Donnerstag, 14. November 2019

Wenn die Seele Hilfe ruft!

Ausgabe 2019.11
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Jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens mit negativen Ereignissen zu kämpfen, die psychische, aber auch körperliche Folgen zeigen. In dieser schwierigen Phase kann eine psychosomatische Rehabilitation helfen.

 


Foto: iStock-uzenzen

Stress, Überforderung, Trauer – das alles führt oftmals auch zu körperlichen Beschwerden. Mit dem Zusammenspiel von physischen Beschwerden, der Gefühlswelt und den sozialen Umständen eines Patienten beschäftigt sich die Psychosomatik. Denn die Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen, werden im Körper gespeichert. Vor allem einschneidende Lebensveränderungen wie Todesfälle, Trennungen oder Jobverlust, aber auch chronischer Stress können psychosomatische Erkrankungen zur Folge haben. Dann geht es darum, die eigene „Körpersprache“ zu verstehen – und wieder ganzheitlich zu gesunden.

GESÜNDER LEBEN hat sich zwei unterschiedliche Konzepte angesehen.

Psychosomatische Rehabilitation
Etliche Rehabilitationskliniken in ganz Österreich bieten die Behandlung von stress-assoziierten Störungsbildern an. Dr. Elvira Manssuri, Fachärztin für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin ist Leitende Oberärztin einer solchen Einrichtung: „Wir behandeln Patienten, die sehr engagiert arbeiten, Menschen mit hoher Leistungsbereitschaft und überhöhten Erwartungen an sich selbst. Burn-out-Symptome betreffen aber nicht nur Menschen, die beruflich überlastet sind, sondern genauso eine Mutter mit drei Kindern, Haushalt und einem pflegebedürftigen Elternteil. Es sind Menschen, die sich überfordert fühlen, unter Schlafstörungen leiden, grübeln, unerklärliche körperliche Schmerzen haben, Verspannungen, gereizte oder wechselhafte Stimmungslagen oder chronisch müde sind und sich sozial zurückziehen.“ All diese stressbedingten Symptome führen zu unterschiedlichen Diagnosen wie Burn-out, Depression, Anpassungsstörung, akuter Belastungsreaktion, Angstzuständen oder Panikstörung. Manssuri: „Es geht darum, die Stressoren offen und ehrlich zu identifizieren und die eigenen Anteile daran zu erkennen. Es braucht Zeit, um Bewegung, Ernährung, Körper und Psyche wieder ins Lot zu bringen. Daher ist die Rehabilitation für viele ein wichtiger Impuls. Die Mehrzahl der Fälle benötigt aber eine weiterführende ambulante Therapie.“ Und das Ziel einer Rehabilitation? Manssuri: „Bei erwerbstätigen Menschen steht im Vordergrund, dass sie außerhalb ihrer beruflichen Tätigkeit wieder einem Sozialleben nachgehen wie Treffen mit Freunden, Theater, Kino, Ausflügen sowie dem Wiedererlangen bzw. der Erhalt der Arbeitsfähigkeit.“ Dabei wird zumeist ein multimodales Behandlungskonzept verfolgt, das sowohl psychische als auch körperliche Aspekte erfasst und psychodynamische, verhaltenstherapeutische, aber auch edukative, übende und kreative Ansätze umfasst.

Psychosomatische Rehabilitation

GESÜNDER LEBEN hat für Sie die besten Adressen aus ganz Österreich:

pro mente Reha, drei stationäre und zwei ambulante Angebote in ganz Österreich www.promente-reha.at

Privatklinik Hollenburg, 3506 Krems-Hollenburg, www.sanlas.at

Therapiezentrum Justuspark, 4540 Bad Hall, www.bva.at/justuspark

Psychiatrische Reha St. Veit, 5621 St. Veit im Pongau, www.salk.at

Privatklinik St. Radegund, 8061 St. Radegund, www.privatklinik-stradegund.at

Reha-Klinik für Seelische Gesundheit, 9020 Klagenfurt, www.seelischereha.com

Weitere Einrichtungen auf www.rehakompass.goeg.at

Wie läuft die Rehabilitation ab?
Im Allgemeinen gilt: Nach der medizinischen Erfassung des bisherigen Krankheitsverlaufes werden die Rehaziele gemeinsam festgelegt. Die Patienten werden kontinuierlich fachärztlich und allgemeinmedizinisch betreut. Ergänzend stehen Fachärzte (etwa für Neurologie, physikalische Medizin, Dermatologie und innere Medizin) zur Verfügung. Manssuri: „Wir bieten verschiedene Therapien an. Die psychosomatische Therapie mit körperorientiertem Schwerpunkt ist mit Körper-, Atem- und Wahrnehmungsübungen hilfreich bei Störungen im Denken, Fühlen und Handeln. Es werden Spannungen abgebaut, Symptome gemildert und Selbstheilungskräfte aktiviert.“ Daneben gibt es eine Kreativtherapie mit diversen Workshops. In der medizinischen Trainingstherapie wird unter sportwissenschaftlicher Betreuung am Fahrrad Ausdauer und an Geräten Kraft trainiert. Ergänzt wird es durch funktionelle Gymnastik und Nordic Walking. Das Erlernen von Entspannungstechniken ist besonders wichtig. Manssuri: „Bei uns können die Patienten Qigong kennenlernen. Auch Entspannungsmethoden wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson setzen wir ein.“ Durch den stationären Aufenthalt ist man losgelöst von alltäglichen Aufgaben, hat Zeit für sich selbst und kann eigene Bedürfnisse wieder wahrnehmen. Und man kann die Erfahrung machen, dass man doch nicht so wichtig ist, wie man glaubt. „Nach einer Reha können sich die Krankenstandstage und
auch Krankenhausaufenthalte reduzieren“, erklärt Dr. Manssuri.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Wenn die Seele Hilfe ruft!
Seite 2 Psychosomatik im Akutspital

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