Sonntag, 22. September 2019

Hochsaison für Tiersitter

Ausgabe 07-08/2013

In der Ferienzeit sind professionelle Dogwalker und Heimtierbetreuer besonders gut gebucht. Oder wollen Sie Ihren Liebling lieber mit in den Urlaub nehmen?


Foto. Can Stock Photo Inc. - berndjuergens

In Hollywoodfilmen laufen sie einem regelmäßig über den Weg: bemühte Gassi-Geher, die von einem Rudel unbändiger Wuffis und ebenso vielen Leinen in der Gegend herumgezogen werden. Was in Amerikas Großstädten bisweilen auch so ähnlich abläuft, ist in unseren Breiten jedoch eher ein Klischee. Steht doch hierzulande vor allem die individuelle Betreuung von Hund, Katz und Kaninchen an oberster Stelle bei professionellen Tiersitter-Agenturen.

Von der Fitnessrunde bis zum Tierarztbesuch. Für Dackel-Jüngling Poldi, Schäferrüden Aaron und Bull-Terrier-Mix Mischu beginnt der Tag mit einem ausgedehnten Gassi-Lauf in der Hundezone. Während ihre Frauchen und Herrchen auf Urlaub weilen, chauffiert Dr. Claudia Laschalt ihre bellende Stammkundschaft täglich zum kollektiven Herumtoben auf die Donauinsel. „Dort können sie ihrem Bewegungsdrang nach Herzenslust und unter Aufsicht freien Lauf lassen“, erzählt die Tierärztin und Leiterin des Hundebetreuungsservice „Sitz!Platz“ in Wien-Alsergrund. Noch dazu finden die wedelnden Schützlinge in geselliger Runde gleichgesinnte Spielgefährten, mit denen der Ausflug gleich noch mehr Spaß macht. Danach kehren die Strohwitwer mit der kalten Schnauze in die Hundepension zurück, wo sie individuell nach ihren Bedürfnissen und den Wünschen des Besitzers versorgt werden. „Dazu zählt neben Spielen und Kuscheln auch die tierärztliche Rundumbetreuung oder eine Beauty-Session im Hundesalon.“

Check-in in der Hundepension. Wichtige Voraussetzungen für die Aufnahme in das fröhliche Hunderudel sind Verträglichkeit mit Artgenossen, Stubenreinheit und regelmäßige Impfungen. Damit sich der treue Begleiter auf die Zeit ohne Herrl oder Frauchen einstellen kann, sollte er zudem die Möglichkeit nützen, sein vorübergehend neues Zuhause vorab kennenzulernen. „Wir raten dazu, uns mindestens einmal zu besuchen, bevor der Hund bei uns bleibt“, empfiehlt die Veterinärin. „Dabei fragen wir nach Besonderheiten wie z. B. Verhaltensauffälligkeiten oder etwaigen Krankheiten des Vierbeiners.“ Hunde, die sehr ängstlich oder gar panisch auf eine Trennung vom Besitzer reagieren, sollten mehrmals vorbeikommen und vor einem längeren Aufenthalt möglichst einen kürzeren Schnupperaufenthalt in der Tierpension verbringen. „Schnell hat der Hund gelernt, dass Spielen und Herumtollen mit anderen Artgenossen viel Spaß machen, auch wenn Frauchen oder Herrchen nicht dabei ist“,  so die Expertin. Für das unkomplizierte Einchecken ins Hundehotel benötigen die Urlaubsgäste ihre wichtigsten Accessoires: „Schlafdecke oder Korb bzw. etwas, das nach Zuhause riecht und dem Hund verstehen hilft, wo jetzt sein Platz sein soll. Weiters Impfpass, Leine, Brustgeschirr und Beißkorb.“

Bello als Reisegefährte. Immer mehr Unterkünfte im In- und Ausland haben sich auf bellende Urlaubsgäste eingestellt. Im Internet findet man zahlreiche Websites, die spezialisierte „Hundehotels“ vermitteln. Als Reisebegleiter fühlen sich Hunde im Auto am wohlsten. Bei der Wahl des Reiseziels gilt für den Hund: je kürzer die Fahrt, desto weniger Stress. Bleibt man in Österreich, ist die Planung am einfachsten, da man sich keine Gedanken über die Gesetze und Sitten in anderen Ländern machen muss. „Wenn Sie beschließen, Ihren Urlaub in einem anderen Land zu verbringen, sollten Sie sich vorher unbedingt über die jeweiligen Einreisebestimmungen und nötigen Impfungen für Ihren Hund informieren“, rät Claudia Laschalt. Gültige Impfungen, u. a. gegen Tollwut, und eine wirksame Prophylaxe gegen durch Parasiten übertragbare Krankheiten sind obligat. Unerwünschte Souvenirs wie Herzwurm, Borreliose und Leishmaniose, die speziell in südlichen Urlaubsländern lauern, wird ein Hund schwer wieder los. „ Im Vergleich zur aufwendigen Therapie ist die Vorbeugung dagegen einfach und relativ günstig“, informiert die Tierärztin. Optimal ist eine speziell auf Vierbeiner abgestimmte Reiseapotheke mit Medikamenten und Verbandmaterial. Schließlich sind auch tierische Urlauber nicht vor „Montezumas Rache“ gefeit. „Mit der Reiseapotheke kann man u. a. oberflächliche Verletzungen wie Schürfwunden behandeln und bekommt Verdauungsstörungen wie Durchfall oder Erbrechen ohne Fieber sowie Augen- und Ohrenentzündungen wieder in den Griff.“

Rundumbetreuung für Groß und Klein. Während Bello auf Reisen gern bei Fuß bleibt, verbringen Katzen und Heimtiere wie Meerschweinchen und Kaninchen die Ferienzeit lieber in vertrauter Umgebung. Streichelerprobte Nachbarn oder professionelle Tiersitter sind hier die beste Lösung. „Fremde Wohnungen und Tierpensionen stellen für Heimtiere meist nur eine unliebsame Notbehausung dar, die mit einer Extraportion Stress verbunden ist“, erklärt die mobile Tiersittern Doris Sieberer, die vor allem jetzt in der Ferienzeit alle Hände voll zu tun hat. Sie kümmert sich um tierische Strohwitwer aller Art in deren Zuhause: „Da meine Eltern eine Tierhandlung hatten, ist mir der Umgang mit Kaninchen, Meerschweinchen, Hamstern, Fischen und diversen Vogelarten seit Kindesbeinen vertraut.“ Sogar Pferde werden von der Tierliebhaberin fachgerecht versorgt. Egal, ob Boxenpflege, Gesundheits-Check oder Bodenarbeit – Sieberer kümmert sich sorgsam um ihre anspruchsvollen Zöglinge. Einen speziellen Tipp möchte Sieberer allen Katzenhaltern für die Sommermonate mit auf dem Weg geben: „Damit die Wohnung nicht zur tödlichen Falle für zurückgelassene Stubentiger wird, sollten Fenster auf keinen Fall gekippt werden, weil die Katze darin hängen bleiben kann. Leider zählen derartige Unfälle zu den häufigsten Notfällen in der Urlaubszeit.“ Die beste Lösung für passionierte Fenstergucker hat Sieberer auch gleich parat: „Im Zoofachhandel sind spezielle Katzengitter und Netze erhältlich, die Samtpfoten bei geöffnetem Fenster vor lebensgefährlichen Höhenflügen bewahren.“

 

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