Montag, 18. Februar 2019

Hochsaison für Tiersitter

Ausgabe 06/2010
In der Ferienzeit sind professionelle Dogwalker und Katzenbetreuer besonders gut gebucht. Auch Tierpensionen haben Hochsaison.

Foto: istockphoto.com
In Hollywoodfilmen laufen sie einem regelmäßig über den Weg: bemühte Gassi-Geher, die von einem Rudel unbändiger Wuffis und ebenso vielen Leinen in der Gegend herumgezogen werden. Was in Amerikas Großstädten bisweilen auch genauso abläuft, ist in unseren Breiten jedoch eher ein Klischee. Steht doch hierzulande vor allem die persönliche und individuelle Betreuung von Hund und Katz‘ an oberster Stelle bei professionellen Tiersitter-Agenturen.

Von Fitnessrunde bis Tierarztbesuch
Für Windhund-Dame Allegra, Magyar- Viszla-Rüde Max und Irish-Terrier-Jüngling Barkley beginnt der Tag mit einem ausgelassenen Treffen auf der Hundewiese. Elisabeth Nagelreiter, Agenturchefin von „dogwalker & catsitter“ in Wien, holt die bellende Stammkundschaft zum gemeinsamen Herumtoben persönlich ab und bringt sie danach wieder wohlbehalten nach Hause.

Auch wenn sie mittlerweile für die Rundum-Betreuung vierbeiniger Schützlinge nicht weniger als 42 tierliebende Mitarbeiter beschäftigt, lässt es sich die 43-jährige Hundebesitzerin und Geschäftsfrau nicht nehmen, einen Teil der Klientel nach wie vor selbst Gassi zu führen: „Wenn sich Hunde untereinander gut vertragen, werden sie bisweilen auch gemeinsam betreut – wie diese drei. Das ist aber eher die Ausnahme.“ Schließlich soll der „Pflegehund“ individuell nach seinen Bedürfnissen und den Wünschen des Besitzers versorgt werden. „Egal, ob eine Runde Schwimmen oder Laufen auf der Donauinsel, der Besuch beim Tierarzt oder eine Beauty-Session im Hundesalon – wir kümmern uns verlässlich darum“, erklärt Nagelreiter, die als Sonderleistung die Vollzeitbetreuung von Hunden mit Familienanschluss anbietet: „Da dieser Service sehr beliebt ist, sind die wenige Plätze vor allem in der Urlaubszeit schnell vergeben“.

Katze allein zu Haus
Natürlich müssen auch Stubentiger während einer längeren Abwesenheit ihrer „Dosenöffner“ nicht unversorgt daheim bleiben. Die schnurrenden Strohwitwer werden von erfahrenen Catsittern auf Abruf in ihrer vertrauten Umgebung gefüttert und gestreichelt. Wobei die guten Geister bei den Hausbesuchen nebenbei auch noch für saubere Katzentoiletten, leere Briefkästen oder durstige Balkonpflanzen sorgen. Individuelle Pflege hat eben auch bei den Samtpfoten höchste Priorität, wie Nagelreiter betont: „Bei einem kostenlosen Beschnupperungstermin mit dem Katzensitter werden alle Geheimnisse und Vorlieben des Lieblings genau besprochen, damit er nicht allzu sehr unter der Abwesenheit des Herrchens oder Frauchens leiden muss.“

Urlaub ohne Trennungsschmerz
Wenn der geliebte Hund nicht in den Urlaub mitkommen kann, bleibt zudem die Möglichkeit, den Vierbeiner in einer Hundepension unterzubringen. Was für Katzen zumeist extremen Stress bedeuten würde, kann für Bella, Rooksy & Co eine durchaus positive Erfahrung werden. Vor allem, wenn die betreuten Vierbeiner ihre arttypischen Bedürfnisse ausleben dürfen.

„Alle Hunde werden bei uns gemäß ihrem Charakter und ihren Neigungen individuell betreut“, erklärt Tierärztin Simone Oltersdorff-Kalettka, die gemeinsam mit Biologin Birgit Reuter die Tierpension Susi & Strolch nahe Wien führt. „Jeder Hund hat viermal täglich Auslauf, entweder in kleinen Gruppen mit anderen Hunden oder auch einzeln, wenn dies notwendig ist.“ Die vierbeinigen Pensionsgäste können in natürlichen Auslaufgehegen spielen und toben, nach Leckerlis suchen oder allerlei Interessantes erschnuppern. Reuter: „In den Zeiten zwischen den Ausläufen ruhen die Hunde meist in ihren Zimmern. Auch dort gibt es Leckeres zum Kauen, Activity-Bälle, Auspackpakete oder spezielle Holzspiele.“ Die hellen und freundlichen Hundezimmer in verschiedenen Größen können für gesellige Hunde zu Doppel- und Dreifachzimmern erweitert werden. „Diese Entscheidung treffen wir immer erst dann, wenn wir den Hund näher kennengelernt haben“, erzählen die „Hundetanten“. Manch Vierbeiner hat hier schon gelernt, wie man Futter auch zusammen suchen und tolle Spielkameraden finden kann.

Check-in in der Hundepension
Damit sich der ansonsten treue Begleiter auf die Zeit ohne Herrl oder Frauchen einstellen kann, sollte der Hund die Möglichkeit haben, sein vorübergehend neues Zuhause vorab kennenzulernen. „Wir raten dazu, uns mindestens einmal zu besuchen, bevor der Hund bei uns bleibt“, empfiehlt Oltersdorff-Kalettka. „Zudem sollten wir über Besonderheiten wie z.B. Verhaltensauffällligkeiten, spezielle Ängste oder Erfahrungen oder etwaige Krankheiten des Hundes informiert sein.“ Hunde, die sehr ängstlich oder gar panisch auf eine Trennung vom Besitzer reagieren, sollten mehrmals vorbeikommen und vor einem längeren Aufenthalt möglichst einen Schnupperaufenthalt in der Tierpension verbringen. „Gut ist, wenn der Hund gelernt hat, wenigstens für ein paar Stunden allein zu sein“, so die Expertin.

Für das unkomplizierte Einchecken ins Hundehotel benötigt Heiko seine wichtigsten Accessoires: „Schlafdecke oder Korb, bzw. etwas, das nach Zuhause riecht und dem Hund verstehen hilft, wo jetzt sein Platz sein soll. Weiters Impfpass, Leine, Brustgeschirr und, falls vorhanden, Beißkorb.“ Nach dem Abschied vom Besitzer, der am besten schnell und möglichst unauffällig erfolgen sollte, geht‘s dann erst mal in den Auslauf, wo es so viel Interessantes zu riechen gibt, dass man Herrli und Frauli leichter vergessen kann. Möglicherweise trifft der Neuankömmling dort bereits auf nette Artgenossen. Und wenn man dann schön müde ist von den vielen neuen Eindrücken, folgt der Rückzug ins Zimmer für Leckereien und ein erstes Nickerchen. Bis es dann wieder hinausgeht ... ins nächste Abenteuer.

Rundum-Betreuung für den Liebling
Nützliche Links zu Tiersittern und Hundepensionen:
  • www.hundesitter.at: Wiener Agentur (Penzing) für Haustierbetreuung – mobil oder auch mit Familienanschluss.
  • Fellis – mobiler Haustierservice in Graz, Tel: 0676/ 711 34 65

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