Samstag, 11. Juli 2020

Weg mit dem Gift!

Ausgabe 2020.06
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Die Leber entgiftet nicht nur unseren Körper, sie produziert auch Eiweißstoffe und kontrolliert den Stoffwechsel. GESÜNDER LEBEN erklärt, wie Sie dieses wichtige Organ bei seiner Arbeit unterstützen können.


Foto: © iStock-LuckyStep48

 

Die Leber ist unser zentrales Stoffwechselorgan und hält gleich zwei Rekorde im menschlichen Körper. Sie ist das schwerste innere Organ und gleichzeitig die größte exokrine (ausschüttende) Drüse. Mit ungefähr 1,5 Kilogramm ist sie ein echtes Schwergewicht und liegt anatomisch gesehen im rechten Oberbauch. Aufgebaut ist sie aus zwei Leberlappen, von denen einer etwas in die linke Körperhälfte reicht. Beim Verdauungsvorgang werden die vom Magen-Darm-Trakt kommenden Nährstoffe über die Pfortader zur Leber transportiert. Dort werden sie von den Leberzellen aufgenommen und gelangen im Anschluss über die Hohlvene in den Körperkreislauf. In der Leber finden sich zahlreiche Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen, was ein Hinweis auf die hohe Aktivität dieses Organs ist. „Der Leber werden viele Aufgaben zuteil“, erklärt Dr. Maximilian Horetzky, Arzt aus Salzburg, „zum Beispiel reguliert sie den Fett- und Zuckerstoffwechsel, spielt eine Rolle im Mineral- und Vitaminhaushalt und bildet Proteine, insbesondere für die Blutgerinnung.“ Ein komplexes Netzwerk aus kleinen und kleinsten Gefäßen durchzieht die Leber, damit sie diese essenzielle Rolle im Körper übernehmen kann. „Daneben speichert sie Nährstoffe wie Zucker, Fette und Vitamine und hat eine Filterfunktion für Schadstoffe und Gifte“ so der Experte. „Weiters“, so Horetzky, „bildet sie den Gallensaft und sondert hiermit auch Stoffwechselprodukte in den Darm ab.“ Tatsächlich beträgt die tägliche Gallensaftproduktion 600 bis 800 Milliliter und variiert dabei erheblich in ihrer Zusammensetzung. So haben die Art und Menge der Nahrung, die wir zu uns nehmen, einen wesentlichen Einfluss darauf, woraus die Galle genau besteht. Die Leber ist außerdem ein sehr regenerationsfähiges Organ. „Nach Schädigung kann sie sich teilweise selbst regenerieren und sogar nachwachsen“, betont Horetzky und ergänzt aber, dass „trotz seiner Widerstandsfähigkeit dieses wichtige Organ nicht selten einem Erkrankungsrisiko ausgesetzt ist.“

3 TEES FÜR IHRE GESUNDHEIT

Diese drei Tees unterstützen Ihr Verdauungssystem bei seiner Arbeit

Magen-Darm-Tee

  • Wermutkraut (10 g)
  • Schafgarbenkraut (40 g)
  • Pfefferminzblätter (30 g)
  • Bitterorangenschalen (10 g)

Gallentee

  • Löwenzahnwurzel (35 g)
  • Kamilleblüten (25 g)
  • Pfefferminzblätter (20 g)
  • Andornkraut (20 g)

Windtreibender Tee

  • Pfefferminzblätter (25 g)
  • Kamillenblüten (25 g)
  • Kalmuswurzel (25 g)
  • Kümmelfrüchte (25 g)

Von A wie Alkohol bis Z wie Zirrhose
Aufgrund ihrer Entgiftungsfunktion sieht sich die Leber naturgemäß einer großen Anzahl von möglichen Schadstoffen ausgesetzt und viele davon können über die tägliche Nahrung aufgenommen werden. „Zu den typischen Lebererkrankungen in Österreich zählt unter anderem die Fettleber“, erläutert Horetzky. „Diese ist häufig bedingt durch Überernährung, Fettleibigkeit, Alkoholgenuss und Diabetes mellitus – ein Umstand, der bis zur Entzündung der Fettleber führen kann.“ Ein Grund mehr also, bewusst auf seinen Körper zu achten und verarbeitete Lebensmittel sowie Alkohol nur in Maßen zu genießen. Sollte Bluthochdruck oder eine Zuckerkrankheit vorliegen, dann fördert eine gute Einstellung der Blutdruck- und Blutzuckerwerte die Gesundheit der Leber. „Aber auch Virusinfektionen können die Leber betreffen“, so der Arzt. Im Hinblick auf die Inzidenz sind in Österreich vor allem die Viruserkrankungen Hepatitis A bis E zu nennen. „Wichtig zu wissen ist, dass es gegen manche Hepatitis-Viren – nämlich A und B – Impfungen gibt“, erklärt Horetzky. „Über die Sinnhaftigkeit einer Impfung gegen Hepatitis A und B informiert üblicherweise der Hausarzt.“ Die Hepatitis-Impfung schützt effektiv vor diesen Krankheitserregern, die, wenn sie die Leber befallen, Entzündungen und einen Umbau des Bindegewebes und der Gefäßstruktur verursachen. „Das Endstadium einer chronischen Lebererkrankung zeichnet sich im Bild einer Schrumpfleber, Leberzirrhose genannt, ab“, weiß der Experte zu berichten, „in dieser Situation kann die Leber sich nicht mehr selbst regenerieren. Sie kann ihre Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen und Schadstoffe können nicht mehr ausreichend abgebaut werden.“ Weitere, wenngleich seltenere, aber nicht weniger bedeutende Erkrankung, dieses Organs sind bösartige Tumore.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Weg mit dem Gift!
Seite 2 So erkennen Sie eine Lebererkrankung

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