Sonntag, 08. Dezember 2019

Pflanzen zur Raumluftverbesserung - Zimmerpflanzen als Schadstofffilter

01. September 2011
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Zimmerpflanzen als Schadstofffilter
NASA-Forscher bewiesen, dass Zimmerpflanzen Substanzen aus der Luft ihrer Testkammern filtern konnten. Die NASA richtete ein "Biohaus" ein, um diese Ergebnisse unter realen Lebensverhältnissen zu überprüfen.

Pflanzen nehmen Gase über ihre Blätter auf. Die aufgenommenen Gase können von der Pflanze verarbeitet oder in ihre Wurzeln transportiert werden, wo sie den dort lebenden Mikroorganismen, sog. Wurzelmikroben, als Nahrung dienen.

Auf diesem Weg können auch schädliche Gase wie Methan, Formaldehyd oder Benzol über die Wurzelmikroben aufgenommen, zerlegt und damit unschädlich gemacht werden.

Außerdem besitzen Pflanzen in ihren Blättern Enzyme, die Schadstoffe abbauen.

Mit Pflanzen allein lässt sich stark schadstoffbelastete Luft allerdings nicht in gesunde Luft verwandeln. Um Schadstoffausgasungen aus Einrichtungsgegenständen, Materialien des Innenausbaus oder Reinigungsmitteln in Ihrer Raumluft zu verringern, ist ausreichendes, richtiges Lüften wichtig.

Während der Heizperiode ist es empfehlenswert, mehrmals täglich kurz und gründlich zu lüften, wobei möglichst alle Fenster ganz geöffnet werden sollten.

Falsch ist es, in der kalten Jahreszeit das Fenster nur zu kippen, weil dadurch ein vollständiger Luftwechsel viel zu lange dauert. Weitere Tipps zum richtigen Lüften finden Sie im Infoblatt „Richtig Lüften“ von "die umweltberatung".

Wie gelangen Schadstoffe in die Luft?
Umweltgifte entweichen z. B. aus Möbeln und Wandverkleidungen. Auch Teppichböden und neu verlegte Bodenbeläge sowie deren Kleber können Reizstoffe enthalten, die sie an die Luft abgeben. Ältere Teppiche beherbergen Staub, Milben, Mikroorganismen und winzige Feststoffe. Durch den alltäglichen Gebrauch zerfallen Teppiche allmählich und kleine Fasern wirbeln besonders bei trockener Luft durch den Raum. Krankheitskeime können sich auf diesen Schwebteilchen festsetzen.

Durch gute Fensterdichtungen gibt es bei geschlossenen Fenstern nur geringen Luftaustausch. Dadurch erhöht sich bei unzureichender Lüftung die Schadstoffkonzentration in Innenräumen.

Welche Schadstoffe treten auf?
Formaldehyd
Der Schadstoff Nr.1 entweicht unter anderem aus Pressholzprodukten, Papierwaren und Bodenversiegelungen und bei Verbrennungsvorgängen z. B. bei Gasherden. Formaldehyd ist in Wohn- oder Büroräumen in viel höherer Konzentration vorhanden als außen. Es reizt die Rachen- und Nasenschleimhäute, führt zu Hustenreiz, Unwohlsein, Atembeschwerden und Kopfschmerzen. Formaldehyd steht unter dem Verdacht, krebserregend zu sein.

Benzol
Benzol ist Bestandteil von Benzin, Öl, vielen Farben, Plastik- und Gummiartikeln. Es gilt als krebserregend. Vergiftungssymptome sind Reizwirkungen auf Haut und Schleimhäute, Schwindel, Kopfschmerzen und Brechreiz.

Trichlorethylen
Trichlorethylen ist häufig ein Bestandteil von Druckfarben, chemischen Reinigungsmitteln und Lacken. Es reizt die Schleimhäute, löst Müdigkeit aus und steht ebenfalls unter dem Verdacht der krebserregenden Wirkung.

Kohlenmonoxid
Kohlenmonoxid beeinträchtigt als Atemgift den Sauerstofftransport im menschlichen Körper. Es ist auch im Zigarettenrauch enthalten. Auch die Menschen selbst geben Schadstoffe an die Luft ab. Russische Weltraumforschungen ergaben, dass Menschen außer Kohlendioxid bis zu 150 weitere flüchtige Stoffe abgeben, z. B. Kohlenmonoxid, Wasserstoff, Methan, Alkohole, Phenole, Ammoniak oder Schwefelwasserstoff.

Zimmerpflanzenauswahl
Um die angeführten Wirkungen der Zimmerpflanzen zu erreichen, ist die richtige Auswahl entscheidend. Die jeweiligen Ansprüche der Pflanzen betreffend Licht, Temperatur, Wasserbedarf und pH-Wert des Substrats sind zu berücksichtigen. Nur dann ist die Widerstandskraft der Zimmerpflanzen gegen Krankheiten und Schädlinge vorhanden. Je größer und vitaler Pflanzen sind, desto besser ist ihre Befeuchtungs- und Reinigungsleistung.

Dazu zählen z. B.:
  • Philodendron (Baumfreund)
  • Ficus longifolia bzw. Ficus binnendijkii 'Alii'
  • Chlorophytum (Grünlilie)
  • Epipremnum (Efeutute)
  • Spathiphyllum (Einblatt)
  • Dracaena (Drachenbaum)
  • Aglaonema (Kolbenfaden)
  • Schefflera (Strahlen-, Fingeraralie)

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Pflanzen zur Raumluftverbesserung
Seite 2 Zimmerpflanzen als Schadstofffilter
Seite 3 Zimmerpflanzen im Schlafzimmer


logoQuelle und weitere Informationen: "die umweltberatung"
Gesundheitskurse: www.vhs.at

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