Donnerstag, 23. Mai 2019

Wenn die Kilos nicht purzeln wollen … - Figurkiller Stress

Ausgabe 2018.02
Seite 2 von 3


Figurkiller Stress
3. Gleich mehrere Fallen lauern in unserem von Stress geprägten Lebenswandel, vor allem dann, wenn wir dauerhaft stressigen Phasen ausgesetzt sind. Dann kommt es zur vermehrten Produktion des Stresshormons Cortisol. Dieses wird in der Nebennierennrinde produziert und reguliert gemeinsam mit anderen Botenstoffen, den Kohlehydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel. Befinden wir uns im Stress, wird die Cortisolproduktion im Körper hochgefahren. Um Stresssituationen durchzustehen, benötigt unser Organismus nämlich Energie. Das erledigt Cortisol, indem es Stoffwechselvorgänge aktiviert und Fettsäuren aus dem Körper freisetzt. Sofern diese Fettsäuren aber nicht durch Bewegung abgebaut werden, lagern sie sich sofort wieder in Fettzellen ab, nun aber leider bevorzugt im Bauch- und Gesichtsbereich. Falle Nummer 2: „In Stressphasen giert unser Körper nach besonders rascher Energiezufuhr. Die innere Anspannung verleitet uns dazu, mehr, fetter und süßer zu essen“, erklärt die Expertin. Dies führt zu Falle Nummer 3: Nehmen wir zu, nimmt die Frustration zu. Wir fühlen uns unzulänglich, weil wir nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen, was zu mentalem Stress und damit einem weiteren Anstieg des Cortisol-Levels führt. Ein Teufelskreis beginnt. „Schließlich sorgen ständiger Stress und Zeitmangel dafür, dass wir uns auch fürs Essen keine Zeit nehmen. Wir schlingen unsere Mahlzeiten unkonzentriert nebenbei hinunter, essen schneller, als unseren Verdauungsorganen guttut. Diese müssen härter arbeiten, da wir weniger ausgiebig kauen“, so Zachenhofer. Wer unkonzentriert isst, nimmt meist zudem auch mehr zu sich als notwendig: „Unser Körper nimmt dann gar nicht richtig wahr, dass wir gerade etwas gegessen haben.“

Fazit: Purzeln die Kilos nicht, könnte dies an permanenter innerer Anspannung und einem erhöhten Cortisol-Level liegen. Gegenstrategie: Entspannungspausen und Ruheinseln einbauen und sich fürs Essen viel Zeit nehmen!


Schlafmangel
4. Abnehmen funktioniert nur mit ausreichend viel Schlaf. „Das Schlafbedürfnis kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgeprägt sein, aber generell vermuten Forscher, dass wir Europäer im Schnitt ein bis zwei Stunden zu wenig schlafen“, erläutert die Medizinerin. Und: „Menschen, die zu wenig schlafen, neigen dazu, mehr zu essen, als sie eigentlich brauchen – und das auch noch vorzugsweise in den Abendstunden.“ Studien belegen, dass Schlafmangel den Ghrelin-Level erhöht und den Leptin-Spiegel senkt. Den Effekt kennen wir bereits: mehr Hunger. Zudem kämpfen Nachteulen auch mit einem erhöhten Cortisol-Level. Das Stresshormon wird vor allem zwischen 22 Uhr und Mitternacht im Körper abgebaut, bevor gegen drei Uhr früh die Produktion wieder angekurbelt wird. Deshalb ist es nicht nur wichtig, genügend zu schlafen, sondern dies auch vor Mitternacht zu tun. Denn: Ein ständig erhöhter Cortisol-Level führt auch dazu, dass die Kilos nicht purzeln. Und weitere wichtige Reparatur- und Regenerationsprozesse für den Körper laufen während des Schlafens ab. Unsere Haut, unser Immunsystem und unser Stoffwechsel benötigen die nächtlichen Ruhephasen dringend.

Fazit: Wer sich die Nacht um die Ohren schlägt, verliert den Kampf gegen die Waage. „Der Cortisol-Spiegel kann nicht genügend absinken, wenn wir zu wenig oder nicht bereits zwischen 22 Uhr und Mitternacht schlafen.“


Denn sie wissen nicht, was sie tun
5. Sie haben Ihren Ernährungsplan umgestellt, setzen bewusst auf gesunde und abwechslungsreiche Nahrung und dennoch bewegt sich der Zeiger auf der Waage gar nicht oder gar in die falsche Richtung? Es könnte daran liegen, dass Sie die Kalorienzufuhr bestimmter Nahrungsmittel unterschätzen. So sind beispielsweise Nüsse ein gesunder Zwischensnack, zugleich jedoch auch wahre Kalorienbomben. Auch wer kiloweise Obst isst, wird keinen Diäterfolg feiern. Dieses ist zwar gesund, liefert jedoch auch eine große Portion Fruchtzucker mit. Zusätzlich werden Diätpläne oft von eigenen unbewussten Verhaltensweisen torpediert, an die wir gar nicht denken. „Oft ist uns auch gar nicht bewusst, was wir den ganzen Tag über zu uns nehmen. Ich rate daher dazu, über einen Zeitraum von einigen Wochen ein Essprotokoll zu führen“, so Zachenhofer. „Wenn wir etwas ändern wollen, müssen wir zunächst den Ist-Zustand erfassen, weil wir sonst gar nicht wissen, wo die eigentlichen Probleme liegen.“ Ein solches Protokoll hilft, gewisse Verhaltensmuster aufzuzeigen, die uns bisher vielleicht gar nicht bewusst waren. „Dabei ist es auch wichtig, zu notieren, in welchen Situationen, mit welchen Emotionen und in welcher Atmosphäre wir essen. So merken wir, dass eventuell die Zwischensnacks das Problem sind, die zwei großen Häferl Kakao am Morgen oder weil wir schon während des Kochens gerne naschen und probieren.“

Fazit: Erst wer seine Verhaltensmuster kennt, kann diese in die richtige Richtung lenken.


Verlust von Muskelmasse
6. „Wenn wir schnell Gewicht reduzieren, baut unser Körper, um Energie zu erlangen, zunächst jenes Gewebe ab, das wir am wenigsten benötigen, wie beispielsweise die Muskulatur“, erklärt Zachenhofer. Während wir unser Gehirn und lebenswichtige Organe benötigen, ist es für unser Überleben eher zweitrangig, ob wir mehr oder weniger Muskelmasse haben. Für unseren Grundumsatz ist es jedoch entscheidend. Denn ein Körper mit mehr Muskelmasse verbraucht mehr Energie als einer mit einer geringeren Muskulatur. „Kürzlich wurde sogar belegt, dass sich nicht nur die Masse, sondern auch die Qualität der Muskelfasern ändert. Forscher konnten belegen, dass es nach einem Gewichtsverlust zu Veränderungen der Muskelfaserstruktur gekommen ist. Die Muskeln haben dadurch nach der Diät bei alltäglicher Aktivität zwischen 20 und 25 Prozent weniger Energie verbraucht.“ 

Fazit: Nur die Kalorienzufuhr zu begrenzen, führt oft nicht zum Erfolg. Einzige Gegenstrategie: Sport und Bewegung, um Muskulatur aufzubauen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Wenn die Kilos nicht purzeln wollen …
Seite 2 Figurkiller Stress
Seite 3 Auf das falsche Pferd gesetzt

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-05 130x173

Aktuelles Heft 05/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 7. Juni

 

Unsere Ausgabe 04/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Wie informieren Sie sich über Nebenwirkungen von Medikamenten?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information