Montag, 10. Dezember 2018

Wundermittel Cannabis

Ausgabe 2018.06
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Cannabis erlebt derzeit in der Medizin eine Renaissance. Die seit Jahrtausenden erprobten Substanzen des Hans können bei Krebs, neurologischen Erkrankungen, aber auch bei Tinnitus oder Allergien Wunder wirken.


Foto: iStock: anankkml-639207630

Es scheint ein regelrechter Hype zu sein: Hier eröffnet ein Hanfshop, dort weitet ein bereits bestehender sein Angebot um CBD-Tröpfchen und -Salben aus. Und im World Wide Web bieten immer mehr Online-Shops Nahrungsergänzungsmittel und andere Hanf-Produkte an. Dabei gilt es freilich, zwischen rezeptfreien Präparaten und der, wenn man so will, eigentlichen Cannabismedizin zu unterscheiden. Letztere kann auf eine jahrtausendealte Tradition zurückblicken und erfährt derzeit eine Renaissance. Der Grund: „Die Menschen wollen natürliche sowie nebenwirkungsarme Medikamente, die dennoch eine gute Wirkung haben. Und sie wollen einen engen Kontakt zu ihrem Arzt. Das alles ist in der Hanfmedizin möglich“, weiß Dr. Kurt Blaas, Arzt für Allgemeinmedizin und so etwas wie der Doyen oder zumindest einer der Vorreiter der heimischen Cannabismedizin.

Cannabis: Bei welchen Erkrankungen wirksam?

Seit über zwei Jahrzehnten setzt der Wiener Allgemeinmediziner Dr. Kurt Blaas auf Cannabis. Laut seiner „hauseigenen Statistik“ leiden rund 35 Prozent seiner Patienten an Krebs – vom Gehirntumor über Prostata- und Brustkrebs bis zu onkologischen Bluterkrankungen. Darüber hinaus kann die Behandlung mit Cannabinoiden bei folgenden Erkrankungen auf Erfolge verweisen:

  • neurologische Erkrankungen: Polyneuropathie, morbus Parkinson, multiple Sklerose, Epilepsie (immer öfter auch bei Kindern).
  • Tourette-Syndrom, ADHS, Depressionen, Fibromyalgie, Schlafstörungen
  • Drogenabhängigkeit, Alkoholentzug
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • chronisch-rheumatoide Erkrankungen
  • Tinnitus
  • Allergien

Wirkungsvolle Pflanze. Seit mehr als 20 Jahren behandelt Blaas seine Patienten mittels Cannabismedizin, die bei ihm jedoch keine exklusive Monotherapie ist, wie er betont: „Es gibt Patienten, die alleine mit Cannabinoiden auskommen, und solche, die zusätzlich schulmedizinische Medikamente brauchen – beispielsweise onkologische Patienten. Das eine schließt das andere nicht aus, vielmehr können sie sich bestens ergänzen.“ Zur Erklärung: Unter Cannabinoiden versteht man eine Gruppe von Substanzen, die im Pflanzenreich ausschließlich in Hanf auftreten. Die Cannabispflanze enthält weit über hundert unterschiedliche Cannabinoide. Im Hinblick auf die Behandlung verschiedenster Erkrankungen sind vor allem Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) zu erwähnen, die innerhalb des Hanfs wie Gegenspieler fungieren. THC hat bei höherer Dosis eine psychoaktive Wirkung. Im Gegensatz dazu zeigt CBD sogar eine antipsychogene, ja sogar antipsychotische Wirkung und ist nur in höheren Dosen „stimmungsaktiv“. Das ist auch ein Grund, warum CBD legal ist und somit von Hanfshops und anderen Anbietern vertrieben werden kann. Im Gegensatz dazu unterliegt THC dem Suchtmittelgesetz und darf somit ausschließlich von Ärzten verschrieben werden.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Wundermittel Cannabis
Seite 2 THC und CBD

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