Donnerstag, 27. Februar 2020

Wege aus der Zuckerfalle

Ausgabe 2020.02
Seite 1 von 2

Süßes ist einfach köstlich – und aus unserem Ernährungsalltag kaum wegzudenken. Aber gesund ist es leider gar nicht. GESÜNDER LEBEN klärt auf, wie schädlich Zucker tatsächlich ist und wie der Verzicht klappen kann.


Foto: iStock-Diana Taliun

Ach wie schön ist ein Stückerl Schokolade – oder auch mehrere – abends am Sofa genossen. Das morgendliche Croissant versüßt den Start in den Arbeitstag und ein Stück Kuchen oder Plunder zwischendurch pusht uns, wenn das Nachmittagstief bei der Arbeit oder beim Lernen zuschlägt. Irgendwie scheint Süßes zu unserem Leben einfach dazuzugehören. Angetrieben von den Neujahrsvorsätzen im Rücken und der Aussicht auf knappere Kleidung im bevorstehenden Frühling, wollen wir aber doch mal konkret wissen, wie ein Leben ohne Zucker aussehen könnte. Und natürlich auch, warum er als so Böse gilt. Margit Fensl ist Ernährungswissenschafterin aus Niederösterreich und als eine der Autorinnen des Buches „Der Jungbrunnen-Effekt“ gerade auf allen Bestsellerlisten zu finden. Darin beschreibt sie anschaulich die negativen Folgen des Zuckerkonsums und die Wege aus dieser „Zuckerfalle“. Sie weiß, dass der Mensch ohne Zucker wunderbar auskommen könnte. „Zucker ist zwar eine Energiequelle, die Gehirn und Herz brauchen, aber die dafür nötige Glukose kann der Körper aus Kohlenhydraten oder auch aus Eiweiß und sogar Fett gewinnen. Wir müssen also keinen Zucker zu uns nehmen.“

Die 10 schlimmsten Zuckerfallen

Zucker ist oft in Lebensmitteln versteckt, von denen wir es gar nicht vermuten. Hier unsere Schlechten 10:

  1. Obstsaft
  2. Rotkraut im Glas
  3. Fruchtjoghurt
  4. Frühstücksflocken
  5. Sauerkraut
  6. Gewürzgurken
  7. Fertigpizza
  8. Salatdressing
  9. Ketchup
  10. Salzstangen

Dramatisch hoher Zuckerkonsum
Und dennoch konsumieren wir reichlich davon – und zwar im Durchschnitt ganze 29 Stück Würfelzucker. Und zwar täglich! Oder anders ausgedrückt: 33 Kilogramm Zucker pro Jahr. Vergleicht man das mit den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO, stehen wir Österreicher schlecht da. „Ein Erwachsener soll maximal 25 Gramm reinen Zucker pro Tag zu sich nehmen“, weiß Fensl. „Das wären ungefähr acht Stück Würfelzucker.“ Und die erreicht man schnell, entsprechen 25 Gramm Zucker doch etwa einem Glas Limonade, sechs Esslöffeln Ketchup oder einem einzigen Fruchtjoghurt. Der Durchschnittsösterreicher nimmt also jeden Tag viel zu viel Zucker zu sich. Mit gesundheitlichen Folgen. „Konsumiert man regelmäßig zu hohe Mengen, kann Zucker zum Problem werden“, erklärt die Ernährungsexpertin. Denn gelangt der Zucker ins Blut, steigt der Blutzuckerspiegel an. Die Bauchspeicheldrüse versucht nun durch die Produktion von Insulin diesen Spiegel zu senken. „Hat man aber ständig einen zu hohen Blutzuckerspiegel, erschöpft die Bauchspeicheldrüse und kann mit der Produktion nicht mehr nachkommen.“ Die mögliche Folge sind Diabetes Typ 2, Herzinfarkt, Schlaganfall und Nervenschädigungen. „Auch viele junge Menschen leiden schon unter Diabetes“, warnt Fensl. Schuld daran ist vor allem der hohe Konsum von Softdrinks.

Die Sucht nach Süßem
Doch warum fällt es angesichts dieser Tatsachen trotzdem so schwer, vom Zucker zu lassen? Die Antwort darauf kennt die Autorin. „Das Verlangen nach Süßem ist uns angeboren. Schon die Muttermilch schmeckt süß. Und auch in der Natur ist Süße ein Zeichen für Reife, also etwa dass Pflanzen genießbar sind.“ Gerne wird der Zuckerkonsum auch mit einer Sucht verglichen und tatsächlich gibt es im Gehirn Belohnungszentren, die auf Süße reagieren. „Docken Zuckermoleküle an die Dopaminrezeptoren an, wird ein kurzes Glücksgefühl erzeugt“, erklärt Margit Fensl. „Das zeigt durchaus Parallelen zum Drogenkonsum. Außerdem weiß man aus Untersuchungen, dass es Gewöhnungseffekte beim Zuckerkonsum gibt. Wir wollen also immer mehr davon. Und das ist fatal.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Wege aus der Zuckerfalle
Seite 2 Alternativen am Prüfstand

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2020-02 130x173

Aktuelles Heft 02/2020

Die nächste Ausgabe erscheint am 6. März

 

Unsere Ausgabe 12/2019-01/2020 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Was bedeutet "Verzicht" für Sie?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information