Sonntag, 15. September 2019

Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Ausgabe 2014.02

Winterliche Erkältungen können auch unsere Vierbeiner betreffen. Was ist zu tun?


Foto: Can Stock Photo Inc. - haak78

Wenn es draußen nass und kalt ist, kämpfen nicht nur wir Menschen häufig mit Schnupfennasen, Hustenattacken und Gliederschmerzen. Auch unsere tierischen Mitbewohner leiden bisweilen unter den typischen Wintertemperaturen und ihren Auswirkungen. „Hartnäckiger Husten, Nasenausfluss und Durchfall sind in der kalten Jahreszeit häufige Gründe für einen Tierarztbesuch“, erklärt Dr. Susanne Schönkypl, Tierärztin in Wien-Breitenlee. „Obwohl diese Symptome selten lebensbedrohlich sind, sollte man doch rechtzeitig eine Therapie einleiten, um chronische Erkrankungen zu vermeiden.“

Erste Hilfe bei Infekten: inhalieren! Die normale Körpertemperatur liegt bei Hunden zwischen 38 und 38,5 Grad bzw. 39 Grad bei kleinen Exemplaren. Erhöhte Temperaturen können ein Hinweis auf eine beginnende Erkältung sein. Schönkypl: „Stellen Sie hingegen nur fest, dass die Schnauze warm ist, kann das auch andere Ursachen haben und muss nicht zwangsläufig auf eine Krankheit hindeuten.“ Bei den ersten milden Anzeichen einer Erkältung wie eine rinnende Nase oder Heiserkeit durch angeschwollene Mandeln fühlen sich Mieze und Bello meist noch nicht richtig unwohl. „Mit einer Inhalationstherapie kann man diese
Symptome lindern“, meint die Veterinärin. Für Miezen platziert man einen Topf mit dampfendem Wasser am besten vor einem geräumigen Katzenkorb, bei Hunden wird die Prozedur schon etwas aufwendiger: Man setzt sich mit Hund zwischen zwei Sessel, stellt den Topf direkt davor und hüllt sich gemeinsam in ein großes Leintuch oder Handtuch, das über die Sessellehnen gelegt wird. „Zehn Minuten reichen aus. Wichtig ist natürlich, dass der heiße Dampf nicht unangenehm wird und genügend Abstand eingehalten wird“, rät die Expertin. Als Zusatz eignet sich Meersalz, ätherische Öle können zusätzlich die Schleimhaut reizen und empfindliche Nasen irritieren. „So wird der zähe Schleim in den Atemwegen dünnflüssiger und kann leichter abgehustet werden.“

Pfotenpflege bei Minusgraden

Das Hauptproblem im Winter ist das Streusalz. Es kann bei trockenen, rissigen Ballen in die Ritzen eindringen und Schmerzen verursachen. Viele Hunde mögen es gar nicht, wenn man die Pfoten mit Melkfett oder Vaseline einschmiert. Ein Training dazu kann sinnvoll sein, damit die Ballen und die behaarten Bereiche dazwischen vor dem Spaziergang behandelt werden können.
Wird der Hund gleich danach mit einem Leckerbissen abgelenkt, wird das Abschlecken der Schutzschickt verhindert. Nach dem Spaziergang reicht ein lauwarmes „Fußbad“ für den Hund, um das Salz abzuspülen. Danach sollten die Ballen wieder mit fetthaltiger Salbe eingerieben werden. Bei Hunden mit weichen oder rissigen Pfoten kann es sinnvoll sein, bei Eis und Schnee in der Stadt spezielle Pfotenschutz-Booties anzuziehen.

Wenn es schlimmer wird: ab zum Tierarzt! Hartnäckiger Husten oder Schnupfen kann auch auf eine ernstere Erkrankung hinweisen – etwa eine Lungenentzündung, Zwingerhusten und Staupe beim Hund oder Katzenschnupfen bei den Samtpfoten, so die Tierärztin: „Klingen die Beschwerden nach ein paar Tagen nicht ab, sollte daher unbedingt der Tierarzt aufgesucht werden. Dieser kann dann eine Diagnose stellen und eine entsprechende Therapie durchführen.“ Auch wenn das Tier gegen Zwingerhusten oder Katzenschnupfen geimpft ist, kann eine dieser Infektionskrankheiten der Auslöser für die Erkältungssymptome sein: „Eine Impfung ist wichtig, sie schützt allerdings nicht immer zu 100 Prozent vor Ansteckung.“ Zusätzliche Infektionen durch Bakterien können die Beschwerden verschlimmern und höheres Fieber verursachen. „Durch sie wird Nasenausfluss meist zähflüssiger und der Husten wirklich hartnäckig.“ Dann haben selbst hartgesottene Tiere oft keinen Appetit mehr und verweigern sogar Leckerbissen. Der Tierarzt entscheidet, ob die Gabe von Antibiotika notwendig ist. Bei Katzen kann eine unterstützende Infusionstherapie sinnvoll sein. Schönkypl: „Bei ihnen kann Husten auch ein Anzeichen für Asthmaattacken sein, was unbedingt abgeklärt werden muss.“

Schneefressen kann krank machen. Beinahe alle Hunde lieben das Herumtollen im Schneetreiben. Manche derart, dass sie am liebsten nach jeder Schneeflocke schnappen würden. Die unangenehme Folge vom Schlabbern im Schnee: Mandelentzündungen und/oder Gastritis. „Heftiger Brechdurchfall, eventuell sogar blutig, und Flüssigkeitsverlust müssen schnell tierärztlich behandelt werden. Bei der Mandelentzündung zeigen Hunde heftigen Würgereiz, oft wird weißer Schaum erbrochen.“ Eine unbehandelte Infektion der Mandeln kann sich ausbreiten und in der Folge auch Gelenke und innere Organe schädigen. Damit das nicht passiert, sollten tierische Wintersportler einen Beißkorb tragen und konsequent vom Schneefressen abgehalten werden.

Hundemäntel: sinnvoll oder peinlich?

Kuschelige Kleidung für bellende Kumpane ist nicht unbedingt ein modisches Statement für verwöhnte Vierbeiner, sondern häufig ein notwendiger Kälteschutz. Sehr zarte, kleine Rassen wie Chihuahuas oder alte bzw. kranke Hunde mit Nieren- oder Rückenproblemen können sich nur schlecht auf Kälte einstellen.
Wenn der Hund sich in der Kälte unwohl fühlt, zittert er, zieht die Rute ein, geht klamm und meist langsamer. Das kommt auch häufig bei gesunden Hunden, die wenig Unterwolle haben, vor.
Beim Kauf des Mantels sollte man darauf achten, dass er nicht zu sehr einengt und dass das Material wasserdicht ist und das Futter warm genug ist. Manche punkten zusätzlich mit Reflektorstreifen für besserer Sichtbarkeit beim Spaziergang im Dunkeln.
Aber Achtung! Auch mit Mantel sollte man Hunde nicht lange an kalten Plätzen warten lassen, da sonst eine Blasenentzündung droht.

Besteht Ansteckungsgefahr zwischen Tier und Mensch? Eine Ansteckungsgefahr bei Erkältungskrankheiten zwischen Mensch und Tier ist zwar gegeben, aber äußerst selten. Schönkypl: „Trotzdem sollte man intensives Schmusen und Kuscheln verschieben, wenn Hund oder Katze krank sind.“ Anders sieht die Sache bei tierischen Kumpels aus – die Übertragung auf Artgenossen geht schnell: „Daher sollte beim Gassigehen Kontakt zu gesunden Tieren vermieden werden bzw. sollte die Katze bis zur Genesung nicht ins Freie.“ Auch der umgekehrte Fall ist möglich: nämlich, dass sich der Hund beim Menschen ansteckt. „Dies kommt besonders bei Schnupfenviren vor“, klärt die Tierärztin auf. Eine echte Grippe, ausgelöst durch Influenzaviren, ist hingegen nicht auf Hund und Katze übertragbar.

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