Mittwoch, 18. September 2019

Zecken – die unsichtbare Gefahr

Ausgabe 03/2013

Welche Krankheiten die Blutsauger auf den Menschen übertragen können und wie man sich vor ihnen schützt.


Foto: Can Stock Photo Inc. - deepspacedave

Gras und Sträucher sind ihre bevorzugten Aufenthaltsorte. Spätestens ab März lauern sie in Bodennähe auf ihre Opfer. Dabei sind Zecken nicht sehr wählerisch: Egal, ob Mensch, Hund, Maus oder Vogel – Hauptsache, sie versprechen eine leckere Blutmahlzeit.

Spinnentiere mit Infektionsgefahr. Weltweit sind rund 850 Zeckenarten bekannt, in unseren Breiten gelten acht Vertreter – darunter der gemeine Holzbock und die braune Hundzecke – als potenzielle Überträger verschiedenster Krankheitserreger. „Am bekanntesten ist wohl das FSME-Virus, am häufigsten ist die Borreliose als bakterielle Infektion“, erklärt Prof. DDr. Martin Haditsch, Facharzt für Infektiologie und Tropenmedizin. Borreliose zeigt sich häufig durch einen roten Fleck an der Bissstelle, der sogenannten Wanderröte, so der Mediziner: „Je früher man damit zum Arzt geht, desto höher sind die Heilungschancen durch den gezielten Einsatz wirksamer Antibiotika.“ Mögliche weitere Symptome sind geschwollene Lymphknoten, grippeartige Beschwerden und Schwellungen an den großen Gelenken. Aber auch das Zentralnervensystem, die Augen, der Herzmuskel und andere Organe können betroffen sein.

FSME kann tödlich enden. 2011 erkrankten in Österreich 113 Menschen an der Frühsommer-Meningoenzephalitis – einer Gehirnhautentzündung, die auf das hauptsächlich durch Zecken übertragene FSME-Virus zurückzuführen ist. „Das sind laut Statistik um 50 Erkrankungen mehr als im Jahr davor“, so der Facharzt. „Vier Menschen starben 2011 daran.“ Darunter ein fünfjähriges Kind, das tragischerweise mit zwei Teilimpfungenkeinen vollständigen Impfschutz hatte. 2012 waren es hingegen nur 52 Erkrankungen. Eine FSME-Erkrankung zeigt sich durch grippeähnliche Beschwerden mit Abgeschlagenheit, Fieber und Kopfschmerzen. Nach einem beschwerdefreien Intervall beginnt die zweite Phase mit wiederkehrendem Fieber. Haditsch: „Es kommt zu Entzündungen des Gehirns und/oder der Gehirnhäute, auch das Rückenmark kann angegriffen werden.“ Laut den langjährigen Erfahrungen erholt sich nur einer von fünf Patienten vollständig von einer Gehirnhautentzündung nach einer FSME-Infektion. Der Appell des Experten: „Nur die Impfung schützt vor einer FSME-Infektion und damit vor schweren Langzeitschäden.“ Die alljährliche Impfkampagne mit vergünstigten Impfstoffen geht noch bis 31. Juli.

Schutz vor Angriffen. Da die Spinnentiere mittlerweile auch in öffentlichen Parks oder im Garten vor der Tür heimisch sind, ist ein 100%iger Schutz vor einem Biss kaum möglich. „Auch unsere Haustiere können Zecken nach Hause bringen, die dann dort bisweilen unbemerkt auf den Menschen wechseln“, so Haditsch. Wer sich vor einem Zeckenbiss schützen möchte, kann den Aufenthalt in Risikogebieten meiden oder imprägnierte geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln, langen Hosen und Socken tragen: „Zecken können sich in nicht -imprägnierter Kleidung verstecken und dann bei nächster Gelegenheit zubeißen“, erklärt der Mediziner. „Generell sollte man möglichst nach jedem Aufenthalt im Freien den ganzen Körper nach Zecken absuchen.“ Auch spezielle auf die Haut aufgebrachte Abwehrstoffe, sogenannte Repellents, können die Wahrscheinlichkeit eines Zeckenbisses reduzieren.

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-09 130x173

Aktuelles Heft 09/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 4. Oktober

 

Unsere Ausgabe 07-08/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Hand aufs Herz – wie nutzen Sie Ihr Handy?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information