Sonntag, 19. Mai 2019

Impfschutz für Ihren Liebling

Ausgabe 11/2011
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Auch wenn Katzen- und Hundeseuchen immer seltener auftreten: Regelmäßige Impfungen schützen Ihren Liebling vor lebensbedrohlichen Krankheiten.

Foto: www.istock.com
Staupe und Zwingerhusten beim Hund oder Katzenschnupfen und Leukose bei den Samtpfoten: Jeder Tierbesitzer, der bisher seinen Schützling konsequent impfen ließ, hat dazu beigetragen, dass einige gefährliche Infektionskrankheiten unserer Vierbeiner mittlerweile ihren Schrecken verloren haben. Parallel zur Dezimierung der gefürchteten Tierseuchen wurden auch die Erkenntnisse rund um die Wirksamkeit der Impfstoffe erweitert und aktualisiert.

hundFoto: www.istock.comUnsichtbare Keime lauern weiterhin. Auf den regelmäßigen „Pieks“ der Impfspritze sollte man als pflichtbewusster Tierhalter auch weiterhin nicht verzichten. „Jeder geimpfte Hund und jede immunisierte Katze sorgen dafür, dass sich Infektionen auch in Zukunft nicht weiter verbreiten können“, betont Dr. Christian Zedinger, Tierarzt in Wien-Ottakring. Durch konsequentes Impfen konnte mittlerweile zwar die Verbreitung von vielen Infektionen eingedämmt werden, die Erreger – Viren und Bakterien – sind dadurch aber noch lange nicht ausgerottet. „Das Staupevirus beispielsweise kursiert nach wie vor in Wildtierpopulationen von Dachs oder Marder, die dadurch eine Infektionsquelle für wildernde Hunde oder auch Jagdhunde darstellen.“ Dazu kommen illegale Importe von Welpen aus osteuropäischen Ländern, die zumeist mit gefälschten Impfpässen verkauft werden. Zedinger: „Sehr viele Hunde aus Tschechien, der Slowakei oder Ungarn, die teilweise aus legebatterieähnlichen Zuchtanstalten kommen, haben nie eine Impfung erhalten. Sie tragen häufig gefährliche Erreger in sich, werden teilweise schon krank erworben oder erkranken dann beim neuen Besitzer.“ Viele dieser Tiere landen dann in der Tierarztordination und können trotz intensiver Therapie nicht mehr gerettet werden. Andere sind schleichend erkrankt, scheiden die unsichtbaren Viren und Bakterien mit Speichel, Kot und Urin aus und gefährden so ihre Artgenossen.

Wie lange „hält“ die Impfung? Wie in der Humanmedizin werden auch die Erkenntnisse der Tiermedizin laufend auf den neuesten Stand gebracht. Medikamente werden verbessert, neue Wirkstoffe entdeckt bzw. entwickelt. So hat sich auch bei den Impfstoffen einiges getan. Die jährliche „Auffrischung“ bei Hund und Katze ist laut Tierarzt nicht mehr in allen Fällen notwendig. „Wir haben Vakzinen, wie z. B. bei der Tollwut, zur Verfügung, die bereits einen zwei- bis dreijährigen Impfschutz verleihen“. Das gilt allerdings nicht für alle Infektionen: „Ausgenommen davon ist zum Beispiel die Bakteriengruppe der Leptospiren, die bei einer Erkrankung des Hundes auch für den Menschen ansteckend sind und Nierenschäden hervorrufen können.“

Impfwissen
  • Die Impfung ist und bleibt die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung schwerwiegender Infektionskrankheiten.
  • Die jährliche Gesundheitsberatung mit Impfgespräch beim Tierarzt dient der Ermittlung eines individuellen Impfprogramms.
  • Eine vollständige Grundimmunisierung (= die ersten vier Impfungen) ist Voraussetzung für einen  optimalen Schutz des Einzeltiers.
  • Ein höchstmöglicher Durchimpfungsgrad (> 70 %) ist in einer Tierpopulation anzustreben, um auch in Zukunft Epidemien zu verhindern.


katzeFoto: www.istock.comIndividuelle Beratung einholen. Ein übersichtliches, einheitliches Impfschema, wie es noch bis vor kurzem existiert hat, gibt es also nun nicht mehr. Andererseits können Tierärzte nun individueller auf die Bedürfnisse von Hund und Katze eingehen, betont Zedinger: „Der eine Hund fährt einmal im Monat mit dem Frauerl nach Sopron einkaufen, der andere tollt täglich mit vielen anderen Hunden in der Hundezone herum, ein dritter ist regelmäßig auf der Jagd und der vierte, ein gemütlicher Dicker, dreht nur kleine Runden und lebt vorwiegend in der Wohnung.“ Angesichts dieser Unterschiede im „Lifestyle“ entscheidet der Experte im jährlichen Impfgespräch gemeinsam mit dem Tierbesitzer, welche „Spritze“ tatsächlich notwendig ist. Da dieser „Impftermin“ zudem mit einem Gesundheitscheck für Bello und Mieze kombiniert ist, sollte er unbedingt weiterhin ein Fixpunkt im Kalender bleiben. „Durch die jährliche Vorsorgeuntersuchung können Probleme wie Zahnstein und Zahnfleischentzündung, Parasiten, eine mögliche Allergie oder ein leichtes Herzproblem frühzeitig entdeckt und behandelt werden, bevor gröbere gesundheitliche Komplikationen entstehen.“
Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Impfschutz für Ihren Liebling
Seite 2 Eine Impfempfehlung

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