Donnerstag, 20. Februar 2020

Wenn es im Ohr pfeift ... - Die Stille kann schaden

Ausgabe 2013.12/2014.01
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Die Stille kann schaden. Der erste Schritt besteht darin, die Stille zu meiden, schließlich berichten Patienten immer wieder, dass das Klingeln im Ohr gerade dann am deutlichsten zu hören ist. Das kann durch einen Zimmerbrunnen geschehen, indem man das Fenster kippt oder mithilfe einer apparativen Versorgung im Rahmen der TRT. „Hörgeräte oder Noiser bauen eine Geräuschkulisse auf, die den Tinnitus nicht übertönt, sondern dazu führen, dass er seinen Alarmcharakter verliert“, so Schmid. Das Ziel besteht darin, dass das Gehirn das Geräusch nicht mehr als störend empfindet.

Wahrnehmung verändern. Das Gerät allein macht jedoch keinen Sinn. Vielmehr brauche es ein ganzheitliches und individuell  gestaltetes Behandlungskonzept, bei dem der Aufklärung viel Zeit gewidmet werde: „Der Patient muss wissen, dass es sich im Prinzip um ein harmloses bzw. zumindest nicht lebensbedrohendes Geräusch handelt. Bei einer Gruppentherapie lernt er außerdem Entspannungsverfahren und psychotherapeutische Verarbeitungsstrategien“, sagt Schmid. Medikamente treten hingegen mehr und mehr in den Hintergrund. Ja, es geht darum, mit dem Tinnitus leben zu lernen, allerdings wird der Betroffene bei der TRT nicht damit allein gelassen, sondern bekommt vielmehr Werkzeuge, mit denen er den Teufelskreis durchbrechen kann – speziell dann, wenn das Geräusch wieder lauter wird, was übrigens häufig in Stresssituationen der Fall ist.

Tinnitus – oft ein Problem des Alters. Übrigens: Ein Tinnitus tritt im Alter häufiger auf, man kann aber etwa durch Lärmvermeidung vorbeugen. Oder eben indem man Stress reduziert, immerhin gelten Druck, Anspannung und ein stressiger Lebensstil als Ursachen. Und was ist mit Heilung? Die ist laut Schmid eine Definitionsfrage: „Bei manchen verschwindet der Tinnitus komplett. Anderen reicht es, dass das Geräusch zurückgedrängt wird und sie nicht mehr darunter leiden. Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, dass der Patient sein Leben wieder als lebenswert empfindet.“ Und das ist in jedem Fall die Hauptsache. Darum: Achten Sie auf sich!

Weitere Info: www.praxis-villach.at

 

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