Montag, 20. Mai 2019

Lästige Plagegeister

Ausgabe 2013/11

Selbst kältere Temperaturen schützen unsere Vierbeiner nicht vor einem Befall mit Flöhen und Würmern. Rasche Hilfe ist angesagt!


Foto: ®Can Stock Photo Inc. - hannadarzy

Wer sein Haustier liebt, muss auch seine Flöhe lieben: Dieses Sprichwort sollte man nicht wirklich beherzigen, denn Flohbefall kann für Tier und auch Mensch nicht nur unangenehme, sondern auch gesundheitsschädliche Folgen haben. Gleiches gilt für einen Befall mit Würmern – hier ist Vorsorgen ebenfalls besser als Behandeln.
 
Flöhe: Blutsauger auf acht Beinen. Patienten wie Mops Charlie und Siamkater Moritz sieht Tierarzt Dr. Michael Stremnitzer beinahe täglich: Beide kratzen sich in letzter Zeit ständig, Charlies Haut ist zum Teil schon entzündet. Moritz hat – im flauschigen Fell versteckt – zahlreiche Krusten am ganzen Körper. Der Tierarzt diagnostiziert bei beiden ausgeprägten Flohbefall und betont: „Gerade im Winter kommt man bei Juckreiz beim Hund oder der Katze am wenigsten auf die Idee, dass es sich dabei um Parasiten handeln könnte.“ Die flinken Blutsauger lieben warm-feuchte Temperaturen – und fühlen sich daher auf Teppichböden, Polstermöbeln und in den Ritzen beheizter Wohnräume pudelwohl. „Dort vermehren sie sich unbemerkt und können zu einer wahren Plage werden“, erklärt Stremnitzer. Die Insekten ernähren sich vorzugsweise vom Blut des Vierbeiners, aber sie befallen auch uns Menschen. Sobald sich der felltragende Mitbewohner auffällig oft kratzt, leckt und selbst anknabbert, ist dies ein Indiz für einen möglichen Flohbefall. „Dadurch können einerseits die Haare beim Vierbeiner ausfallen, andererseits ist die Haut des Hundes durch das Lecken zunehmend gereizt und es kann zu Entzündungen kommen“, weiß der Experte. Oft leiden die Vierbeiner in weiterer Folge auch unter einer Flohallergie: „Auslöser ist der Speichel, der beim Blutsaugen übertragen wird. Bei Tieren mit dieser Allergie reicht ein einziger Biss, um heftige Reaktionen auszulösen.“ Das Flohweibchen legt seine Eier auf dem Haarkleid des Hundes ab. Diese fallen nach kurzer Zeit aus dem Fell heraus und verteilen sich so im gesamten Aufenthaltsbereich des Hundes. Bei optimalen Bedingungen können die Minivampire zwischen acht und zwölf Monaten lebensfähig bleiben.


Die Lästlinge dauerhaft loswerden. Wenn man bedenkt, dass ein Flohweibchen allein innerhalb weniger Wochen 100.000 Eier legen kann, wundert man sich nicht, dass der gesamte Wohnbereich oft innerhalb von kurzer Zeit zu einem wahren Biotop diverser Flohstadien wird, so Dr. Stremnitzer: „Um das zu vermeiden, sollten Hunde und Katzen das ganze Jahr über gegen Flohbefall geschützt werden.“ Für die Flohbekämpfung am Tier und seiner Umgebung stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, die man beim Tierarzt seines Vertrauens beziehen sollte. Er kann – wie Stremnitzer – über den korrekten Einsatz und mögliche Nebenwirkungen aufklären und kennt die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet: „Nicht alle Mittel werden von Hunden und Katzen gleich gut vertragen. Ein bestimmtes, für Hunde sehr empfehlenswertes Spot-on kann für Katzen sogar tödlich sein.“ Für kontaminierte Räume sind Sprays und „Flohbomben“ wirksam. Vor der Anwendung müssen vorhandene Aquarien und Vögel umquartiert werden. Nach der Einwirkzeit wird gut gelüftet und der Boden gründlich und nass gereinigt. Da Flöhe auch Überträger des Hundebandwurms sind, sollte man die Flohbekämpfung auch immer mit einer Entwurmung kombinieren.

Flöhe sind mehr als lästig!

Flöhe sind die häufigsten Plagegeister an der Haut. Weltweit gibt es rund 2500 verschiedene Arten, in Mitteleuropa tummeln sich hauptsächlich Katzen-, Hunde-, Igel-, Geflügel-, Kaninchen und Menschenflöhe. Der häufigste Übeltäter – in 70 Prozent der Fälle  – bei Hund, Katze und Mensch ist der Katzenfloh. Die Blutsauger rufen nicht nur ärgerlichen Juckreiz hervor, sie können auch Krankheiten übertragen: Blutarmut, Flohallergie, Übertragung von Bandwürmern und Infektionskrankheiten wie Bartonellose, Hasenpest und Fleckfieber. Rattenflöhe übertragen die bakteriellen Erreger der Beulenpest, die immer wieder sporadisch auftritt. Flohbisse am Menschen erkennt man übrigens an dunkelroten Punkten, die von einem hellroten Hof umgeben sind und stark jucken. Wird die Nahrungsaufnahme der Parasiten unterbrochen, so bilden sich nah beieinanderliegende Stiche (Flohleiter).

Wenn der Wurm drin ist. Die bedeutendsten Parasiten in unseren Breiten sind Spul- und Bandwürmer, Hakenwürmer, Lungenwürmer sowie Herzwürmer. „Für alle Wurmarten gilt: Die Ansteckungsgefahr lauert überall“, betont der erfahrene Tierarzt. „Als Wurmreservoir dienen Artgenossen und deren Kot, wild lebende Nagetiere wie Mäuse, Füchse, Vögel sowie Aas, aber auch Frösche und Schnecken.“ Selbst Kotspuren an den Schuhen und Flöhe stellen potenzielle Infektionsquellen dar. „Manche Wurminfektionen verlaufen bei geringem Befall weitgehend harmlos, da sich die Parasiten im Darm nur von der Nahrung des Wirtes ernähren. Erst in großer Menge verursachen solche Würmer sichtbare Beschwerden des Haustieres. Andere Arten saugen dagegen Blut, wandern unter Zerstörung des Gewebes durch den Körper und nisten sich in Organen ein. In diesen Fällen sind schwerwiegende Erkrankungen des tierischen – oder auch menschlichen – Wirts durchaus möglich.“ Die regelmäßige Entwurmung und auch das sofortige Entfernen des Kots  in „Hundeklos“ und Hundezonen sollten daher zur Routine für Zwei- und Vierbeiner werden. Mögliche Symptome für Wurmbefall sind u. a. „Schlittenfahren“ durch Juckreiz, Abmagerung, Durchfall, aufgeblähter Bauch, struppiges Fell, Husten und Erbrechen – mit oder ohne „nudelförmige“ Würmer in der Hinterlassenschaft. „Weiße, reiskornähnliche Partikel auf dem Fell weisen auf Bandwürmer hin“, erläutert Stremnitzer. Durch eine Kotuntersuchung können Wurmeier und Larven nachgewiesen werden: „Falls in der Kotprobe keine Parasiten gefunden werden, heißt das aber nicht unbedingt, dass auch keine im Tier sind!“ Daher gilt: Bei durchschnittlicher Infektionsgefahr sollte alle drei Monate das empfohlene Wurmmittel – auf das jeweilige Körpergewicht des Tieres dosiert – verabreicht werden. Bei Wohnungskatzen ist einmal pro Jahr zumeist ausreichend. Tipp der Expertin: „Auch hier gibt es neben gut verträglichen Pasten und Tabletten bereits praktische Spot-on-Präparate.“ Ein Tierarzt berät auch hier gerne ausführlich – auch über mögliche Nebenwirkungen wie vermehrtes Speicheln, Lethargie oder Durchfall, die allerdings verhältnismäßig selten auftreten.

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