Samstag, 23. Februar 2019

Wenn Eisen fehlt …

Ausgabe 2017.09

Müde, gestresst, häufig Kopfschmerzen? Oft kann ein Eisenmangel die Ursache sein! GESÜNDER LEBEN zeigt, was Sie dagegen tun können.


Foto: iStock-SIphotography

Schon am Morgen macht sich ein Gefühl der Antriebslosigkeit breit. Der Arbeitstag wird zur Tortur und erfordert ungemein viel Kraft. Erschöpfungszustände und Kopfschmerzen werden häufiger, die Konzentration lässt nach. Die Stimmung ist mies, kann sogar in depressive Zustände abdriften. Mit der Zeit kommen Schlafstörungen hinzu, sogar diffuser Haarausfall, brüchige Nägel, offene Mundwinkel und Hautprobleme können sich bemerkbar machen. „Allen voran die Müdigkeit schreiben viele Betroffene dem stressigen Alltag zu“, so Dr. Christian Schuberth, Wiener Arzt für ganzheitliche Allgemeinmedizin. „Der Grund für diesen Symptomkomplex ist aber nicht selten ein mehr oder minder ausgeprägter Eisenmangel.“ Etwas, so Schuberth, das „nicht auf die leichte Schulter genommen und stets abgeklärt und behandelt werden sollte.“ Immerhin ist Eisen eines der wichtigsten Spurenelemente im menschlichen Körper. Es ist in beinahe jeder Zelle zu finden und ist an mehr als 100 Stoffwechselprozessen beteiligt, unter anderem am Sauerstofftransport im Blut. Zudem spielt Eisen eine zentrale Rolle im Energiehaushalt. „Eisenmangel führt also zu Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit“, erklärt Schuberth. „Da Eisen an vielen Körperfunktionen beteiligt ist, können die Symptome sehr unterschiedlich und vielfältig ausfallen. Zudem beginnen sie in der Regel schleichend, was zur Folge hat, dass viele Betroffene die Verschlechterung ihres Zustandes zunächst gar nicht wahrnehmen.“ Expertenschätzungen zufolge sind 30 Prozent der Bevölkerung von Eisenmangel betroffen. Gründe für einen Eisenmangel können neben einer eisenarmen Ernährung auch versteckte innere Blutungen sein, meist ausgehend von Magen oder Darm. „Eine chronische Gastritis, ein harmloser Polyp oder gar ein bösartiger Tumor im Darm können lange Zeit schleichend bluten, ohne dass sich dies im Stuhl bemerkbar macht“, gibt der Experte zu bedenken. Auch eine verstärkte Regelblutung kann zu Eisenmangel führen, weshalb Frauen häufiger von Eisenmangel betroffen sind als Männer. Schuberth: „Während einer normalen Monatsblutung verliert eine Frau zwischen 5 und 80 ml Blut, was einem Eisenverlust von 2,5 mg bis 40 mg gleichkommt.“

Gut behandelbar. Mittels eines einfachen Bluttests kann unkompliziert festgestellt werden, ob ein Eisenmangel besteht. Ausschlaggebend ist der Ferritin-Wert, wobei Schuberth warnt: „Viele Labors setzen diesen zu niedrig an!“ Der Experte rät: Liegt der Wert unter 30 (bei vorhandenen Symptomen eventuell gar unter 60), sollte eine Behandlung begonnen werden, die sich allen voran nach der Ursache des Eisenmangels richtet: „Als erster Schritt ist es wichtig, schwere Erkrankungen abzuklären und gegebenenfalls gegen diese vorzugehen!“ Da unser Körper Eisen nicht selbst herstellen kann, ist er auf Zufuhr von außen angewiesen: Dies ist durch eine richtige Ernährung möglich, bei ausgeprägtem Eisenmangel sind Eisenpräparate in Tablettenform oder als intravenöse Therapie notwendig. Schuberth: „Eisentabletten werden oft schlecht vertragen, die Therapie dauert Wochen bis Monate und erfordert mehr Aufmerksamkeit im Alltag. Eine Infusion bzw. Injektion hingegen wirkt schneller und meist ist auch ein Termin ausreichend.“ Kurz: „Eisenmangel ist nichts, womit man sich abfinden muss. Im Gegenteil: Er ist sehr gut behandelbar!“

Eisen-Schätze

Frauen im gebärfähigen Alter sollten circa 15 bis 20 mg Eisen pro Tag zu sich nehmen, in Schwangerschaft und Stillzeit gar bis zu 30 mg. Bei Männern liegt der Bedarf bei circa 10 mg pro Tag.

Folgende Lebensmittel sind reich an Eisen:
• Dunkles Fleisch (v. a. Rind)
• Blutwurst
• Innereien, z. B. Leber
• Hülsenfrüchte
• Äpfel, Birnen, Melonen
• Orangen-/Zitronensaft
Achtung: Kaffee, Tee, Milch und Weißmehl­produkte hemmen die Eisen­aufnahme!

Quelle: www.eisencheck.at

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