Samstag, 23. Februar 2019

Was tut Knochen und Gelenken gut?

Ausgabe 2012/12-2013/01
Was können wir tun, wenn etwa Osteoporose oder ein Bandscheibenvorfall dafür sorgen, dass der Bewegungsapparat seinem Namen nicht (mehr) gerecht wird? GESÜNDER LEBEN hat für Sie drei Experten gefragt.

Foto: Can Stock Photo Inc. - nebari
Ist Osteoporose heilbar?
Primar Univ.-Prof. Dr. Heinrich Resch, FA für Innere Medizin,
Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern, Wien

„Heilbar“ ist generell ein sehr schwieriger Begriff. Unser Ziel besteht in erster Linie darin, den Verlust an Knochendichte zu stoppen – dann sind wir schon sehr zufrieden. Und mithilfe neuer Medikamente ist das heutzutage auch möglich. Mehr noch: Mitunter gelingt es, bis zu 20 Prozent an Knochendichte wieder zuzulegen.

Aber auch Bewegung hilft, und zwar nicht nur weil dadurch die Muskulatur gestärkt wird, die dann wiederum dem Knochen Halt bietet. Bewegung regt nämlich überdies den Knochenstoffwechsel an. Untersuchungen zeigen, dass speziell hüpfende Bewegungen die Osteozyten, also die Knochenzellen, positiv beeinflussen können. Generell ist es möglich, durch Bewegung bis zu fünf Prozent der Knochendichte wettzumachen. Wir betreuen viele Patientinnen, die trotz Osteoporose (wieder) Langlaufen oder Nordic Walking betreiben. Übrigens: Auch Treppensteigen macht Sinn.

Was sagt die TCM?
Anita Nussbaumer, TCM-Coach und TCM-Ernährungsberaterin,
Bregenz

Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin gibt es Lebensmittel, die unseren Bewegungsapparat bei seiner täglichen Arbeit unterstützen, und zwar weil sie die Essenz stärken. Dazu gehören unterschiedlichste Getreide- und Gemüsesorten, Hülsenfrüchte etc. Wichtig ist, dass die Ernährung auf jeden individuell abgestimmt und ein Ernährungsplan erstellt wird, um auch den idealen Nutzen der Lebensmittel herauszuholen.

Außerdem spielt der Lebensstil eine große Rolle: Ist dieser anstrengend und auszehrend, leiden auch unsere Knochen und Gelenke darunter. In der TCM geht es um das optimale Zusammenspiel von Ernährung und Bewegung – ob Qi Gong, Tai Chi, Yoga, Pilates oder Ismakogie, ist einerlei. Und: Massagen wie Tuina und Shiatsu bringen den menschlichen Organismus ins Gleichgewicht und sollten als Gegenmaßnahme zur Auszehrung des Alltags ein Fixpunkt im Leben sein.

Hilft Bewegung bei Bandscheibenvorfall?
Dr. Wolfgang Kreil, FA für Neurochirurgie, ärztlicher Leiter der Bandscheiben-clinik Tirol,
Telfs

Grundsätzlich ist es wichtig, dass sich Menschen bewegen. Allerdings haben wir es bei Patienten mit einem Bandscheibenvorfall meist mit einer klassischen Leidensspirale zu tun: Die Betroffenen haben Schmerzen, auch bzw. vor allem wenn sie sich bewegen. Also halten sie sich ruhig und gehen Schonhaltungen ein, wodurch die Beschwerden aber oft noch schlimmer werden. Doch schon sanfte Mobilisation macht Sinn – vor allem wenn diese in Kombination mit einer konservativen Therapie der Symptombekämpfung erfolgt (z. B. Schmerzbehandlung, Infiltration, Infusionsserien).

Unsere Erfahrung zeigt, dass etwa 70 Prozent der Bandscheibenvorfälle ohne eine Operation erfolgreich behandelt werden können, auch wenn das mehrere Wochen dauern kann. Sollte sich jedoch nach mehreren Wochen keine Verbesserung einstellen, sollte die Möglichkeit einer Operation ins Auge gefasst werden.

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-02 130x173

Aktuelles Heft 02/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. März

 

Unsere Ausgabe 12/2018-01/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Sind Sie zu Ihrem Arzt immer ehrlich?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information