Montag, 20. Mai 2019

Wohlbefinden durch Fußmassage

Ausgabe 05.2015

Eine Fußmassage entspannt nicht nur, sondern hat auch heilende Wirkung: Mit der Reflexzonentherapie können körperliche Erkrankungen erkannt und Beschwerden gelindert werden.


Foto: www.my-physio.at

Die Füße massieren, wenn der Nacken verspannt ist? Bei verstopften Nebenhöhlen einen sanften Druck auf die Zehen ausüben? Oder die Ferse massieren, wenn das Knie schmerzt? „Schon vor 3000 Jahren waren Füße in der asiatischen Medizin Bestandteil einer ganzheitlichen Behandlung“, erzählt Dr. Kurt Martini, Physiotherapeut und Osteopath aus Innsbruck www.my-physio.at). „Inzwischen weiß man auch in der westlichen Schulmedizin um die Bedeutung gesunder Füße und deren Wechselwirkung auf andere Funktionssysteme des Körpers, wie zum Beispiel Bewegungsapparat oder Organe.“

Reflexzonen spiegeln den Körper. Die Fußreflexzonenmassage basiert auf der Annahme, dass jedes Organ, jeder Muskel und jeder Knochen in unserem Körper über Reflexbahnen mit unseren Füßen in Wechselbeziehung steht. „Fußreflexzonen kommunizieren mit bestimmten Körperregionen“, erklärt der Experte. „Jede Zone ist einem bestimmten Organ und einem bestimmten Gewebe zugeordnet. Durch die Simulation dieser Zone kann man in einem anderen Körperorgan einen funktionsfördernden Effekt hervorrufen.“ Bei Lungenbeschwerden zum Beispiel werden die Fußballen in der Mitte massiert oder bei Kopfschmerz die „Kopfpunkte“ an den Zehen (ein Poster zum Ausschneiden mit allen Reflexzonen finden Sie auf der nächsten Seite). Martini: „Fußreflexzonenmassagen können präventiv, heilungsunterstützend oder rehabilitativ angewandt werden.“

Von Rückenschmerzen zu Allergien. Zusammengefasst ist eine Fußreflexzonenmassage bei folgenden Beschwerden zu empfehlen: Migräne und Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Verspannungen, Menstruationsbeschwerden, rheumatischen Beschwerden, Erkrankungen des peripheren Nervensystems, Schlafstörungen, Magen- und Darmbeschwerden, Allergien, Asthma sowie allgemeinen Durchblutungsstörungen. Zwar ist die Behandlung so gut wie nebenwirkungsfrei (Martini: „Manchmal kann es zu vegetativen Reaktionen wie starkem Schwitzen kommen. Diese Reaktionen sind aber erwünscht und Teil jeder Reiztherapie!“), allerdings gibt es durchaus Kontraindikationen, warnt der Experte: „Bei akuten Entzündungen, Fieber und Infektionen, operativen Erkrankungen, Risikoschwangerschaften sowie bei labilen psychischen Zuständen sollte auf eine Fußreflexzonenmassage verzichtet werden.“ Auch bei Schäden am Fuß (z. B. Pilzerkrankungen oder offenen Wunden) ist keine Therapie möglich.

So funktioniert‘s. Eine Fußreflexzonenmassage wird von Heilpraktikern, Krankengymnasten und Physiotherapeuten ausgeführt. Aber auch Ärzte, Krankenhäuser und Rehabilitationszentren (sowie nicht zuletzt Wellnesshotels!) nehmen die alternativmedizinische Therapie immer öfter in ihr Behandlungsangebot auf. „Vor der Behandlung ist ein umfassendes Patientengespräch, samt Erläuterungen zu Vorerkrankungen und aktueller Befindlichkeit, wichtig“, erklärt Martini. „Nur so kann individuell auf den Patienten eingegangen werden!“ Danach legt sich der Patient in einer entspannten Position auf eine Liege oder auf den Boden und wird mit einer Decke zugedeckt, um den Körper warm zu halten, denn „so kann man Haut-  oder Spannungsveränderungen optimal spüren.“ Bei der Massage übt der Therapeut einen kurzen, jedoch starken Druckimpuls auf der entsprechenden Stelle aus, dabei sollte eine bestimmte Reihenfolge beibehalten werden. Eine Behandlung dauert zwischen 30 und 60 Minuten. „Es stimmt nicht, dass eine Fußreflexzonenmassage schmerzhaft sein muss!“, räumt Martini mit Vorurteilen auf. „Manche Stellen können zwar wehtun, die gesamte Behandlung soll aber trotzdem als angenehm empfunden werden.“ Diese vereinzelten schmerzhaften Stellen sind wichtig, betont der Experte, da diese ein Hinweis auf Funktionsstörungen im entsprechenden Zielorgan sein können.  

Wirkungslos? Ausprobieren! Auch Martini räumt ein, dass die Wirkungsweise einer Fußreflexzonenmassage streng wissenschaftlich noch nicht bestätigt werden konnte. „In vielen Untersuchungen wurde die positive Wirkungsweise aber bereits beschrieben!“ Wie genau die Fußreflexzonenmassage erklärbar ist, das ist selbst unter Experten nicht unstrittig. Viele führen die positive Wirkung auf Meridiane, die durch die Massage aktiviert werden und somit die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen, zurück. Andere Experten sprechen davon, dass sich an den Füßen an sich bereits viele Nervenrezeptoren befinden, womit eine Massage von vornherein als wohltuend empfunden wird. Auch der menschlichen Zuneigung während der Massage wird von vielen Experten eine wichtige Rolle zugeschrieben. Selbst wenn Sie der Wirkung einer Fußreflexzonenmassage kritisch gegenüberstehen – gönnen Sie sich trotzdem eine! Denn zumindest eines ist garantiert: wohltuende Entspannung.

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