Donnerstag, 23. Mai 2019

Flöhe, Zecken & andere Plagegeister

Ausgabe 04/2009
Kaum steigen die Temperaturen, freuen sich nicht nur Mensch und Haustier. Auch Flöhe und Zecken erwachen zu neuem Leben. Schützen Sie Ihren Vierbeiner, denn die Folgen der Bisse können alles andere als harmlos sein.

Foto: Tijara Images - fotolia.com
Wer einen Hund liebt, muss auch seine Flöhe lieben – dieses Sprichwort sollten Sie nicht wirklich beherzigen, denn der Flohbefall hat für Tier und Mensch unangenehme und gesundheitsschädliche Folgen. Unternehmen Sie regelmäßig etwas dagegen. „Eine der wichtigsten Ursachen der bei Hunden und Katzen sehr häufigen Hautprobleme ist Flohspeichelallergie“, nennt Tierarzt Rainer Giebl aus Pressbaum einen triftigen Grund, aktiv zu werden. Denn während viele Vierbeiner auf Flohbisse nur mit vorübergehendem Juckreiz und Kratzen reagieren, entwickeln einige eine Allergie. Von da an genügt oft der Kontakt mit einem einzigen Floh, und die Haut wird blutig gekratzt. Bakterien können dann zu eitrigen Entzündungen führen.

Das Flohproblem im Griff
Die Flohspeichelallergie muss gezielt behandelt werden. Es gilt, die Flöhe so rasch wie möglich zu beseitigen und die Beschwerden von Hund und Katze rasch zu lindern. Dazu sind juckreiz- und entzündungshemmende Medikamente nötig. Reicht das nicht aus, dann kann vielen Tieren mit einer sogenannten „Desensibilisierung“ geholfen werden.

Für die Flohbekämpfung auf dem Tier stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, die zum Teil auch gegen Zecken wirken. Bei der Auswahl ist Vorsicht geboten, wie Tierarzt Giebl erklärt: „Nicht alle Mittel werden von Hunden und Katzen gleich gut vertragen. Ein bei Hunden sehr wirksames und empfehlenswertes Flohmittel kann für Katzen sogar tödlich sein.“ Bei Flohbefall müssen auch die Wohnräume und das Auto von Flöhen befreit werden. Denn die Übertragung der Flöhe erfolgt kaum von Tier zu Tier, sondern aus der Umgebung. In Räumen sind spezielle Sprays und „Flohbomben“ sehr wirksam. Vor der Anwendung müssen Aquarien und Vögel aus dem Raum entfernt werden. Nach der vorgeschriebenen Einwirkzeit wird der Raum gut gelüftet, der Boden aufgewaschen, und Fische und Vögel wie auch Kleinkinder können wieder Einzug halten.

Doch mit einer regelmäßigen Flohbekämpfung in der „Flohsaison“ (Ende März bis Anfang November) im Abstand von 5–8 Wochen entsteht das Problem erst gar nicht. Tierarzt Giebl empfiehlt: „Kombinieren Sie die Flohbekämpfung immer wieder mit der Entwurmung. Denn Flöhe sind auch Überträger des Hundebandwurms.“

Zeckenbefall kann tödlich sein
Gleichzeitig kann und soll auch einem Zeckenbefall vorgebeugt werden. Denn Zecken übertragen Erkrankungen, die teilweise sehr schwer zu behandeln sind. Die FrühsommerMeningoenzephalitis (FSME), die für Menschen sehr bedrohlich ist, spielt bei Hunden und Katzen kaum eine Rolle. Wohl aber die Borreliose, die zu Schwäche, Teilnahmslosigkeit und auch wechselnden Lahmheiten führt. Sofern sie erkannt wird, kann die Borreliose gut mit Antibiotika behandelt werden.

Das ist ein großer Unterschied zur ebenfalls von Zecken übertragenen Babesiose. Denn Babesien, die die Leber schädigen (es kommt zu Gelbsucht und Blutarmut), sind kaum aus dem Körper der Tiere zu entfernen. „Wenn die Erkrankung ausgebrochen ist, kommt die Behandlung leider sehr oft zu spät. Mittlerweile gibt es einen Impfstoff gegen Babesiose, der aus Frankreich stammt. Man weiß aber nicht genau, wie zuverlässig er gegen die BabesienStämme wirkt, mit denen wir es hier zu tun haben“, sagt Tierarzt Giebl und empfiehlt: „Behandeln Sie Ihr Tier regelmäßig gegen Flöhe und Zecken. Damit sind Hunde und Katzen bestmöglich geschützt.“


Was tun gegen Flöhe & Zecken?
  • Dem Zecken- und Flohbefall kann mit einem einzigen Mittel vorgebeugt werden.
  • Spot-on-Präparate werden direkt auf die Nackenhaut aufgetropft (Haare scheiteln). Sie töten Flöhe und Zecken ab. Je nach Wirkstoff besteht 4 – 8 Wochen Schutz.
  • Achtung: Viele Mittel, die bei Hunden angewendet werden, sind für Katzen unverträglich!
  • Schutzbänder für Hunde und Katzen bieten z.T. einen Schutz von etwa einem halben Jahr. Sie müssen jedoch unbedingt eine Sollbruchstelle aufweisen, um Strangulationen mit dem Band zu verhindern!
  • Die Flohbekämpfung sollte wegen der Übertragung des Hundebandwurms immer wie der mit einer Wurmkur kombiniert werden.

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