Sonntag, 15. September 2019

Wenn der Nerv uns quält

Ausgabe 2014.05
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Nervenschmerzen können äußerst quälend sein und werden oft chronisch. Rechtzeitige Behandlung bei Spezialisten ist daher das Um und Auf, wenn man sie loswerden will.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - vonschonertagen

nde, stechende, einschießende Schmerzen oder auch Berührungsschmerz  – das alles, und oft auch noch mehr, ist charakteristisch für sogenannte neuropathische Schmerzen, die häufig die Folge von Unfällen oder Operationen sind, manchmal aber auch durch Infektionen oder Krankheiten verursacht sind. Anders als bei anderen Schmerzformen handelt es sich dabei um eine Schmerzart, die entweder auf eine Schädigung von Nerven, die normalerweise der Schmerzempfindung dienen, zurückzuführen ist, oder auf eine Verletzung von Teilen des Nervensystems, die Schmerzsignale weiterleiten oder verarbeiten (z. B. Rückenmark oder Gehirn). Anders gesagt: Das Nervensystem selbst ist der Schmerzverursacher. „Man kann sich das Nervensystem wie einen Stromschaltkreis vorstellen und den Nerv mit einem Stromkabel vergleichen. Ist ein Stromkabel beispielsweise durchtrennt, so kann es zu einem Kurzschluss kommen. Genauso verhält es sich im menschlichen Nervensystem. Ein ‚beleidigter‘ – sprich etwa durchtrennter, verletzter, eingewachsener – Nerv verursacht Schmerz“, erklärt der Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, Dr. Veith Moser, vom 1. Wiener Nervenschmerzzentrum.

Was sind neuropathische Schmerzen?

Die Ursache von neuropathischen Schmerzen ist eine Schädigung oder Kompression des peripheren oder zentralen (Rückenmark, Gehirn) Nervensystems. Hier ein kurzer Überblick:

Peripherer neuropathischer Schmerz
(Beispiele)
Häufige Ursachen:
• Trigeminusneuralgie (äußerst schmerzhafter Gesichtsschmerz)
• Gürtelrose
• Nervenschädigungen und -durchtrennungen nach Unfällen oder Operationen
• postoperative Schmerzen
• Phantomschmerzen
• Karpaltunnelsyndrom
• Polyneuropathie (tritt häufig im Rahmen der Zuckerkrankheit oder bei HIV-Infektion auf)

Weitere mögliche Ursachen:
• Krebserkrankungen (insbesondere das Bronchialkarzinom und das maligne Myelom)
• Medikamente (z. B. bestimmte Chemotherapeutika/Antibiotika)
• Alkoholabhängigkeit
• Giftstoffe (z. B. Thallium oder Arsen)
• Nervenverletzungen

Zentraler neuropathischer Schmerz
Häufige Ursachen:
• Rückenmark­verletzungen
• Schädel-Hirn-Traumen
• entzündliche Erkrankungen (z. B. multiple Sklerose)
• Tumore
• Hirnblutungen und Schlaganfall

Ein schweres Leiden. So weit, so klar, doch was noch erschwerend hinzukommt, ist, dass neuropathische Schmerzen die Tendenz haben, chronisch zu werden. Die Schmerzen können über die akute Schädigung der Nervenfasern hinaus bestehen bleiben, sich verselbstständigen und zu einer eigenständigen, chronischen Erkrankung werden. Viele Patienten mit neuropathischen Schmerzen sind in ihrem Berufs- und Privatleben schwer beeinträchtigt und müssen tatsächlich schweres Leid ertragen. Dies gilt es zu verhindern, und zwar am besten, indem man sich so rasch wie möglich an ein Spezialistenteam wendet, das zunächst die Schmerzursache exakt diagnostiziert und anschließend die entsprechende Therapie einleitet.

Übersicht zu diesem Artikel:
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