Zeigt her eure Füße und Hände!

Ausgabe 2018.05

Füße und Hände sind die Stiefkinder der Pflege. Und verraten deshalb nur allzu oft unser wahres Alter. GESÜNDER LEBEN verrät in zehn Punkten, warum und wie Sie Hände und Füße richtig pflegen - und so richtig sommerfit machen.


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Die Haut an den Händen und Füßen hat besondere Pflege nämlich mehr als nötig. Grund dafür ist unter anderem ihre spärliche Ausstattung mit schützenden Talgdrüsen, die die Haut üblicherweise auf natürlichem Wege mit Fett versorgen und geschmeidig halten. Die im Gegensatz dazu üppige Anzahl von Schweißdrüsen sorgt zwar für eine höhere Befeuchtung dieser Hautareale, die fehlende Schutzfunktion des Hautfetts kann hierdurch aber nicht ersetzt werden. Sogar das Gegenteil ist der Fall. Das im Schweiß enthaltene Salz trocknet sensible Haut zusätzlich aus. Was das bewirkt, weiß jeder und will niemand, nämlich trockene Haut, die schnell faltig und fahl wirkt und damit sogar älter und schlaffer aussieht, als sie eigentlich ist. Kommt noch hinzu, dass die Hände oder Füße einem übermäßigen Kontakt zu Wasser und Seife ausgesetzt sind, reagiert die Haut schnell gereizt, schuppig oder mit unangenehmem Jucken. Bei den Füßen kommt außerdem der geringe Kontakt zu frischer Luft oder das Reiben von Schuhen hinzu. Hand- und Fußpflege ist daher eine regelmäßige Pflicht! GESÜNDER LEBEN verrät, was Sie dabei unbedingt beachten sollten.

10 Dos and Don’ts der Hand- und Fußpflege

Verhornung vorbeugen
1. Durch die natürliche Trockenheit neigen Hände und Füße zur schnelleren Verhornung. Werden Hautschuppen nicht regelmäßig und sanft entfernt, entsteht ein Teufelskreis: Die trockenen Horn- und Hautschichten werden immer dicker. So wird verhindert, dass Sauerstoff an die darunter liegenden  jungen Hautzellen gerät, und damit verlangsamen sich Regenerations- und Wachstumsprozesse. Junge, weiche und schöne Haut wird also immer spärlicher nachgebildet, während die Verhornungen extremer werden und die Haut um Jahre älter wirken lassen. Das vorsichtige Abtragen durch Peelings (an den Händen) und zarter Bimsstein (an den Füßen) sind daher eine regelmäßige Pflicht.

Anti-Aging-Tipp: Arbeiten Sie mit Peelings lieber öfter und vorsichtig als zu intensiv und selten. Zwei Rubbelkuren pro Woche sind ideal. Wer nämlich zu hart vorgeht, (z. B. durch zu aggressive Peelings, zu grobe Bimssteine oder Metallfeilen) riskiert, dass von der Haut zu viel Oberfläche abgetragen wird. Damit verliert die Haut ihre natürliche Schutzbarriere und produziert infolgedessen noch mehr Hautschuppen und Horn.


Nährstoffe zuführen
Fett und Feuchtigkeit im richtigen Verhältnis
2. Die spärlichen Talgdrüsen an Händen und Füßen machen eine Versorgung der Haut mit Fett und Feuchtigkeit von außen unerlässlich. Dabei gilt es, unbedingt auf einen ausgewogenen Mix dieser Nährstoffe zu achten. Nur bei einer perfekten Dosierung von Fett und Feuchtigkeit entsteht eine schützende Nährschicht auf der Hautoberfläche, die diese geschmeidig hält und die in der Haut gespeicherte Feuchtigkeit am Verdunsten hindert. Spezielle Hand- und Fußcremes sind auf diese Bedürfnisse ausgelegt und arbeiten mit ausgewogenen Pflegemischungen. Doch sind solche Spezialcremes deshalb noch längst nicht die einzige Pflegemöglichkeit. Auch in Eigenregie lässt sich mit simplen Hausmitteln eine umfängliche Hautpflege für Hände und Füße bewerkstelligen. Befeuchten Sie die Haut der Hände und Füße dafür mit einer dünnen Schicht Wasser oder Kamillentee (er enthält beruhigende Pflanzenstoffe) und reiben Sie die noch feuchte Haut anschließend mit einem reichhaltigen Öl (z. B. Mandel-, Kokos- oder Avocadoöl) ein. Durch den leichten Massageeffekt verbinden sich Wasser und Öl zu einem kosmetischen Power-Duo, das selbst ausgelaugte Haut wieder streichelzart macht und die Zellen derart mit Feuchtigkeit versorgt, dass der Teint aufgepolstert, straff und gleich etwas frischer wirkt.



UV-Strahlung
der größte Aging-Faktor für Hände und Fußrücken
3. Die Haut der Hände und Füße ist nicht nur wegen ihrer geringen Talgdrüsen ein echtes Pflege-Sensibelchen, hinzu kommt, dass sie zu jenen Hautarealen (wie z. B. auch Stirn und Dekolleté) gehört, die Dermatologen als sogenannte Sonnenstraßen bezeichnen. Gemeint sind jene Areale, die aufgrund ihrer anatomisch waagrechten Ausrichtung sowie oft mangelnder Bedeckung durch Kleidung der Sonnenstrahlung in direkter Weise ausgesetzt sind. Und das sieht man. Unregelmäßige Pigmentmale – oder Altersflecken, wie böse Zungen sie nennen – sind die unschönen Spuren der strahlenden Himmelsmacht. Wer auf solche Zeugen der Zeit gern verzichten kann, beugt durch regelmäßigen – und zwar idealerweise täglichen – UV-Schutz vor. Nehmen Sie diesen Rat nicht auf die leichte Schulter. UV-Schutz ist tatsächlich der ausschlaggebendste und dabei am besten beeinflussbare Aging-Faktor der Haut. Vorsicht ist hier besser als Nachsicht. Und zwar auch aus gesundheitlichen Gründen.


Gezielte Pflege
gegen Altersflecken
4. Und was ist zu tun, wenn die ungeliebten Altersflecken bereits entstanden sind? Als Erstes: nicht verzagen. Und dann: Pflegen, was das Zeug hält. Und zwar mit sogenannten Radiance-Pflegen. Das sind Produkte, die mit einer hohen Dosierung an Vitamin C und anderen Wirkstoffen, wie z. B. Maulbeerextrakt, arbeiten, um gezielt auf die Farbstoffansammlungen im Hautgewebe zu wirken. Bis zu einem gewissen Maß sind die Wirkstoffe nämlich fähig, die Farbstoffansammlungen zu zersetzen und die Farbpartikel im Gewebe zu zerstreuen. So verschwinden die Verfärbungen zwar nicht komplett; wirken aber über die Dauer der Anwendung immer heller.


Seife & Wasser
übermäßigen Kontakt vermeiden
5. Die wichtigste Regel für vital, jung und wohlig wirkende Haut lautet: Wasserkontakt so gut es geht vermeiden. Denn zu viel nass macht trocken. Vor allem heißes Wasser führt in den Poren dazu, dass schützende Hautfette ausgeschwemmt werden und gespeicherte Feuchtigkeit ungehindert verdunsten kann. Die Folgen kennt jeder: Es spannt. Es juckt. Und aussehen tut es so, wie es sich anfühlt: rau, fahl und trocken. Noch schlimmer ist es nur noch, wenn Seife – oder sogar Spül- und Putzmittel – im Spiel waren. Danach beginnen sogar die Nägel zu streiken und werden porös und brüchig. Wer seiner Haut dieses Leid ersparen will, hat zwei Möglichkeiten: Nie wieder abwaschen. Oder wenigstens die Haut so gut es geht zu schützen. Lässt sich der Kontakt zu Wasser nicht vermeiden, drosselt man wenigstens die Temperatur in einen lauwarmen Bereich und trägt schützende Handschuhe. Wer konsequent auf einen solchen Schutz achtet, wird erstaunt sein, wie viel frischer die Haut aussieht!


Pflegende Bäder
Abtauchen für die Schönheit
6. Zwar hat der Kontakt zu Wasser grundsätzlich eine eher austrocknende Wirkung auf die sensible Haut der Hände und Füße. Dennoch gehört es zu einem gewissenhaften Pflegprogramm dazu, diese Hautstellen regelmäßig zu baden. Die fein abgestimmten Badezusätze von Hand- und Fußbädern nützen zunächst die aufweichende Wirkung warmen Wassers, um anschließend durch die geöffneten Poren einen Pflegemix aus Fett und Feuchtigkeit bis in die Tiefe der Haut zu schleusen.

Extra-Tipp: Wer keine fixfertigen Badezusätze kaufen möchte, kann auch selbst ein pflegendes Hand- und Fußbad herstellen. Dafür tauchen Sie die Pflegemimosen einfach in eine Schale mit warmer Milch und ein paar Spritzern Mandelöl. Milch ist durch ihren hautähnlichen pH-Wert und den hohen Fettanteil besonders pflegend. In jedem Fall gilt: Achten Sie auf die Zeit. Pflegebäder wirken nur dann nährend, wenn sie nicht zu lange dauern. Wer länger als zehn Minuten abtaucht, riskiert, dass das Wasser die pflegenden Milchproteine oder aber die Pflegstoffe der kommerziellen Badezusätze wieder aus der Haut herausspült.


Aufpolstern
Aufbau von Innen
7. Älter werdende Haut neigt zum Verlust von Elastizität und aufpolsterndem Unterhautfettgewebe. An den Händen und Füßen ist dieser Verlauf besonders deutlich (sogar noch extremer als im Gesicht) zu erkennen, weil es hier ohnehin nur eine geringe Fettschicht gibt, die optisch ausgleichend wirkt. Die Folgen: eine knöchrige und abgeschlaffte Optik, die anscheinend nicht mal durch den schönsten Ring oder buntesten Nagellack aufgemuntert werden kann. Dafür hilft aber etwas anderes, nämlich Feuchtigkeit – in Kombination mit dem Wirkstoff Hyaluron. Hyaluron ist in den meisten Anti-Aging-Cremes und Masken enthalten. Es ist eine natürlich vorkommende Säure, die wie ein Schwamm wirkt. Sie kann das Zehnfache an Wasser aufnehmen und für eine gewisse Dauer binden. Unterfüttert mit solchen kleinen Wasserspeichern, sieht die Haut darüber sofort wieder praller, frischer und fröhlicher aus. Allerdings kann die beste Hyaluroncreme nur dann wirken, wenn sie genug Feuchtigkeit zugeführt bekommt, die sie binden kann. Und das geschieht am besten sowohl von außen (z. B. durch pflegende Thermalsprays, mit denen man hin und wieder die Haut benebelt) als vor allem auch von innen. Mindestens ein bis zwei Liter Wasser sollte jeder über den Tag verteilt trinken; man kann es nicht oft genug sagen.



Mikrozirkulation anregen
Sport für die Haut
8. Wer jung aussehen will, muss in Schwung bleiben. Und genau das gilt auch für die Haut an Händen und Füßen. Je aktiver die Mikrozirkulation in der Haut, also der Fluss von Blut und Gewebeflüssigkeit, ist, desto besser können die Zellen mit Sauer- und Nährstoffen versorgt werden und desto aktiver ist die körpereigene Abwehr und Regeneration. Und das sieht man: Eine gut durchblutete Haut wirkt frisch und rosig. Matt und grau wirkende Finger oder Zehen sind Schnee von gestern. Vorausgesetzt, man sorgt mit regelmäßige Massagen für die nötige Durchblutung. Einfach jeden Morgen und Abend ein paar Minuten die Füße und Hände massieren – und bereits nach wenigen Tagen fühlt und sieht man einen belebenden Effekt. Oder noch besser: Gönnen Sie sich hin und wieder eine kleine Luxus-Massage bei einer Profi-Mani- und Pediküre. Das entspannt nicht nur die Haut, sondern auch die Seele.

Nagelhaut & Nägel
die Visitenkarte der Pflege
9. Ausschlaggebend für die Optik der Hände und Füße sind auch die Nägel. Und an denen hinterlassen tägliche Belastungen ihre Spuren. Hinzu kommt, dass die abnehmende Regenerationsfähigkeit und ein natürlicher Feuchtigkeitsverlust die Haut an den Nägeln im Laufe der Jahre rauer und schlapper werden lassen. Dadurch, dass die Elastizität abnimmt, wird der Nagel immer weniger straff ummantelt und wirkt im Laufe der Zeit breiter und unförmiger. Gänzlich aufhalten lässt sich diese Entwicklung nicht, aber immerhin optisch mildern. Dafür muss der Haut um den Nagel regelmäßig schützendes Fett zugeführt werden. Vor dem Schlafen kann dafür beispielsweise nährendes Öl einmassiert werden. Und für den Pflegekick zwischendurch hilft ein kleiner Trick: Einfach hin und wieder mit einem Lippenpflegestift die Haut um den Nagel einreiben. Die Nägel selbst werden mit der Zeit ebenfalls auf natürliche Weise trockener, stumpfer und neigen oft zu gelblichen Verfärbungen. Was hier hilft: Frischen Zitronensaft auf die Nägel tropfen und in der Sonne trocknen lassen. Anschließend die Nageloberfläche mit einer Polierfeile glätten und mit einem winzigen Klecks Melkfett massieren. Und schon ist der alte Glanz zurück.


Optisch tricksen
schöner schummeln ist erlaubt
10. Kosmetische Tricks sind die Geheimwaffen einer umfänglichen Anti-Aging-Strategie. Für eine Express-Verjüngungskur genügt es, mit einem großen, weichen Pinsel etwas Bronzing Powder auf Fuß- und Handrücken zu tupfen. Solche Sonnenpuder verleihen der Haut umgehend einen gleichmäßigen, sonnigen und gesunden Teint, in dem eventuelle Pigmentflecken, Fältchen und Co nicht mehr groß auffallen. Außerdem enthalten die meisten Sonnenpuder winzig kleine Glitzerpartikel, die einfallendes Tageslicht reflektieren und so ganz geschickt von optischen Unregelmäßigkeiten ablenken.

Ein Trick mit Sofort-Effekt: Setzen Sie gezielte Glanzpunkte, die der Haut eine optische Frische verleihen wie nach einer entspannenden Mani- oder Pediküre. Dafür gibt man einfach einen winzig kleinen Klecks Vaseline auf den Hand- oder Fußrücken sowie auf die knöchernen Gelenkserhebungen und massiert diesen leicht ein. Raue Stellen wirken im Nu wieder satt und gepflegt, die Haut schimmert zufrieden und das Gemüt tut es damit automatisch auch.

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