Dienstag, 19. Februar 2019

Achtung, Schimmel!

Ausgabe 10/2012
Ob an Wänden, im Kühlschrank oder in der Obstschüssel: Bei Schimmel ist Gefahr in Verzug und rasches Handeln angesagt.

Foto: Can Stock Photo Inc. - janka3147
Manch ein Käse wird erst durch den Schimmel eine richtige Delikatesse. Davon ist hier aber – leider – nicht die Rede. Vielmehr geht es um jene Schimmelpilze, die giftige sowie extrem stabile Stoffwechselprodukte (Mykotoxine) bilden und mitunter schwerwiegende Gesundheitsprobleme nach sich ziehen: So kann es zu Vergiftungen der Leber, der Nieren, Schädigungen des Nervensystems, der Haut sowie der Schleimhäute oder zu einer Schwächung des Immunsystems kommen. Diskutiert wird ferner, ob einige dieser Pilze die DNA schädigen und sogar krebserzeugende Eigenschaften aufweisen.

Ab in den Müll. Gerade bei Nahrungsmitteln herrscht immer noch die Meinung vor, man müsse nur den sichtbaren Schimmelrasen beseitigen. Doch: Dem ist nicht so, denn beim obersten Teil handelt es sich nur um die Sporenträger bzw. Vermehrungsorgane, unter denen der lebende Schimmelpilz das Myzel bildet: lange, durchscheinende Fäden, die bereits tief in das Lebensmittel eingedrungen sind. Dort ernährt sich der Pilz von den vorhandenen Nährstoffen und scheidet im Gegenzug besagte Stoffwechselprodukte aus. Diese sind, laut der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), im besten Fall störend, im schlechtesten Fall giftig. Ein gutes Beispiel ist die Marmelade. Hält man diese gegen das Licht, ist der durchscheinende Pilzkörper unter dem sichtbaren Schimmel oft deutlich erkennbar. Die oberste Schicht „ablöffeln“ und die Marmelade erneut aufkochen macht auch keinen Sinn, da manche Schimmelpilzgifte Temperaturen von bis zu 300 °C überstehen. Daher: alles ab in den Müll!

Auf Verpackungen achten. Bei Milchprodukten bildet sich Schimmel normalerweise erst, nachdem sie geöffnet wurden und die Sporen eindringen können. Achten Sie daher beim Einkauf auf Beschädigungen und nach dem Öffnen auf die richtige Lagerung. Um doch noch auf den Edelschimmelkäse zurückzukommen: Spezielle, aber freilich ungiftige Pilzkulturen sorgen für eine weiße Oberfläche (Camembert) oder blaue Aderung (Gorgonzola). Ein grüner Pilzrasen deutet indes auf einen, wenn man so will, „unedlen“ Schimmelpilz hin. Prinzipiell gilt: Je wasserhaltiger ein Lebensmittel, desto stärker ist es im Fall der Fälle vom Myzel durchdrungen. So hält etwa eine frisch aufgeschnittene, saftige Extrawurst weniger lang als die trockene Salami am Stück. Schimmlige Wurst sollte aber sowieso im Müllkübel landen. Genauso Obst und Gemüse, wobei die AGES empfiehlt: „Findet man im Obstkorb eine verschimmelte Frucht, sollte man auch das restliche Obst wegwerfen und den Korb reinigen.“ Lag das verschimmelte Lebensmittel im Kühlschrank, gehört dieser gründlich gesäubert. Laut AGES sollte man aber nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen: Haushaltsübliche Reiniger oder Essigwasser tun den Dienst.
Unangenehmer Mitbewohner. Riecht es (auch) in den Räumen muffig, schimmlig oder säuerlich, liegen womöglich Schimmelsporen in der Luft. Wer sie dauerhaft in hoher Konzentration einatmet, riskiert Allergien, Atemwegserkrankungen oder gar Bronchialasthma. „Die Ursachenerhebung ist der erste Schritt, um Schimmel nachhaltig zu bekämpfen“, betont Benjamin Schmidt, Geschäftsführer des österreichweit tätigen Unternehmens Keimfrei. Die Gründe sind vielfältig – hohe Luftfeuchtigkeit, falsches Lüftungsverhalten oder Baurestfeuchte. „Natürlich muss die Ursache behoben werden, etwa durch Trockenlegung, Kondensatschutzmittel oder schlicht ein geändertes Lüftungsverhalten. Aber auch wenn keine Feuchtigkeitsquelle ausgemacht wird, kann der Schimmel manuell abgetötet und entfernt werden. Danach gehören die befallenen Stellen mit einer Schimmelschutzprophylaxe behandelt“, erklärt Schmidt. Nach zwei Stunden ist der Spuk vorbei.

Richtig Lüften. Vor allem im Badezimmer entsteht hohe Luftfeuchtigkeit, die so schnell wie möglich aus dem Raum entweichen muss. Reißen Sie also das Fenster auf! Außerdem gilt: Türen zu – zum Badezimmer, aber auch zu unbenutzten, kühlen Räumen. Und dann wäre da noch das Thema Dauerlüften: Ein gekipptes Fenster sorgt nicht nur für mangelnden Luftaustausch. Hingegen vermag häufiges Querlüften die Luftfeuchtigkeit zu verringern.

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