Donnerstag, 06. August 2020

Wenn die Nerven erkranken

Ausgabe 2020.07-08
Seite 1 von 5

Neurologische Erkrankungen – vom Schlaganfall über Multiple Sklerose bis zu Parkinson – sind besonders heimtückisch. GESÜNDER LEBEN zeigt, wie (und ob) sie vorbeugen können. Und gibt Tipps für eine effiziente Behandlung.


Foto: © iStock - SIphotograph

Das Wort Neurologie stammt aus dem Grie - chischen und bedeutet: die Lehre der Ner - ven. Somit befasst sich die Neurologie mit der Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Erkrankungen des Nervensystems. Letz - teres umfasst freilich ein großes Spektrum: vom Rücken - mark über Teilbereiche des Gehirns bis zu den Muskeln und peripheren Nerven, die Haut, Kopfbereich, Arme, Beine, Muskulatur und Organe versorgen. Wie aber zeigen sich neurologische Erkrankungen? Wie werden sie behandelt? Und wie kann man – wenn über - haupt – vorbeugen? GESÜNDER LEBEN hat mit Dr. Ute Witzani, Fachärztin für Neurologie in Schruns (Vorarlberg), über fünf der häufigsten neurologischen Erkrankungen gesprochen.

SCHLAGANFALL

Wie zeigt sich die Erkrankung?
Der Schlaganfall ist hierzulande nach HerzKreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache. Bei dieser plötzlich auftretenden neurologischen Erkrankung kommt es zur Min - derdurchblutung des Gehirns oder zu einer akuten Hirn - blutung. Dies zeigt sich meist durch halbseitige Gesichts - lähmungen, einseitige Blindheit, Sprach- und Sprechstö - rungen sowie Verwirrtheit.

Wie kommt es dazu?
Ein Schlaganfall kann vielfältige Gründe ha - ben, so Witzani: „In manchen Fällen wird er durch einen schlagartigen Mangel an Sauerstoff ausgelöst. In anderen Fällen durch die Thrombusbildung im zuführenden Gefäß. Schlägt der Herzmuskel unregel - mäßig, kommt es zum Absacken des Blutes und zur Ge - rinnselbildung. Löst sich davon etwas ab, können Gefäße verstopft werden und einen Schlaganfall auslösen.“ Ge - nauso kann eine Verengung der Gefäße im Hals oder im Kopfinneren oder eine Schädigung der Gefäßwand einen Hirnschlag begünstigen. Abgesehen davon gebe es aber auch Patienten, bei denen man keine Infarktursache fest - stellen kann, so die Neurologin: „Dann spielen oft Risiko - faktoren wie erhöhte Blutfette, Übergewicht, Bewegungsund Flüssigkeitsmangel eine entscheidende Rolle.“

Wer ist betroffen?
Neben der älteren Generation sind übergewichtige Menschen bzw. Menschen, die sich zu fettreich, zuckerhaltig und generell ungesund ernähren sowie sich zu wenig bewegen, gefährdet.

Wie wird behandelt?
Im Akutfall gilt es, rasch zu handeln, da das Blutgerinnsel (med. Thrombus) nur innerhalb der ersten 4,5 Stunden durch eine spezielle Therapie aufgelöst werden kann. „Ist diese kritische Zeit verstrichen, muss der Thrombus mittels Katheter entfernt werden“, erklärt Witzani. Im Anschluss erhält der Patient eine individuelle Therapie, bei der unter anderem blutverdünnende Maßnahmen im Vordergrund stehen.

Kann man vorbeugen?
Ja. Neben einer ausgewogenen, bewussten und abwechslungsreichen Ernährung, die einer Verkalkung der Gefäße entgegenwirkt, muss ausreichend getrunken werden (1,5 bis 2 l/Tag). Zudem sollte man sich regelmäßig bewegen – die WHO empfiehlt etwa, an fünf Tagen in der Woche mindestens 30 Minuten Sport zu machen – und Nikotin, Alkohol sowie übermäßigen Stress zu vermeiden.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Wenn die Nerven erkranken
Seite 2 PARKINSON
Seite 3 MULTIPLE SKLEROSE
Seite 4 POLYNEUROPATHIE
Seite 5 MIGRÄNE

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