Donnerstag, 09. Juli 2020

Weg mit dem Gift! - So erkennen Sie eine Lebererkrankung

Ausgabe 2020.06
Seite 2 von 2

 

So erkennen Sie eine Lebererkrankung
Mithilfe von Vorsorgeuntersuchungen und Blutabnahmen zur Bestimmung der Leberwerte kann eine etwaige Beeinträchtigung der Leber frühzeitig erkannt werden. Es erweist sich jedoch als gut, selbst hin und wieder sprichwörtlich auf sein Bauchgefühl zu hören und lieber einmal früher zum Arzt zu gehen als zu spät. In der Tat besitzt die Leber selbst keine Nervenfasern und ist folglich ein schmerzunempfindliches Organ. Damit entfällt ein akutes Warnsignal des Köpers: der Schmerz. „Sie kann, trotz teilweise vorhandener Schädigung, ihre Aufgaben noch weiter erfüllen. Durch diese Situation verlaufen Erkrankungen der Leber zunächst unbemerkt“, betont Horetzky. Die Symptome zeigen sich als allgemeine Abgeschlagenheit und Müdigkeit und sind dementsprechend unspezifisch. „Im Verlauf einer Erkrankung kann allerdings die Bindegewebskapsel, die das Organ überzieht, gedehnt werden und somit ein Druckgefühl oder Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen verursachen“, sagt der Experte. „Häufig kommt es auch zu einer Störung der Blutgerinnung, da die Produktion der hierfür notwendigen Proteine in der Leber eingeschränkt ist. Das kann sich in wiederholtem Nasenbluten oder einer verstärkten Neigung zu Blutergüssen zeigen. Abgesehen davon können ebenso generalisierter Juckreiz, Gewichtsverlust, eine Rötung der Handinnenflächen und die bekannte Gelbfärbung von Haut und Augen auftreten.“

Die Leber bei der Entgiftung entlasten
Es gibt vielfältige Möglichkeiten, etwas Gutes für die Leber zu tun und sie bei ihren Aufgaben optimal zu unterstützen. „Aus medizinischer Sicht gibt es eine klare Empfehlung zur generellen gesunden Lebensweise. Die Leber wird es Ihnen danken, wenn Sie sich fett- und zuckerarm ernähren“, erläutert Dr. Horetzky. Unter einer ausgewogenen Ernährung versteht man den Verzicht auf zu viel Fleisch, Alkohol und den Einbau von beispielsweise Fischgerichten in den Speiseplan. Zusätzlich ist es hilfreich, auf Vollkornprodukte zurückzugreifen und gesunde Fette wie Olivenöl, Leinöl und Walnussöl anstelle von Kokos- oder raffinierten Ölen zu gebrauchen. Vorteilhaft ist es weiters, seine Mahlzeiten selbst zuzubereiten und auf Fertigprodukte zu verzichten, da diese meist eine ganze Bandbreite an Zusatzstoffen und eine große Menge Salz enthalten. „Sollten Sie an Übergewicht leiden, reduzieren Sie langsam, aber stetig Ihr Körpergewicht“, sagt der Arzt und betont, dass „eine schnelle und radikale Verringerung“ nicht sinnvoll sei.

Artischocke, Löwenzahn und Co
Eine schier endlos lange Liste an Arznei- und Heilpflanzen kann zur Förderung der Lebergesundheit und entgiftung zum Einsatz kommen. Pflanzliche Helfer haben den Vorteil, dass sie sanft in die fehlgesteuerten Körperfunktionen eingreifen und deswegen sehr gut verträglich sind. So kann etwa eine medikamentöse Therapie durch die Pflanzenheilkunde ergänzt werden, um eine bestmögliche Wirkung zu entfalten. Um das zu erreichen, sollte eine etwaige Behandlung immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, um potenzielle Wechselwirkungen mit Medikamenten zu vermeiden. Zu den am häufigsten verwendeten Arzneipflanzen bei Leber-Galle-Beschwerden gehören jene, welche über viele Bitterstoffe und ätherische Öle verfügen. Dazu zählen in erster Linie die bekannte Artischocke und der Löwenzahn, aber auch Mariendistelfrüchte, Kurkuma, Pfefferminzblätter, Erdrauchkraut, Wermut- und Schafgarbenkraut. Volksmedizinisch werden ebenfalls Andornkraut, Alantwurzel und Benediktenkraut mit Erfolg eingesetzt. Die enthaltenen Bitterstoffe und ätherischen Öle führen reflektorisch, über den bitteren Geschmack im Mund, zu einer gesteigerten Sekretion von Verdauungsenzymen wie Amylase, Lipase und Gastrin. Des Weiteren wird der Gallenfluss angeregt und vermehrt Magensaft gebildet. Damit wird der Verdauungsvorgang unterstützt, Völlegefühl vermieden und darüber hinaus dem lästigen Bauchdrücken vorgebeugt. Nicht umsonst gibt es nach zu viel Speis und Trank das Sprichwort: „Das schlägt mir auf den Magen.“

Starten Sie durch!
Jetzt gilt es, die Ärmel hochzukrempeln. Verbannen Sie ungesunde Lebensmittel aus Ihrer Küche und probieren Sie mal etwas Neues aus. Versuchen Sie, mehr frisches Obst und Gemüse in Ihre Einkäufe zu integrieren und weniger zu Salami oder Wurst im Sonderangebot zu greifen. Unterstützen Sie die Entgiftung zusätzlich mit mehr Bewegung an der frischen Luft. Schritt für Schritt fördern Sie damit die Gesundheit Ihrer Leber und Ihr eigenes Wohlbefinden. Wenn Ihnen dann doch einmal eine Laus über die Leber läuft, hilft eine der drei, dem Österreichischen Arzneibuch entnommenen, Leber-Galle-Tees auf die Sprünge. Denn wie auch unser Experte Horetzky sagt: „Die Leber wird es Ihnen danken!“

leber1

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Weg mit dem Gift!
Seite 2 So erkennen Sie eine Lebererkrankung

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2020-07-08 130x173Aktuelles Heft 07-08/2020

Die nächste Ausgabe erscheint am 4. September

 

Unsere Ausgabe 06/2020 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Welche Erfahrung haben Sie mit Mobbing/Hass im Internet?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information