Mittwoch, 23. Oktober 2019

Mit Hund & Katz sicher unterwegs

Ausgabe 10/2011
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Im Herbst stehen für viele Vierbeiner wieder Impfungen an – also ab ins Auto und zum Tierarzt. Oder die ganze Familie macht einen herbstlichen Kurzurlaub. GESÜNDER  LEBEN zeigt auf, was Sie beim „Tiertransport“ im Auto unbedingt beachten sollten.

Foto: istockphoto.com
Wir Menschen schnallen uns im Auto brav an. Aber was tun mit unseren vierbeinigen Freunden? Wer Katzen oder Hunde ungesichert im Auto mitnimmt, läuft Gefahr, allzu schnell im Straßengraben zu landen. So passiert einem Lenker eines Minivans auf der Westautobahn, der die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor, weil seine Katze während der Fahrt unvermutet auf seinen Rücken sprang.

katze, autoFoto: fotolia.comStrenge Gesetze. „Ein unsachgemäßer Transport von Tieren ist nicht nur strafbar, sondern bei einer Notbremsung bzw. einem Unfall für alle Insassen extrem gefährlich“, erklärt die Engabrunner Tierärztin Sabine Sandner-Marschallinger. „Laut Straßenverkehrsordnung ist jeder Autofahrer verpflichtet, sein Transportgut so zu verwahren, dass eine sichere Fahrt nicht beeinträchtigt ist und niemand gefährdet wird.“ Wie Tierchauffeure das am besten anstellen, wurde unter anderem bei einem Crash-test des Autofahrerclubs ÖAMTC anschaulich überprüft (www.oeamtc.at/crashtests/).

Gefährliche Beschleunigung. Was Mobilisten in tierischer Begleitung zumeist unterschätzen, ist die enorme Fliehkraft bei einer Vollbremsung: So entwickelt ein Hund mit einem Körpergewicht von 20 Kilogramm bei einer Geschwindigkeit 50 km/h ein Aufprallgewicht von mehr als einer halben Tonne. Beim ÖAMTC-Crashtest kamen ein 22 Kilogramm-Hundedummy und ein vier Kilogramm schwerer Katzendummy zum Einsatz. Beim ersten Versuch gänzlich ungesichert, wurden die beiden Versuchskaninchen unsanft durch den Fahrzeugraum katapultiert. Sandner-Marschallinger: „Dabei konnte man sehen, dass die Tiere ungebremst auf den Kopf bzw. den Rücken des Fahrers treffen und dann auf die Windschutzscheibe prallen.“ Eine dramatische Situation mit unvorhersehbaren Folgen für Zwei- und Vierbeiner.
Der Schoß des Fahrzeuglenkers, Beifahrersitz oder gar Hutablage müssen für alle Haustiere daher ohne Ausnahme tabu bleiben. Im Idealfall sollten es Hund und Katze trotz Sicherheitsvorkehrungen während der Fahrt bequem haben und dabei auch ihre Position wechseln können. Das ist z.B. mit Hilfe von speziellen Transportboxen oder einem Sicherheitsgurt möglich. „Doch auch gebräuchliche Tiersicherungssysteme halten nicht unbedingt das, was Hersteller versprechen“, weiß die Veterinärin.

Sicherheitsgurte: nicht immer ideal. Wobei insbesondere die lockere Sicherung des Hundes mit einem Sicherheitsgurt auf der Rückbank Risiken birgt. Zum einen kann der Karabiner zur Fixierung am Brustgeschirr durch die Fliehkraft brechen, zum anderen sind Hundegurte fürs Auto oft zu lang dimensioniert, so die Expertin: „Im Test schlug der Hundedummy dadurch ungebremst auf die Lehne des Vordersitzes auf, was im Realfall auch schwere Wirbelsäulenverletzungen für den Lenker zur Folge haben kann“. Sicherer ist die Fixierung des Hundes in einem stabilen Hundegeschirr mit breiten Gurten, Metallverschlüssen und zweifacher Anbindung. Hochwertige Sicherheitsgurte haben ein Gütesiegel und sind geprüft, erweisen sich daher aber auch nicht gerade als Schnäppchen. „Wichtig ist dabei aber auf jeden Fall, dass der Gurt möglichst kurz bleibt, damit der Hund auf keinen Fall gegen den Vordersitz prallen kann“, ergänzt Sandner-Marschallinger.

Übersicht zu diesem Artikel:
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