Dienstag, 21. Mai 2019

Hurra, wir bekommen ein Haustier!

Ausgabe 2014.10

Wir beantworten die 10 wichtigsten Fragen, die sich jeder verantwortungsvolle Tierfreund vor der Anschaffung eines Haustieres stellen sollte.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - oksun70

Natürlich, die Vorstellung, mit einer Katze auf der Couch zu kuscheln oder mit einem Hund im Wald herumzutollen, ist sehr verlockend. „Ein Haustier kann eine wunderbare Bereicherung für die ganze Familie sein“, bestätigt auch Diplom-Tierärztin Stefanie Gaisbauer. Doch die Anschaffung eines Haustieres will gut überlegt sein! „Viele Menschen machen den Fehler, spontan und unüberlegt, zum Beispiel zu Weihnachten, ein Tier zu kaufen“, kritisiert Gaisbauer. Die Folgen: ausgesetzte Tiere während der Ferien oder schlicht vernachlässigte Haustiere, um die sich nicht genügend gekümmert wird.

GESÜNDER LEBEN beantwortet die 10 wichtigsten Fragen, die Sie sich stellen sollten, bevor Sie ein Haustier kaufen!

1. Hat ein Haustier in meinem Leben Platz?
„Ein Haustier wird nach dem Kauf zu einem fixen Bestandteil des Lebens, dem man auch genügend Aufmerksamkeit schenken muss!“, betont Gaisbauer. „Haustiere sind von der Pflege ihrer Besitzer abhängig. Deshalb sollte man sich der Verantwortung der Haltung eines Tieres von Beginn an bewusst sein!“ So ist es zum Beispiel wichtig, so die Expertin, ein paar Jahre in die Zukunft zu schauen: Habe ich vor, längere Zeit ins Ausland zu gehen? Steht eine größere berufliche oder private Veränderung ins Haus? Auch sollte von Beginn an klar sein, wer auf das Tier achtet, wenn man verreist. Mögliche Allergien von Familienmitgliedern sollten ebenso abgeklärt werden. Und, ganz wichtig: Wer in der Familie kümmert sich um Wuffi oder Mieze?

2. Passen Tiere und Kleinkinder zusammen?
Ist das Baby erst wenige Wochen alt, sollte man von einem neuen Haustier absehen, da es sich während dieser Zeit oft schwierig gestaltet, dem Tier genügend Aufmerksamkeit zu schenken. „Gerade zu Beginn muss man sich intensiv mit dem Welpen oder dem Kätzchen beschäftigen“, betont Gaisbauer. Prinzipiell aber schließen sich Kleinkinder und (neue) Haustiere nicht aus: „Wichtig ist, dass Kleinkinder von Beginn an unter Aufsicht der Eltern den richtigen Umgang mit dem Tier lernen.“

3. Welches Tier passt zu mir?
Wie wir Menschen unterscheiden sich auch Tiere stark voneinander. Nicht umsonst spricht man gerne von „Hundetypen“ und „Katzentypen“. Gaisbauer aber beruhigt: „Die meisten zukünftigen Besitzer haben es genau im Gefühl, ob Hund, Katze oder Nager am besten zu ihnen passt.“ Trotzdem sollte man beachten, dass jedes Tier unterschiedliche Bedürfnisse hat. So muss man bei einem Hund zum Beispiel ausreichend Zeit für Gassi-Gänge haben. „Das bedeutet auch, dass man morgens früher aufstehen und auch bei schlechtem Wetter raus muss“, gibt Gaisbauer zu bedenken. Natürlich muss man sich auch mit Katzen ausreichend beschäftigen, trotzdem bleibt man hier zeitlich flexibler. Ist man viel außer Haus, empfiehlt Gaisbauer, sich – am besten von Beginn an – eine zweite Katze im selben Alter zuzulegen.

4. Woher bekomme ich überhaupt ein Haustier?
Absolut zu vermeiden ist es, Tiere von der Straße oder aus dem Kofferraum zu kaufen. Die Expertin: „Diese Tiere sind zwar arm, aber man sollte durch den Kauf den Straßenhandel mit Tieren nicht unterstützen!“ Auch von Tierhandlungen ist eher abzuraten, da man nicht weiß, woher die Tiere kommen. Seriöse Züchter und Verkäufer kann man besuchen und sich das Umfeld der Tiere ansehen. Man sieht die Elterntiere und man kann darauf achten, ob auf die Sozialisierung der Tier-babys genügend Wert gelegt wird. „Oft bewähren sich kleinere Züchter mit wenigen oder nur einer Rasse“, so Gaisbauer, die zudem stets zu einem Kaufvertrag rät. Tiere aus dem Tierheim empfehlen sich indes vor allem für erfahrene Tierbesitzer.

5. Für welches Tier soll ich mich nun entscheiden?
„Wählen Sie das Tier nie bloß nach optischen Kriterien aus!“, warnt Gaisbauer. Jede Rasse hat spezifische Eigenschaften, auf die man Rücksicht nehmen sollte. „Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter, weshalb es sich empfiehlt, den Tierzüchter oder das Tierheim mehrmals zu besuchen, um festzustellen, ob man zueinanderpasst. So kann auch ein Mischling zum idealen Haustier werden!“

6. Welche Anfangsimpfungen sind notwendig?
Prinzipiell besteht in Österreich keine Impfpflicht, trotzdem empfehlen sich Grundimpfungen ab der achten Woche, um das Tier vor Krankheiten zu schützen. Diese Impfungen müssen in der Regel vier Wochen später wiederholt werden. Nach einem Jahr ist die Grundimmunisierung abgeschlossen. Diese ist von den jeweiligen Umständen (zum Beispiel: Ist das Tier ein Freigänger?) abhängig und beinhaltet bei Katzen in der Regel Katzenschnupfen, Katzenseuche und Leukose. Auch bei Hunden ist der Standard eine Mehrfachimpfung, die Staupe, Hepatitis, Parvovirose und Parainfluenza (SHPPI) umfasst.

7. Welche rechtlichen Dinge muss ich beim Hund beachten?
Seit einigen Jahren besteht die Pflicht, Hunde mittels eines Mikrochips unter der Haut zu kennzeichnen. Dieser Chip muss zudem bei einer Heimtierdatenbank registriert werden. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Regelungen bezüglich der Maulkorb- und Leinenpflicht. Auch die Regelungen des Hundeführerscheins sind österreichweit nicht einheitlich, einen guten Überblick gibt es unter www.hundefuehrschein.com.

8. Wie teuer kommt mir ein Haustier?
„Die laufenden Kosten unterscheiden sich stark, je nach Tierart und Größe.“ So müssen Futter, Spielzeug und Dinge wie Kratzbaum oder Leine einberechnet werden. Gaisbauer: „Es empfiehlt sich, für unvorhersehbare Fälle, wie z. B. Notoperationen, Geld beiseitezulegen.“ Für Hunde muss man zudem Hundesteuer zahlen, deren Höhe sich von Bundesland zu Bundesland unterscheidet.

9. Fühlen sich Tiere nur in einem Haus wohl?
Natürlich nicht. Auch Wohnungen können für Katzen und Hunde (Gaisbauer: „Bei Hunden kommt es vielmehr darauf an, dass das Tier beim Spaziergang ausreichend Bewegung bekommt und gefördert wird!“) passend sein. Prinzipiell, egal ob Haus oder Wohnung, ist es bei Katzen wichtig, Plätze zu schaffen, auf die sie sich zurückziehen können. Steht der Kratzbaum direkt beim Fenster, so hat die Katze einen angenehmen Ausblick. „Können Katzen nicht ins Freie, ist es umso wichtiger, sich ausgiebig mit ihnen zu beschäftigen!“, betont die Expertin. In den meisten Fällen ist es jedoch so, dass sich Tiere wohler fühlen, wenn sie in die Natur können, zum Beispiel in den Garten.

10. Wie erziehe ich Tierbabys richtig?
„Haben Sie Geduld!“, rät Gaisbauer allen frisch gebackenen Tier-Eltern. Die meisten Katzenwelpen erkennen das Kisterl von selbst, empfehlenswert ist es aber, es ihm bei der Ankunft im neuen Zuhause sofort zu zeigen. Passiert doch einmal ein „Unfall“, dann sollte man das Tier danach sofort ins Kisterl stellen. „Es kann aber auch sein, dass der Sand oder die Art des Katzen-WCs gewechselt werden muss“, gibt Gaisbauer zu bedenken. „Manchmal steckt hinter einer Stubenunreinheit auch eine Blasenentzündung oder Verhaltensprobleme.“ Kratzt das Tier an Möbeln, zeugt das meist von Langeweile  – passendes Spielzeug (und ein Kratzbaum) bewirkt hier Wunder! Der Hundewelpe sollte zu Beginn möglichst oft spazieren gehen, um ihm die Möglichkeit zu geben, draußen sein „Geschäft“ zu verrichten. Gaisbauer: „Beim Gassi-Gehen ist es wichtig, dem Hund soziale Kompetenz beizubringen. Er muss von Beginn an lernen, wie man sich bei einer Begegnung mit anderen Hunden verhält. Hier kann es als Belohnung ein Leckerli geben.“ Hat das Haustier etwas angestellt, dann sagen Sie mit strenger Stimme „Nein!“, werden Sie dabei aber niemals handgreiflich. Gaisbauer: „Schläge sind immer tabu!“

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-05 130x173

Aktuelles Heft 05/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 7. Juni

 

Unsere Ausgabe 04/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Wie informieren Sie sich über Nebenwirkungen von Medikamenten?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information