Montag, 23. September 2019

Bello auf großer Fahrt

Ausgabe 05/2012
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So wird der gemeinsame Urlaub für Hund und Herrl zum erholsamen Erlebnis. Plus: Was tun, wenn der beste Freund mal alleine zuhause bleiben soll?

Foto: iStockphoto - Emmanuel Hidalgo
Hunde sind Gesellschaftstiere, ihr Rudel ist ihr Lebensinhalt. Das gilt umso mehr für die Ferienzeit, wenn in Österreich rund eine halbe Million Hundehalter ihren wohlverdienten Urlaub planen. Keine Frage, dass der bellende Kumpel auch diese Tage am liebsten an der Seite seiner Zweibeiner verbringt. Egal welcher Urlaubstyp Sie sind – Ihren Hund können Sie bei einem Urlaub in Österreich immer an Ihrer Seite haben. Das gemeinsame Ziel: hundefreundliche Hotels, Pensionen, Ferienhäuser, Bauernhöfe oder auch ausgewählte Campingplätze, wo Herrl und Hund eine schöne gemeinsame Zeit verbringen können. „Sogar in so manchen Wellnessresorts dürfen Waldi & Co hautnah dabei sein. Vorausgesetzt, die Gäste auf vier Pfoten wissen sich auch standesgemäß zu benehmen“, meint Tierärztin und Verhaltensexpertin Andrea Irina Joch. 

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Adäquates Reisegepäck. Auch die Grazer Veterinärin gönnt sich alljährlich eine Auszeit vom bisweilen hektischen Alltag ihrer Ordination. Immer mit dabei: ihr Pinschermischling Nelly. Joch weiß: Eine gute Vorbereitung garantiert erholsame Tage im Feriendomizil. „Nicht nur wir Menschen nehmen das wichtigste Hab und Gut mit auf die Reise, auch unsere Hunde brauchen bestimmte Utensilien, damit sie sich auch in der Fremde wohlfühlen.“ Dazu zählen in erster Linie Hundepass, Bürsten, Halsband oder Brustgeschirr mit Leine und Namensschild, Maulkorb, Fressnapf, Kauknochen, Gassi-Sets, saubere Decken, alte Handtücher zum Saubermachen und Abtrocknen und natürlich das Lieblingsspielzeug. „Falls genügend Platz vorhanden ist, schläft Nelly natürlich gerne in seinem gewohnten Korb. Auch die Transportbox kann am Urlaubsort zur Schlafhöhle umfunktioniert werden“, erklärt der Hundeprofi. Damit der Vierbeiner auch in unbekanntem Terrain gut vor Flöhen, Stechmücken und Zecken geschützt ist, empfiehlt es sich, drei Tage vor der Abreise ein Spot-on-Präparat aufzutragen. Außerdem gibt es bei Tierärzten ein spezielles Erste-Hilfe-Set für Hunde, das neben Zeckenpinzette und Verbandsmaterial auch eine Erste-Hilfe- Anleitung enthält. So ist man auch auf Touren fernab der Zivilisation gut ausgerüstet.

Der Proviant fährt mit. Während wir Menschen zumeist gerne abwechslungsreich speisen, bevorzugen unsere Vierbeiner ihre gewohnte Hausmannskost. „Daher kommt am besten ein ausreichender Vorrat des üblichen Futters mit in den Urlaub“, rät die Expertin. Am unkompliziertesten geht das mit Trockenfutter, das auch bei hohen Temperaturen gut haltbar ist. „Man sollte bedenken, dass sich der Hund im Urlaub möglicherweise mehr bewegen wird als zuhause und daher mehr Appetit hat. Wenn er nicht abspecken muss, sollte man den Reiseproviant dementsprechend aufstocken.“ Wichtig ist auch, dass der Hund immer frisches Trinkwasser zur Verfügung hat. Jochs Tipp: „Es gibt spezielle zusammenklappbare Wassergefäße für Hunde, die auf der Fahrt und bei längeren Ausflügen gute Dienste leisten.“ Für den Tag des Aufbruchs in den Urlaub gilt: „Hunde reisen nicht gerne mit vollem Magen. Mein Rat: Bereits am Vortag weniger füttern und eine längere Gassirunde absolvieren, bevor man gemeinsam ins Auto steigt.“  Wenn Ihr treuer Begleiter öfters unter Reiseübelkeit leidet, sollten Sie sich rechtzeitig bei Ihrem Tierarzt über wirksame Hausmittel oder Medikamente informieren, damit unliebsame Überraschungen am Weg ausbleiben.

Wanderlust mit Maß und Ziel. Für den bellenden Vierbeiner gibt es nichts Schöneres, als mit seinem Rudelführer „Neuland“ zu erkunden. Baden, Spazierengehen, Wandern und auch Radfahren gehören zu den Highlights gemeinsamer Freizeitaktivitäten. Manche Hundehotels bieten sogar geführte Wanderungen an. Wer dafür gut ausgerüstet sein möchte, kann im Fachgeschäft nach speziellen Accessoires für Hundeführer fragen: Hier sind z. B. Bauchgurte mit flexiblen Leinen erhältlich, damit man u. a. zum Fotografieren oder Fahrradfahren beide Hände frei hat. „Bei schwierigeren Touren empfiehlt sich ein Brustgeschirr, das dem Hund in unwegsamerem Gelände sicheren Halt bietet“, informiert Joch. Wenn ein Beißkorb notwendig ist, sollte der Hund damit unbedingt zum Temperaturausgleich hecheln können. Denn auch die schönste Route macht keinen Spaß, wenn der treue Begleiter sie nicht genießen kann. Tipp der Expertin: „Beachten Sie die Kondition des Hundes und nehmen Sie für ihn Trinkwasser mit.“ Die Ausdauer kann gemeinsam in den Wochen vor dem Urlaubsantritt gesteigert werden. Da viele Tiere heiße „Hundstage“ nicht gut vertragen, ist es ratsam, im Hochsommer für längere Ausflüge die kühleren Morgenstunden zu wählen. Welpen und ältere Hunde mit Handicaps wie Gelenks- oder Herzerkrankungen sind keine Langstreckenläufer. Mit ihnen sollte man kürzer, aber dafür öfter ins Grüne.

Sightseeing auf zwei Rädern. Viele Unterkünfte stellen Leihräder für Ausflüge in die nähere Umgebung zur Verfügung. Wenn Hunde vom Jugendalter daran gewöhnt werden, neben dem Rad herzulaufen, steht auch hier einer Unternehmung nichts im Wege. „Große Hunde laufen angeleint rechts neben dem Rad an der dem Verkehr abgewandten Seite“, so Joch. Spezielle „Abstandhalter“ haben eine eingebaute Feder, die abrupte Bewegungen des Hundes bis zu einem gewissen Grad ausgleichen können, damit der Radler nicht zu Sturz kommt. Auch beim Radeln sollte der vierbeinige Begleiter nicht überfordert werden und ein für den Hund gemütliches Tempo gewählt werden: „Wird der Hund langsamer oder lustlos, wird am besten sofort eine Pause eingelegt und Flüssigkeit getankt. Generell empfehle ich auch bei sportlichen Hunden spätestens alle 30 Minuten eine Pause, zum Ausruhen, Schnüffeln und sich lösen.“ Ausflüge auf weichen Wiesen- und Waldwegen – abseits von stinkenden Autoabgasen – schonen Bellos Atemwege und seine Pfoten und Gelenke. Eine sichere Alternative sind spezielle Fahrradanhänger für Hunde, in denen sich Bello auch ausruhen kann. Kleinere Weggefährten genießen den Fahrtwind am besten in einem sicheren Gepäckskörbchen. Abschließender Tipp von Joch: „Untersuchen Sie die Pfoten nach jeder Landpartie auf Fremdkörper wie Glassplitter, Steinchen oder Gräserteile, um Verletzungen vorzubeugen.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Bello auf großer Fahrt
Seite 2 Urlaub mit dem Hund

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