Montag, 16. September 2019

Wenn das Leben Narben hinterlässt

Ausgabe 2015.06

Mit unerwünschten Wundmalen muss man sich nicht abfinden. Moderne Behandlungsmethoden helfen, um die Haut zu regenerieren.


Foto: Can Stock Photo Inc. - bds

Narben können einen Menschen durchaus interessant machen. Meistens sind sie jedoch an sichtbaren Stellen – vor allem im Gesicht –  mehr als ein lästiger Makel. Neugierige Blicke, ein vermindertes Selbstwertgefühl und die damit verbundene Beeinträchtigung der Lebensqualität machen Narben mitunter zu einem echten Problem. Doch auch durch starke Schmerzen können abgeheilte Wunden zu einer beinahe unerträglichen Bürde werden. Die Wiener Hautärztin Dr. Sabine Schwarz erklärt, welche Schritte und Methoden es gibt, um unschöne Narben (so gut wie möglich) verschwinden zu lassen.

„Während die vollständige Abheilung bei oberflächlichen Verletzungen meist optimal vonstattengeht, bilden sich vor allem dann Narben, wenn eine Verletzung bis zur tiefer gelegenen Lederhaut oder tiefer reicht und der Heilungsprozess daher nicht wie gewohnt ablaufen kann. Oder wenn eine genetische Anfälligkeit zur Ausbildung von überschießender Narbenbildung – sogenannten Keloid – besteht“, erklärt die Dermatologin. Narben lassen sich grob in zwei Gruppen aufteilen: zum einen in die erhabenen, die sich durch einen Wulst bemerkbar machen, und zum anderen die eingesunkenen Narben, unter denen Bindegewebe fehlt. Schwarz: „Ob und wie sich Narben entfernen oder zumindest kaschieren lassen, hängt vor allem auch von ihrer Beschaffenheit ab.“



Ab zum Hautarzt! Ein erfahrener Dermatologe kann eine Narbe am besten einschätzen und ein individuelles Behandlungskonzept erstellen, für das mehrere Methoden zur Verfügung stehen – von Peelings über Kortison bis hin zu Laser und der sogenannten Dermabrasion, so die Expertin: „Der Hautarzt wird zudem ausführlich über die Vor- und Nachteile sowie die Risiken einer Therapie aufklären. Er wird auch offen darüber sprechen, dass eine einmal bestehende Narbe nicht vollständig entfernt werden kann.“

Wege der Narbenentfernung

Dr. Sabine Schwarz erklärt die wichtigsten Methoden.

Die Narbenbildung ist erst nach sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen, die Narbe ist dann blass, weiß und schmerzlos. Eine Narbenkorrektur sollte nicht vor diesem Zeitraum durchgeführt werden.

Wegkleben: Durch eine Nachbehandlung der Wunde mit Silikongel, -pflaster oder -folie versucht man bei Personen mit einem erhöhten Narbenbildungsrisiko die Narbenbildung nach einer Operation zu minimieren. Diese Silikonpräparate schützen die oberste Hautschicht, üben Druck auf das Gewebe aus und erhalten die Feuchtigkeit in diesem Bereich. Neue Erkenntnisse zeigen, dass eine feuchte Wundheilung (anstatt eines trockenen Pflasters) von Vorteil ist.
Wegmassieren: Damit Narben nicht groß und wulstig werden, sollte man sich direkt nach der Wundheilung gut eincremen und massieren. Am besten eignen sich dafür Salben mit Panthenol, Allantoin oder Heparin bzw. spezielle Narbengels. Diese Wirkstoffe unterstützen die Produktion von hauteigenen Fetten, den Lipiden. Dadurch werden die Narben weicher und ziehen sich nicht weiter zusammen.  

Wegspritzen: Dafür werden Kortisonpräparate mehrmalig im Abstand von einigen Wochen in das Narbengebiet injiziert. Eine Kombination mit einer Kältetherapie ist möglich. Kortison kann auch äußerlich in Form einer Salbe oder Creme aufgetragen werden. Weiters können Wirkstoffe wie 5-Flurouracil oder Interferon gespritzt werden.  

Wegeisen: Bei der Kryotherapie wird kleinflächiges Narbengewebe mit flüssigem Stickstoff vereist und zerstört. Nach der Behandlung entstehen meist Blasen, die verkrusten und nach einigen Wochen verschwunden sind. Die Kältetherapie wird hauptsächlich bei kleinen, wulstigen Narben angewendet.

Wegschälen: Beim chemischen Peeling werden die obersten Hautschichten mit Säure entfernt. Besonders wichtig ist, dass nach dem Peeling strikt auf einen guten Sonnenschutz geachtet wird.
Wegschleifen: Bei der Dermabrasion wird die äußere Schicht der Haut durch Abschleifen entfernt. Dadurch entsteht eine regelmäßigere Oberfläche. Die Dermabrasion ist vor allem zur Behandlung eingesunkene Narben geeignet.

Wegoperieren: Die Narbe wird dabei vollständig entfernt, die Wundränder werden so aneinandergenäht, dass es zu einem Wundverschluss ohne Spannung der Haut kommt.
Weglasern: Besonders bei Aknenarben ist der sogenannte fraktionierte CO2-Laser die modernste und effektivste Therapie.

Wegschminken: Um die Narbe zu kaschieren, gibt es Camouflage-Produkte. Diese Abdeckspezialisten haben einen extrahohen Farbanteil und decken auch Rötungen ab.

 

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