Freitag, 22. Februar 2019

Was tun, wenn’s brennt

Ausgabe 07-08/2011
Im Sommer haben Harnwegsinfekte Hochsaison. Wie Sie sich schützen können, was im Fall des Falles hilft, und wann Sie unbedingt zum Arzt gehen sollten.

Foto: istockphoto.com - SZE FEI WONG
Es schmerzt, Sie stürmen mehrmals am Tag im Eiltempo auf die Toilette und beim Versuch, Wasser zu lassen, brennt es unangenehm. Fast jede Frau kennt diese Symptome, denn Harnwegsinfekte zählen zu den häufigsten bakteriellen Infekten und besonders oft sind Frauen betroffen. Das liegt vor allem an der kürzeren Harnröhre. Auf diese Weise können Keime – in 80 Prozent der Fälle das Bakterium E. coli – leichter in die Harnblase wandern und dort Entzündungen auslösen. Begünstigt wird das Aufsteigen der Keime vor allem durch Geschlechtsverkehr, nicht zu Unrecht spricht man von „Honeymoon-Zystitis“ (Flitterwochen Blasenentzündung). Weitere häufige Risikofaktoren sind z.B. ungenügende Trinkmenge, Diabetes und Schwangerschaft. Aber auch Unterkühlungen – kaltes Wasser, nasses Badezeug – begünstigen Infektionen, denn sie schwächen die Abwehrkräfte bzw. wird die Blasenschleimhaut weniger durchblutet – Bakterien haben ein leichteres Spiel.

Symptome & Alarmzeichen
Ein Harnwegsinfekt verursacht Brennen beim Wasserlassen, häufigen Harndrang, Schmerzen im Unterbauch und eventuell Schwierigkeiten, den Harn zu halten. Er geht aber nie mit Fieber und Flanken- oder Rückenschmerzen einher. Deshalb sollten Sie spätestens beim Auftreten eines dieser beiden Symptome einen Arzt aufsuchen, denn sie können ein Hinweis dafür sein, dass es zusätzlich zu einer Nierenbeckenentzündung gekommen ist. Aber auch bei stärkeren Beschwerden eines unkomplizierten Infekts sollten Sie nicht zuwarten, denn Ihr Arzt kann Ihnen ein Antibiotikum verschreiben, das schnell zu einer Besserung führt.

Was hilft?
Vor allem sollten Sie zusätzlich viel trinken, damit die Harnwege gut durchgespült werden. Unterstützend wirken Tees oder Sirupe aus Heilpflanzen, die antibakterielle, schmerzlindernde oder auch krampflösende Wirkung haben können. Bärentraubenblätter, Birkenblätter, Brennnesselblätter, Preiselbeeren (= Cranberry) und Schachtelhalm werden in Form von Tees oder Extrakt am häufigsten verwendet. Und: Halten Sie sich warm – etwas Bettruhe mit einer Wärmflasche tun Ihnen sicher gut.

Vorbeugen – gewusst wie
Besonders wichtig ist bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen, dass der Partner mitbehandelt wird. Auch immunstimulierende Bakterienlysate werden bei Rezidiven erfolgreich eingesetzt. Was Sie noch tun können? Ein bis zwei Gramm Vitamin C (Ascorbinsäure) pro Tag oder ein Esslöffel Apfelessig jeden Abend säuern den Harn an und hemmen so das Bakterienwachstum, beides kann auch vorbeugend eingesetzt werden. Und nicht vergessen: Ausreichend Flüssigkeit – denn mehr als zwei Liter täglich spülen unerwünschte Keime sprichwörtlich aus.


Das können Sie selber tun
So können Sie sich vor einem Harnwegsinfekt schützen oder diesen so schnell wie möglich wieder loswerden:

  • Täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit trinken.
  • Entleeren Sie die Blase regelmäßig und möglichst vollständig (leichter bei aufrechter Sitzhaltung!).
  • Verzichten Sie auf übertriebene Intimhygiene, diese stört die natürliche Scheidenflora.
  • Gehen Sie nach dem Sex sofort auf die Toilette. Das ist zwar unromantisch, schützt aber vor Infektionen.
  • Vermeiden Sie Unterkühlungen: Nach dem Schwimmen raus aus den nassen Sachen, nur auf warmem Untergrund sitzen, Socken oder Strümpfe schützen vor kalten Füßen.

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