Sonntag, 25. Februar 2018

Wenn die Kilos nicht purzeln wollen …

Ausgabe 2018.02
Seite 1 von 3

ie knabbern an Salatblättern und Gemüsesticks, setzen auf viel Bewegung und zählen fleißig Kalorien – doch das Gewicht will und will nicht runter? Das kann viele Gründe haben! GESÜNDER LEBEN erklärt, warum manche Diäten einfach nicht wirken – und was Sie dagegen tun können.


Foto: iStock-RyanKing999

 

GESÜNDER LEBEN erklärt gemeinsam mit Dr. Iris Zachenhofer, Neurochirurgin, Psychiaterin und Autorin des Bestsellers „Slow slim“, die wichtigsten zehn Abnehm-Blockaden. Und zeigt, wie Sie diese brechen können.

Damit Ihrem Wohlfühlgewicht nichts entgegensteht!

Die Waffen der Evolution
1. Unser Körper ist älter, als wir denken. Einige Hundertausend Jahre älter. Seine evolutionsbedingten Überlebensstrategien machen uns heute beim Abspecken oft einen Strich durch die Rechnung. „Unser Körper tendiert dazu, immer wieder das höchste Gewicht zu erreichen, das er je hatte“, erklärt Dr. Iris Zachenhofer. „Die Ursache dafür hat ihre Wurzeln in der Steinzeit, in der Nahrung nicht immer sofort verfügbar war.“ Zwei Mechanismen des Körpers sorgten damals dafür, dass unsere Vorfahren Hungerphasen überleben konnten: „Erstens, indem der Körper überschüssige Energie sorgfältig in Fettzellen einlagerte, und zweitens, weil sich diese eingelagerte Energie nicht einfach so verpuffen ließ, wenn Nahrung wieder einmal für ein paar Tage oder Wochen nur spärlich verfügbar war.“ Die Zeiten haben sich zwar geändert, das Grundprinzip jedoch ist das gleiche geblieben. Sobald wir aufgrund einer Diät wenig essen, macht unser Körper alles, um so wenig Gewicht wie möglich zu verlieren.

Fazit: Langfristig sind Abnehmstrategien nur erfolgreich, wenn man sich viel Zeit dafür nimmt und den Organismus langsam umstellt.


Die Macht der Hormone
2. Während wir uns auf die nächste vielversprechende Diät konzentrieren und plötzlich nur noch Ananas auf den Tisch kommt oder wir unser Glück für die nächsten Wochen ausschließlich in Eiweißprodukten sehen, setzen bestimmte Hormone in unserem Körper alles daran, unsere Abnehmpläne zu torpedieren. Erster Gegenspieler: Ghrelin, das Hungerhormon. Es entsteht in den Zellen der Magenschleimhaut – unabhängig ob unser Magen voll oder leer ist – und hatte schon in der Steinzeit die Aufgabe, den Appetit zu steigern, die Fettverbrennung zu reduzieren und den Grundumsatz des Körpers zu senken. „Damals diente das dazu, die Vorratsspeicher möglichst langsam zu leeren, heute kommt uns das beim Abnehmen in die Quere“, so die Ärztin. Beim Fasten ist der Ghrelin-Spiegel dauerhaft erhöht. Studien belegen, dass der Level nach einer Diät mit großem Gewichtsverlust noch weiter steigt.
Die zweite Waffe des Körpers, Leptin, ist das Sättigungshormon, das den Hunger unterdrückt und den Metabolismus ankurbelt. „Leptin wird in den Fettzellen des Körpers gebildet und hat die Aufgabe, den Körperfettspiegel konstant zu halten“, erklärt Zachenhofer. Das Hormon wirkt wie eine Lebensmittelpolizei im Gehirn und sorgt dafür, dass wir Lebensmittel unbewusst nach deren Fettgehalt scannen. „Haben wir einen hohen Leptin-Spiegel im Blut, wählen wir automatisch weniger fette Nahrungsmittel, um den Spiegel zu senken.“ Was passiert nun bei einer Diät? Der Körperfettspiegel sinkt. „Wenig Leptin im Blut bedeutet jedoch auch ständiges Hungergefühl.“ Nicht sehr hilfreich beim Abnehmen.
Kämpfer Nummer 3, Peptid YY, wird im Verdauungstrakt gebildet und soll den Appetit zwischen den Mahlzeiten unterdrücken. Gemeinsam mit den beiden Vorgängern bildet es ein Trio, das wir beim Abnehmen überhaupt nicht gebrauchen können. Nach Radikaldiäten kommt es zu einer kompletten Verschiebung der hormonellen Situation: Die vermehrte Bildung von Ghrelin und die gedrosselte Produktion der Sättigungshormone Leptin und Peptid YY impfen dem Gehirn ein ständiges Hungergefühl ein. Und Studien belegen, dass sich die Hormonspiegel der drei Stoffe sogar ein Jahr nach Abschluss einer Radikaldiät noch nicht wieder auf das Anfangsniveau eingependelt haben.

Fazit: Wer zu schnell zu viel abnimmt, ist einem koordinierten Abwehrmechanismus des eigenen Körpers ausgesetzt, dessen einziges Ziel es ist, wieder Gewicht zuzunehmen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Wenn die Kilos nicht purzeln wollen …
Seite 2 Figurkiller Stress
Seite 3 Auf das falsche Pferd gesetzt

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