Freitag, 29. Mai 2020

Der beste Freund des Menschen!?

Ausgabe 05/2010
Hundeführerschein, Kampfhundediskussion, „Sackerl fürs Gackerl“-Ständer. Die Vierbeiner sind in den Mittelpunkt medialen Interesses gerückt. Ist der Umgang mit Hunden wirklich so kompliziert? Unsere drei Gesünder-Leben-Experten beraten Sie.

Foto: Ivan Mateev - istockphoto.com
Was muss ich als (künftiger) Hundebesitzer bedenken?
Dr. Madeleine Petrovic
Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins

Hunde sind verlässliche und liebenswerte Lebensbegleiter, sie erleichtern soziale Kontakte und laden zum Spaziergängen ein. Aber: Berücksichtigen Sie auch die Bedürfnisse anderer Menschen, etwa von Müttern mit kleinen Kindern. Hunde haben am Spielplatz nichts verloren, umgekehrt wären mehr Hundeauslaufzonen auch in dicht verbauten Gebieten wünschenswert. Leinen Sie Ihren Hund im Ortsgebiet immer an, das dient Ihrer Sicherheit, der Sicherheit des Hundes und der aller anderen Verkehrsteilnehmer. Lassen Sie sich vor der Anschaffung eines Hundes unbedingt beraten – dies ist auch in den Tierschutzheimen möglich. Wählen Sie eine Hunderasse aus, die zu Ihnen und Ihrer Lebens- und Wohnsituation passt. Schaffen Sie sich nie spontan einen Hund an, etwa um Ihren Kindern eine Freude zu machen. Bedenken Sie: Tierhaltung ist aufwändig! Sie müssen sich für Ihren Hund Zeit nehmen, ihn erziehen, Futter kaufen, Tierarztrechnungen bezahlen, den Hund in den Ferien versorgen und vieles mehr.


Wie gehe ich mit dem eigenen und fremden Hunden um?
Dr. Susanne Barth-Ruth
Tierärztin in Wien-Rodaun

Der Hund stammt vom Wolf ab und ist daher ein Rudeltier. Er braucht klar definierte Grenzen, um sich sicher und wohl zu fühlen. Achten Sie bei der Erziehung des Hundes darauf, dass er innerhalb der Familie die rangniedrigste Stelle einnimmt. So soll das Hundebett unten am Boden sein, er darf nicht bei Tisch gefüttert werden und muss nach dem Besitzer durch eine Tür gehen, sonst will er die dominante Führung des Rudels übernehmen. Einen fremden Hund dürfen Sie ohne vorherige Rücksprache mit dem Besitzer nie anfassen oder streicheln. Kommt Ihnen ein Hund ohne „Herrl und Leine“ auf der Gasse entgegen, schauen Sie ihm niemals in die Augen, das deutet er als Zeichen von Angriff und Drohung und greift möglicherweise selbst an. Ignorieren Sie ihn einfach und gehen Sie ruhig vorbei. Wenn er Sie beschnuppert, lassen Sie die Hände entspannt seitlich hängen und reden Sie ganz ruhig mit dem Hund. Laufen Sie niemals weg, das löst den Jagdinstinkt des Hundes aus.


Was tue ich am besten nach einem Hundebiss?
Prim Univ.-Prof. Dr. Rudolf Schedl
Ärztlicher Leiter, Unfallkrankenhaus Wien-Meidling

Gehen Sie nach einem Hundebiss, egal wie „harmlos“ dieser erscheint, immer zum Arzt, am besten in ein Unfallkrankenhaus! Hier überprüfen wir, ob eine Tollwuterkrankung des Hundes ausgeschlossen werden kann. Beachten Sie, dass Tollwut in manchen Urlaubsländern wesentlich häufiger als bei uns vorkommt, gehen Sie also auch im Ausland nach einem Hundebiss sofort zum Arzt. Der Tetanusschutz muss ebenso überprüft werden. Überhaupt ist die Infektionsgefahr nach Hundebiss groß, auch bei vermeintlich kleinen Wunden. Zum anderen beobachten wir sehr häufig, dass die Bisswunde selbst nur sehr klein aussieht, das Gewebe darunter – etwa Muskeln, Sehnen und Bänder – aber schwer verletzt ist. Diese Verletzungen müssen unbedingt fachgerecht versorgt werden, damit es zu keinen Funktionseinschränkungen und Folgeschäden kommt. Ein Tipp zur Ersten Hilfe nach Hundebiss: Es reicht, wenn Sie die Wunde verbinden. Und dann sofort zum Arzt!

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