Dienstag, 19. Februar 2019

Es riecht gefährlich!

Ausgabe 09/2013

Das Raumklima trägt ganz wesentlich zur Gesundheit und zum Wohlbefinden bei. Daher gilt:  Vermeiden Sie einerseits Schadstoffe und verbessern Sie andererseits die Raumluft.


Foto: Can Stock Photo Inc. - kre geg

Auch wenn uns dieser Sommer oft nach draußen gelockt hat, die meiste Zeit unseres Lebens verbringen wir Mitteleuropäer dann doch drinnen, und daher gehört der Luftqualität in Innenräumen große Bedeutung beigemessen. Bei Lösemitteln in Farben, Lacken, Klebstoffen oder Putz- und Reinigungsmitteln, Formaldehyd (farbloses Reizgas, das z. B. bei Holzspanplatten eingesetzt wird), aber etwa auch bei Weichmachern, die in diversen Bauprodukten und Materialien der Inneneinrichtung (z. B. Kunststoffe, Wandanstriche) verwendet werden, handelt es sich um Schadstoffe, die aufgrund ihrer chemischen Wirkung ungesund sind. Daneben gibt es Gerüche bzw. Stoffe, die Gerüche erzeugen, wobei nur manche davon tatsächlich ein gesundheitsschädliches Gemisch an Substanzen aufweisen (z. B. Geruch nach Lösungsmitteln, Zigaretten oder Abgasen). Allein: Der eine oder andere empfindet etwa die Beduftung durch Raumsprays oder Duftspender als störend, und manch einer reagiert darauf sogar mit Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen oder anderen unspezifischen Symptomen, ähnlich einer Reaktion auf gefährliche Schadstoffe. Dahinter steckt eine Reaktion des Organismus, die, laut Umweltanalytiker DI Peter Tappler, Leiter des Arbeitskreises „Innenraumluft" im Lebensministerium, durchaus sinnvoll ist: „Gerüche sind nicht genetisch verankert, und so lernen wir erst im Laufe des Lebens, dass etwa der Geruch von Schimmel nicht zu einem Lebensmittel passt. Manchmal wird dem Menschen aber auch eine derartige Warnsituation angezeigt, obwohl es sich gar nicht um gefährliche Schadstoffe handelt."

Sauber und richtig gebaut.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollten Schadstoffquellen möglichst vermieden werden. Baumaterialien spielen dabei eine entscheidende Rolle: Für Innenputze empfehlen sich dampfdurchlässige Materialien (z. B. Kalkputze). Ebenso können mineralische Wandcremen dazu beitragen, das Raumklima zu verbessern, und zwar indem sich darin enthaltene natürliche Mineralien mit in der Raumluft befindlichen Sauerstoff- und Wassermolekülen verbinden. Als Folge bilden sich Luftionen (elektrisch geladene Atome oder Moleküle), die sich von der Wandoberfläche lösen und Platz für noch mehr Luftionen machen – was gut ist, denn: je höher die Luftionenkonzentration, desto besser das Raumklima. Selbstverständlich hat man nicht immer Einfluss auf die Baumaterialien. Umso wichtiger ist es dann, auf schadstoffarme Einrichtungsgegenstände zu setzen. Tappler: „Unbeschichtete Holzoberflächen tragen mit Sicherheit zu einem guten Raumklima bei. Auch beim Boden sollte man sich beispielsweise für ein Parkett entscheiden, das nicht nachträglich beschichtet wurde."

Gut gelüftet.

In jedem Fall beeinflussen kann man die Lüftungssituation, womit wir beim Punkt „Raumluft positiv beeinflussen" wären: Um Energie zu sparen, machen dichte Fenster natürlich Sinn, und laut Tappler sei dies auch von der Bauordnung so vorgeschrieben. Leider gelangt dadurch mitunter zu wenig Frischluft in die Räume, daher plädiert Tappler für den Einbau einer Komfortlüftung: einer Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung. Sofern dies nicht (mehr) möglich ist, könne nachträglich ein einfaches Lüftungssystem installiert werden, bei dem Luft über einen Wärmetauscher angesaugt und wieder abgegeben wird. „Derartige Systeme sind vor allem für den Schlafraum sehr wichtig, schließlich kann man während der Nacht nicht alle zwei Stunden aufstehen, um zu lüften. Das Fenster kippen ist auch nur bedingt möglich: Manchen ist es einfach zu kalt (im Winter), andere wohnen an einer dicht befahrenen Straße", so Tappler.

 

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter

www.raumluft.org und

www.komfortlueftung.at

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