Freitag, 18. Oktober 2019

Zeigt her eure Zähne!

Ausgabe 09/2010
Strahlend lächelt, wer seine Zähne von Kindesbeinen an richtig pflegt. sagt Ihnen, worauf es ankommt.

Foto: Алексей Егоров - istockphoto.com
Wer wünscht sich nicht, ein Leben lang mit schönen, gesunden – und eigenen Zähnen lächeln zu können? Nicht jedem ist es gegeben, aber tatsächlich kann man selbst viel dazu beitragen, um seine Beißerchen auf Dauer tipptopp zu erhalten. Konsequente Mundhygiene ist dafür unerlässlich. Dabei kommt es allerdings nicht nur auf die pure Häufigkeit des Zähneputzens an, sondern auch auf die Wahl einer geeigneten Bürste und Pasta. Ebenso gehören Zahnseide und professionelle Zahnreinigung zu den unverzichtbaren Bestandteilen effektiver Mundhygiene, doch beginnen wir einmal mit dem richtigen Zähneputzen.

2 x täglich 3 Minuten
„Eine dreimütige Putzzeit zweimal täglich mindestens eine Viertelstunde nach dem Essen ist die Empfehlung, die wir Experten allen ans Herz legen“, sagt der Wiener Zahnarzt Dr. Peter Jordan. Die Viertelstunde „Abwartezeit“ ist übrigens deshalb wichtig, weil Zucker und Säuren (z.B. in Salaten mit Essigdressing, Soft- oder Fruchtdrinks, Obst) den Zahnschmelz für kurze Zeit aufweichen und das Putzen so zu leichten Schäden führen könnte. Günstig ist auch, nach dem Essen und vor dem Zähneputzen gründlich mit Wasser zu spülen, denn – so Spezialist Jordan: „So werden auch frische Speisereste entfernt und Säuren neutralisiert.“

Der Putzvorgang
Das Putzen selbst erfolgt dann am besten nach einem fixen Schema. Ein Beispiel ist das „außen-innen-Mitte-rechts-nach-links-Schema“:
  • Zunächst werden alle Außenflächen der Zähne, angefangen am Oberkiefer rechts hinten über vorn nach links hinten, geputzt.
  • Danach wird mit dem Unterkiefer genauso verfahren.
  • Nach der gleichen Systematik werden als Nächstes die Innenflächen der Zähne und als Letztes die Kauflächen gereinigt.
Während des Putzens soll die Bürste nicht zu fest an die Zähne gedrückt werden, da sie sonst Zahnfleisch und Zahnhälse schädigen kann. Zum Entfernen der weichen Plaque reicht leichter Druck bereits aus.

Die Borsten setzen in einem 45-Grad- Winkel am Zahnfleischrand auf. Zunächst wird die Bürste lediglich leicht gerüttelt und dabei nicht von der Stelle bewegt, um den Zahnbelag anzulockern. Danach wird „von Rot nach Weiß“, also vom Zahnfleisch weg, „gewischt“. Durch systematisches Vorgehen vergisst man keine der Zahnflächen: zuerst Außenflächen, danach Innenflächen, zuletzt Kauflächen.

Elektrisch oder von Hand?
Immer wieder scheiden sich die Geister, ob nun elektrische oder Handzahnbürsten besser sind. Zahnarzt Jordan empfiehlt die elektrische Variante: „Mit der Hand ist man ungenauer und drückt oft auf einer Seite viel stärker auf als auf der anderen. Das alles vermeidet die elektrische Bürste, denn diese braucht man praktisch nur ,hinhalten‘ und sie erledigt alles professionell wie von alleine.“

Die neueste Entwicklung sind Ultraschallzahnbürsten, die im Hochfrequenzbereich arbeiten: Da wird das Zahnfleisch optimal massiert, die Zwischenräume werden besonders gut gerüttelt, und man kann auch die Zahnzwischenräume reinigen. Wechseln sollte man die Zahnbürste übrigens nicht unbedingt, wie oft kolportiert, alle vier Wochen, sondern dann, wenn die eingefärbten Borsten ihre Farbe zu verlieren beginnen, verbogen sind oder wenn einzelne Borsten abstehen. Denn jeder geht mit seiner Zahnbürste anders um, das Intervall ist darum individuell unterschiedlich.

Die richtige Zahnpasta
An Zahnpasten gibt es ein wahrlich unüberschaubares Angebot, aber im Prinzip lassen sie sich in drei Gruppen einteilen: normale, sensitive und Zahnweißpasten. Jordan rät zu Ersteren. Sie enthalten genügend wichtiges Fluorid und haben normal große Putzkörper. „Wer empfindliche Zahnhälse hat, sollte aber zu einer Sensitivpaste greifen, denn diese haben wesentlich kleinere, ganz feine Putzkörper und schädigen so die ohnehin schon angegriffenen Zahnhälse nicht noch mehr.“ Von den im Trend liegenden Zahnweißpasten rät der Experte hingegen ab: „Der Abriebfaktor durch deren aggressive Putzkörper ist da enorm, und das schädigt den Zahnschmelz.“

Zahnseide & Co
Stellt sich weiters die Frage, welche Hilfsmittel sich am besten eignen, um die Problemzone Zahnzwischenräume zu reinigen. Auch hier hat unser Experte eine eindeutige Empfehlung: „Nur mit der Zahnseide können auch die Zahnzwischenräume gesäubert werden, die für die Zahnbürste nicht erreichbar sind. Kein anderes Hilfsmittel kann Zahnseide ersetzen, ihr Gebrauch kann lediglich durch Mundduschen, Mundwässer etc. ergänzt werden.“ Zu Zahnzwischenraumbürstchen rät Jordan nur dort, wo größere Zahnzwischenräume vorhanden sind oder wenn sich unter einer Brücke etwas „verkeilt“ hat.

Was Zahnpflegekaugummis für die Pflege zwischendurch betrifft, so gibt es Studien, die belegen, dass dadurch tatsächlich seltener Karies entsteht. Jordan: „Durch das Kauen wird der Speichel angeregt, umfließt daher die Zähne, spült ein wenig den Belag weg und neutralisiert die Säuren. Zu viel Kaugummi kauen ist jedoch wiederum schädlich für die Kauflächen, die dadurch abgerieben werden, und der so wichtige Zahnschmelz geht verloren.“

Professionelle Zahnreinigung
Was noch ganz wichtig ist für die perfekte Pflege Ihrer Zähne, ist die professionelle Mundreinigung beim Zahnarzt, die ausschließlich von einer erfahrenen und ausgebildeten Prophylaxeassistentin durchgeführt werden darf. „Dabei wird Zahnstein entfernt, die Zähne bis in die hintersten Winkel gesäubert, die Zahnzwischenräume gereinigt, und anschließend wird die Zahnoberfläche glatt poliert, was die Zähne vor weiteren Angriffen schützt“, so Dr. Jordan, der diese Maßnahme optimalerweise zweimal jährlich empfiehlt.

Parodontitis – so schützen Sie sich
Die Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparats auf Basis einer Zahnfleischentzündung) ist in manchen Fällen genetisch bedingt, dennoch: Wer zweimal im Jahr zur professionellen Mundhygiene geht, sich gesund ernährt und seine Zähne konsequent pflegt, hat gute Chancen, der Krankheit zu entgehen. Wer schon unter schwerer Parodontitis leidet, kann vom Zahnarzt spezielle Mundspülungen, Salben und in besonders krassen Fällen ein Antibiotikum verschrieben bekommen, um die gefährlichen Bakterien effektiv zu bekämpfen. Denn kranke Zähne machen krank – Entzündungen im Mundraum erhöhen u.a. das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

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