten? „Bei Fieber, Infektionskrankheiten offenen Wunden und frischen Verletzungen von Sehnen oder Muskulatur sowie bei Hauterkrankungen muss man vorsichtig sein“, sagt Laschalt. „Wenn ein Hund Schmerzen hat, kann er ganz untypisch für seinen Charakter auch mit offener Aggression reagieren.“ Daher gilt: Massagen sind nur für gesunde Hunde geeignet!

Wohlige Wärmespender. Neben einer gemütlichen Bettstatt kann man die Musestunden mit dem Vierbeiner auch noch durch weitere Wohlfühl-Accessoires versüßen. „Gerade in der kalten Jahreszeit empfiehlt sich jede Form von Wärme zur Entspannung – zum Beispiel Wärmekissen, Rotlicht, warme Wickel oder spezielle Materialien, welche die Körperwärme reflektieren. Man sollte vorher aber unbedingt abklären, wie der Hund auf höhere Temperaturen reagiert“, rät Laschalt. Wärmeliebhaber kristallisieren sich sehr schnell heraus: Schläft ein Hund am liebsten auf kühlen Liegeplätzen oder knotzt er mit Vorliebe vor der Heizung? Lebt er bei tieferen Temperaturen richtig auf oder kuschelt er sich gern unter die Hundedecke? Laschalt: „Im Allgemeinen gilt, dass kurzhaarige Hunde eher für eine Wärmetherapie empfänglich sind als ihre langhaarigen Kumpels.“

Accessoires fürs Wohlbefinden. Die Investitionen sind überschaubar: Neben Rotlichtlampen eignen sich insbesondere Körnerkissen mit Dinkelspelz. Sie werden im Backofen oder in der Mikrowelle erhitzt (15 Minuten bei 200 °C bzw. drei Minuten bei 800 Watt): „Bei Hunden, die z. B. an Arthrose, Wirbelsäulenproblemen, Blasenentzündung oder Husten leiden, kann man das Kissen direkt auf den betroffenen Bereich legen.“ Wird es zwischen Hund und Mensch platziert, profitieren beide Seiten von der wohltuenden Wirkung. Tipp von Laschalt: „Beziehen Sie an grauen Wintertagen alle Familienmitglieder in dieses gemütliche Ritual mit ein.“ Wer mag, kann zusätzlich mit Kerzen, kuscheligen Decken und dem richtigen Duft die perfekte Atmosphäre für entspannte Stunden schaffen.

Wohlfühl-Accessoires für Zwei- und Vierbeiner
Gerade in der kalten Jahreszeit tun gemeinsame Wellnessstunden gut!
  • Kuscheldecke. Ein Lammfell oder eine dicke Wolldecke am Boden bieten genügend Platz zum gemeinsamen Kuscheln. Eine Salzkristalllampe oder Teelichter verströmen angenehmes Licht.
  • Wärme. Hier kommen Lavendelkissen, Körnerkissen mit Dinkelspelz oder eine Rotlichtlampe zum Einsatz. Vorsichtig beginnen und die Reaktion des Hundes beobachten!
  • Aromatherapie. Duftsteine, Duftlampe oder Duftkissen verströmen Entspannung. Passende Duftrichtungen für Tiere: Lavendel und Basilikum wirken ausgleichend, Rose und Johanniskraut beruhigen, Vanille vermittelt Zuversicht. Achtung: Zitrusdüfte mögen Hunde meist gar nicht.
  • Berührungen und Massagen. Hunde sind sehr körperbetont, bereits Welpen genießen sanftes Kraulen. Durch die sanften und rhythmischen Bewegungen bei Massagen wird auch der Hundehalter ruhiger und gelassener.

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