Sonntag, 21. Januar 2018

Einchecken auf vier Pfoten

Ausgabe 07-08/2010

Foto: Frank Rossbach - istockphoto.com
 Hunde sind Gesellschaftstiere, ihr Rudel ist ihr Lebensinhalt. Das gilt umso mehr für die Ferienzeit, wenn in Österreich mehr als 500.000 Hundehalter ihren Urlaub planen. Keine Frage, dass der bellende Kumpel auch diese Tage am liebsten an der Seite seines Herrchens bzw. Frauchens verbringt. Das gemeinsame Ziel: hundefreundliche Hotels, Pensionen, Ferienhäuser, Bauernhöfe und auch Campingplätze, wo Zwei- und Vierbeiner gemeinsam eine schöne Zeit verbringen können. Sogar bei Kuraufenthalten und Wellnesstagen dürfen Waldi & Co bisweilen hautnah dabei sein. Vorausgesetzt, die Gäste auf vier Pfoten wissen sich auch standesgemäß zu benehmen.

Hunde sind Spezialgäste
Damit ein Hotelaufenthalt und Restaurantbesuche stressfrei verlaufen, gilt es ein paar wichtige Regeln zu beachten. Elfriede Bukacek, Hundeexpertin und Buchautorin, hat einige Tipps für den gemeinsamen Urlaub parat: „Mit Hunden zu reisen ist selbst in der Hochsaison nicht schwierig, sofern man bereit ist, gegebenenfalls Kompromisse zu schließen. Das beginnt schon bei der Auswahl des Urlaubszieles.“ Hat man seine hundefreundliche Unterkunft gebucht, ist es ratsam, sich zu erkundigen, in welchen Räumlichkeiten der Begleiter dabei sein darf – Restaurant, Frühstücksraum, Badestrand etc.

Schmutzige Sofas, löchrige Vorhänge oder stinkende Hinterlassenschaften auf dem Teppich zählen zu den unerwünschten Begleiterscheinungen von vierbeinigen Pensionsgästen. Viele Hoteliers verbieten daher die Mitnahme von Hunden, um solche Schäden zu verhindern. Damit ihr Bello einen guten Eindruck hinterlässt, hat Elfi Bukacek eine praktische Checkliste für den vorbildlichen „Check-in“ zusammengestellt.

Extra-Service inkludiert
Einen Postboten-Simulator oder einen elektronischen Vollmond-Nachthimmel wie im Film „Das Hundehotel“ gibt es in den meisten Unterkünften (noch) nicht. Dafür aber regelmäßige Spaziergänge, mit etwas Glück Freilauf auf dem Gelände und teilweise sogar eine versierte Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Spezialangebote sind so verschieden wie die Hundehotels selbst. In einigen ist eine Benimmschule buchbar, um seinem Vierbeiner den Umgang mit Artgenossen zu erleichtern, in anderen gibt es richtige Trainingseinheiten mit Agility, Schwimmen oder anderen Hundesportarten im Paket. Selbst an Wellness für den Hund soll es nicht mangeln: In so manchen hauseigenen Beauty-Salons können Sie Ihren Liebling baden, scheren und trimmen lassen oder ihm eine ausgiebige Pfotenpflege gönnen.

Benimmregeln für unterwegs
„Natürlich ist auch in hundefreundlichen Lokalen das gute Benehmen des Hundes gefragt – vor allem, wenn mehrere Tiere anwesend sind“, so Bukacek. VIPs wie Paris Hilton und ihre an der Tafel sitzenden Chihuahuas sind hier nicht gerade ein Vorbild. In einem Restaurant gilt: Hunde an die Leine. Auch sollte „Tinker Bell“ Bedienungspersonal und Gäste nicht behindern. Zudem ist Restaurantgeschirr für den treuen Kumpel absolut tabu. Bukacek: „Um einem Hund das Betteln abzugewöhnen, ist Konsequenz gefragt. Schließlich könnten sich andere Gäste beim Anblick eines schmatzenden Hundemauls durchaus belästigt fühlen.“ Übrigens: In einem schlecht gelüfteten Lokal mit lauter Musik wird bei Ihrem Liebling keine rechte Urlaubsstimmung aufkommen.

Sightseeing in der Natur
Für den bellenden Gefährten gibt es nichts Schöneres, als gemeinsam mit seinem Rudelführer unterwegs zu sein. Baden, Spazierengehen, Wandern und auch Radfahren gehören zu den Highlights gemeinsamer Freizeitaktivitäten. Manche Hundehotels bieten für Hund & Herrl sogar geführte Wanderungen an. Im Fachgeschäft sind für Hundeführer Spezial- Bauchgurte mit flexiblen Leinen erhältlich, damit Sie z.B. zum Fotografieren beide Hände frei haben. „Bei schwierigeren Touren empfiehlt sich auch ein Brustgeschirr, das dem Hund im Notfall sicheren Halt bietet“, informiert Elfriede Bukacek. Wenn ein Beißkorb obligat ist, sollte der Hund damit unbedingt zum Temperaturausgleich hecheln können. Denn auch die schönste Route ist umsonst, wenn der treue Begleiter sie nicht genießen kann. Tipp der Expertin: „Nehmen Sie Rücksicht auf die Kondition des Hundes, und denken Sie an eine ausreichende Menge Trinkwasser.“ Für die Verpflegung gibt es leichte, faltbare (Trink-)Behälter, die auch in kleinen Rucksäcken Platz finden. Da viele Tiere die sprichwörtlichen „Hundstage“ nicht gut vertragen, ist es ratsam, im Hochsommer für den Ausflug die kühleren Morgenstunden zu wählen.


Checkliste: Bello im Hotel
Die besten Tipps für den vorbildlichen Hotelaufenthalt mit Ihrem Vierbeiner.
  • Nennen Sie bei der Hotelreservierung die Größe Ihres Hundes und eventuell seine Futtergewohnheiten (Futter und Wassernapf vorhanden?). Besprechen Sie, wo der Hund schlafen soll (Hundedecke vorhanden?).
  • Geben Sie den Hund beim Einchecken im Hotel extra an, und zeigen Sie ihn her, damit das Personal über seine Anwesenheit informiert werden kann.
  • Lassen Sie sich geeignete Plätze zum Gassigehen nennen.
  • Informieren Sie sich über Tabuzonen im Hotel sowie über Restaurants und Ausflugsziele, wo der Hund als Begleitung mit darf.
  • Nehmen Sie sicherheitshalber Gassi- Sackerln von daheim mit, um Häufchen zu entfernen.
  • Bleibt der Hund alleine im Zimmer, das Schild „Bitte nicht stören“ außen an die Zimmertüre hängen, damit ihn niemand versehentlich frei lässt.
  • Zum Reinigen der Pfoten nach Spaziergängen sollten Sie alte Handtücher von Zuhause mitnehmen. Ebenso Schutzdecken für Sofas und Polster, weil Hundehaare auch für professionelle Reinigungskräfte schwer zu entfernen sind.
  • Schließen Sie auf jeden Fall vor Urlaubsbeginn eine Versicherung für durch den Hund entstandene Schäden ab (meist Zusatz in der Haushaltsversicherung), falls Sie noch keine haben.
  • Der Hund sollte an die Anwesenheit von Artgenossen gewöhnt sein, nicht zu bellen beginnen oder auf Kontaktaufnahme aus sein.

Internet-Links für den Urlaub mit Hund:

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