Donnerstag, 23. Mai 2019

Wenn die Kilos nicht purzeln wollen … - Auf das falsche Pferd gesetzt

Ausgabe 2018.02
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Auf das falsche Pferd gesetzt
7. Mit jedem Jahreswechsel mutieren etliche von guten Vorsätzen getriebene Abnehmwillige zu kurzzeitigen Sport- und Gesundheitsfanatikern. Aber wer sein Leben von einem Tag auf den anderen radikal ändern will, seinen Kalender mit Aktivitäten füllt, die ihm eigentlich zuwider sind, wird langfristig keine Erfolge feiern. „Wenn wir es gewohnt sind, morgens ein Kipferl mit Marmelade zu essen, werden wir Depressionen bekommen, wenn wir stattdessen plötzlich mit Magerjoghurt vorliebnehmen müssen. Genauso verhält es sich, wenn wir Fitnesscenter von Grund auf verabscheuen, uns aber nun zwingen wollen, mehrmals pro Woche hinzugehen“, so die Medizinerin. Wichtig sei stattdessen, Alternativen zu bisherigen Verhaltensweisen zu finden, an die wir uns langsam gewöhnen können. „Schwere Mahlzeiten kann man mit leichteren ersetzen, ohne sich gleich ganz kasteien zu müssen. Bewegung soll unsere Lebensstilveränderung eher bereichern, deshalb dürfen wir auf keinen Fall auf einen Sport setzen, den wir schon bisher gehasst haben.“ Ein guter Tipp sei es, sich mental in die Kindheit zurückzuversetzen. „Was uns von Kindern unterscheidet, ist die spielerische Freude an der Bewegung. Fragen Sie sich stattdessen, was das Kind in Ihnen jetzt gern machen würde.“

Fazit: Ist eine Diät von radikalen Veränderungen über Nacht und disziplinärem Kasteien geprägt, führt diese Kombination oft zum Gegenteil, weil dadurch das Stresshormon Cortisol gebildet werden kann.

Zu wenig lichte Momente
8. Ein Mangel an Tageslicht fördert nicht nur den sogenannten Winter-Blues, zu wenig Sonne kann auch dazu führen, dass sich die Kilos auf unseren Hüften sammeln, anstatt von diesen zu purzeln. Zu wenig Licht führt nämlich zu einem Mangel an Serotonin. Ein niedriger Spiegel dieses Glückshormons wird vom Körper unter anderem dadurch ausgeglichen, indem er uns Lust auf Lebensmittel macht, die Tryptophan, eine Vorstufe von Serotonin, enthalten. Damit fällt es unserem Gehirn leichter, Serotonin zu bilden. „Damit das Tryptophan aber überhaupt zum Gehirn gelangt, benötigen wir einen hohen Zuckerspiegel im Blut. Deshalb greifen wir dann besonders gern zu zuckerhaltigen Lebensmitteln“, erklärt Zachenhofer. Gleichzeitig schaltet der Körper bei Serotoninmangel automatisch auf Sparflamme. Dieser Prozess ist ebenfalls ein Erbe der Evolution, denn in der Steinzeit stimmte diese sanfte Winterruhe den Organismus darauf ein, in den harten Wintermonaten nicht unnötig Energie zu verbrauchen.

Fazit: Gerade in den Wintermonaten macht uns der niedrige Serotoninspiegel müde und träge. Statt auf die Verführungskünste unseres Gehirns zu hören und den Mangel mit Schokolade zu bekämpfen, gilt jetzt: Jeden Funken Tageslicht nützen und hinaus an die frische Luft!


Übergewicht kommt nicht nur vom Essen
9. Viele Studien belegen, dass übergewichtige Personen im Alltag diskriminiert werden. Eine zusätzliche Belastung, die den Kreislauf des Nicht-Abnehmens in Schwung hält. „Es bedeutet noch mehr psychosozialen Stress, der wiederum für eine noch größere Cortisol-Ausschüttung sorgt“, so die Expertin. „Oft führt dies zu Frust-Essattacken, die Selbstachtung schrumpft, das Selbstvertrauen sinkt.“

Fazit: Ein Ausweg aus der Misere: sich selbst mit Respekt zu behandeln und sich bewusst täglich etwas Gutes zu tun. „Leben Sie im Moment und kommen Sie weg von dem Gedanken, dass es Ihnen erst ab einem bestimmten Zielgewicht gut gehen wird“, rät Zachenhofer.


Gesundheitliche Probleme
10. Manchmal hat ein nicht eintretender Gewichtsverlust auch krankheitsbedingte Gründe. Sie achten auf gesunde und abwechslungsreiche Ernährung und ausreichend Bewegung und dennoch bleibt die Waage stur? Dann sollten Sie einen Arztbesuch in Erwägung ziehen und abklären lassen, ob gesundheitliche Probleme wie etwa eine Stoffwechselstörung oder eine Schilddrüsenunterfunktion die Ursache des Problems sind. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann eine Gewichtsabnahme verhindern bzw. sogar zu einer Zunahme führen. Dazu zählen vor allem blutzucker- und cholesterinsenkende Medikamente, Betablocker gegen Bluthochdruck oder kortisonhältige Medikamente.

Fazit: Klären Sie mit Ihrem Arzt ab, ob solche Probleme vor­liegen. Er kann einen passenden Therapieplan erarbeiten und alternative Medikamente aufzeigen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Wenn die Kilos nicht purzeln wollen …
Seite 2 Figurkiller Stress
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