Donnerstag, 21. Februar 2019

Wechsel als Chance

Ausgabe 06.2014
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Die Wechseljahre können anstrengend sein. Wir zeigen, wie Sie den Wechsel trotz dieser Symptome zu einem gewinnbringenden Lebensabschnitt machen. 


Foto: © Can Stock Photo Inc. - DarrenBaker

Die Wechseljahre von Frauen – im Fachjargon unter „Klimakterium“ bekannt – verlaufen höchst individuell. Ein Drittel aller Frauen leidet unter gar keinen Symptomen, ein weiteres Drittel kommt mit Hitzewallungen, Chaosblutungen oder Gewichtszunahme gut zurecht. Nur ein Drittel empfindet die Zeit des Umstellungsprozesses im Organismus als so sehr beeinträchtigend, dass professionelle Hilfe in Anspruch genommen wird. Trotzdem: Im kollektiven Gedächtnis existiert das schwarzgemalte Symbolbild der Wechseljahre. Zurückzuführen ist es auf die fatale Sichtweise zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wonach Frauen nach ihrer Menopause nicht nur ihre Fruchtbarkeit, sondern gleich auch ihr Frausein einbüßen müssten. Die Stigmatisierung als (hormonelles) „Mangelwesen“ führte zu einem verkrampften Umgang mit einem ganz natürlichen menschlichen Prozess, der fortan mit Hormonen aufgehalten bzw. verlangsamt werden sollte. „Frauen in den Wechseljahren wurden relativ unkritisch Hormonpräparate verordnet, um sie vor kardiovaskulären Erkrankungen und Osteoporose zu schützen. Erst der Abbruch einer Studie zur Hormonersatztherapie im Rahmen der Women’s Health Initiative in den USA hat 2002 zu einem Umdenken geführt. Es zeigte sich, dass Hormone nicht vor Gefäßerkrankungen schützen, sondern es bei der Einnahme eines Kombinationspräparates aus Östrogen und Gestagen sogar zu einer Zunahme von Herzinfarkten, Schlaganfällen, Thrombosen und Embolien gekommen war“, erklärt Assoc. Prof. PD Dr. Katharina Leithner-Dziubas, Leiterin der Psychosomatischen Frauenambulanz der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie an der Medizinischen Universität Wien.

Heilkräuter für die Wechseljahre
  • Johanniskraut bei leicht depressiven Verstimmungen, Nervosität und Angstgefühlen
  • Mönchspfeffer reguliert Hormonschwankungen, mildert Brustspannen
  • Salbei wirkt ausgleichend, entspannend und entkrampfend, hemmt Produktion der Schweißdrüsen
  • Steinklee wirkt beruhigend und eignet sich gut zur Behandlung von Schlafstörungen
  • Süßholz ist ein natürliches Hormonersatzpräparat, hat eine leicht östrogenartige Wirkung
  • Traubensilberkerze reduziert Hitzewallungen, hält Haut und Schleimhäute feucht, wirkt krampflösend

Lebensbilanz ziehen. Zum Glück richtet man heute einen etwas gelasseneren Blick auf die Phase der Wechseljahre. Nicht jede Befindlichkeitsstörung wird sofort als Sinnbild für Hormonmangel betrachtet, nicht jedes Symptom muss gleich eine Beschwerde sein – und überhaupt: „Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine Übergangszeit, in der frau allmählich ,ins Alter‘ gleitet und die Möglichkeit hat, sich von Altem zu verabschieden, Bewährtes aufzupolieren und Neues auszuprobieren“, so Karin Grössing, ausgebildete Wechseljahre-Beraterin in Wien (www.wechselweise.at). Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Aber: Überdenken Sie Ihre jetzige Lebenssituation und fragen Sie sich, ob Sie so leben, wie Sie es sich vorstellen, oder ob Ihre Handlungen doch eher von den Bedürfnissen anderer abhängen. Grössing: „Die Wechseljahre sollte man dazu nutzen, um auszumustern und Dinge neu zu sortieren – und zwar in allen Lebensbereichen.“ Reflexionen über die Qualität von Freundschaften, über das Familienleben oder über Bedingungen am Arbeitsplatz etc. können helfen, die Weichen neu zu stellen und Prioritäten zu ändern. „Es ist aber nicht damit getan, sich ein einziges Mal intensiv mit diesen Themen auseinanderzusetzen; solche Überlegungen sollten einen während der Wechseljahre kontinuierlich begleiten“, so Grössing. Wie der Name dieser Lebensphase schon besagt, dauert es oft Jahre, um Antworten zu finden und auf diese Achterbahnfahrt der Gedanken einen entspannten Blick zu werfen.

Bewusst entspannen. Durch die hormonelle Umstellung hat der Körper jede Menge zu tun und wird rein organisch gesehen in eine Stress-Situation versetzt. Und dort, wo Stress entsteht, werden Rückzugsmöglichkeiten immer notwendiger. „Punktuelle Auszeiten wie das alljährliche Wellness-Wochenende liefern nun oft keinen nachhaltigen Erholungswert“, erklärt Grössing. „In den Wechseljahren ist es daher viel wichtiger, sich regelmäßig Entspannungszeiten einzuräumen und vorhandene Kräfte zu bündeln, anstatt sie zu breit zu streuen.“ Egal, ob es sich dabei um Massage-Einheiten, den Mittagsschlaf oder das Kaffeekränzchen mit der besten Freundin handelt – wichtig ist, dass Sie bewusst einen Gang zurückschalten und einen Zeitvertreib finden, der Ihnen eine Verschnaufpause bietet und im besten Fall „leere Batterien“ wieder auflädt.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Wechsel als Chance
Seite 2 Rücken Sie sich ins Rampenlicht!
Seite 3 Abschied und Neubeginn

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