Mittwoch, 23. Oktober 2019

Warum wir schlafen müssen

Ausgabe 09/2010
Wer gut und ausreichend schläft, lebt gesünder und hat mehr vom Leben. Aber warum? Schlafforscher haben erstaunliche Antworten parat.

Foto: Lise Gagne - istockphoto.com
Stellen Sie sich vor, es gäbe ein Medikament, das Ihr Leben verlängern kann, über Nacht das Immunsystem stärkt, Wunden heilt und überflüssige Pölsterchen schmelzen lässt, dabei noch Ihr Gedächtnis sortiert und dafür sorgt, dass Sie konzentriert, fit und leistungsfähig sind. Sie ahnen es schon: Bei dieser „Wunderdroge“ handelt es sich um Ihren eigenen, gesunden und tiefen Schlaf. Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie schlichte Nachtruhe all diese positiven Veränderungen bewirkt? Warum wir nicht einfach wach bleiben können, sondern „schlafen müssen“. Wissenschaftler sind dabei, das Geheimnis „Schlaf“ zu entschlüsseln, und sagen, während wir nächtens in Morpheus’ Armen ruhen, ist unser Körper höchst aktiv:

Schlaf ist lebenswichtig
90 Prozent unserer Gesundheit hängen von unserem Schlaf ab, denn der Tag- Nacht-Rhythmus steuert im Organismus viele wichtige Körperfunktionen wie z.B. die Produktion von Hormonen. Natürliches Tageslicht ist der wichtigste Stellmechanismus für die innere Uhr.

Schlaf stärkt das Immunsystem
Ein guter Schlaf ist bei Infekten manchmal fast genauso wirksam wie ein starkes Medikament. Er versorgt den Körper mit Hormonen wie z.B. Prolaktin und Dopamin, die das Immunsystem anregen. Bei Schlafmangel sind wir nachweislich infektanfälliger.

Schlaf schützt das Herz
Kurzschläfer, weniger als fünf Stunden, erhöhen ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 39%, Langschläfer (mehr als neun Stunden) um 37%. Ideal sind sieben bis acht Stunden Schlaf: Sie stabilisieren das Herz-Kreislauf-System, den Blutdruck und reduzieren das Risiko für die Verkalkung der Herzkranzgefäße. Gut fürs Herz ist auch die tägliche Siesta.

Schlaf macht schlank
Wer zu wenig schläft, nimmt leichter zu, denn bei Schlafmangel wird das Hunger verursachende Hormon (Ghrelin) vermehrt ausgeschüttet und die Stresshormone (Adrenalin, Noradrenalin, Kortisol) kursieren länger im Blut: Sie sorgen für unkontrollierte Heißhungerattacken zur Unzeit. Nicht zuletzt senkt ein Schlafdefizit den Grundumsatz.

Schlaf hält jung & schön
In der Nacht kommt die Produktion des Wachstumshormons Somatotropin auf Touren und sorgt für eine ums Achtfache beschleunigte Zellteilung. Innere Organe, Knochen, Muskeln, Bindegewebe und Immunzellen werden so auf Vordermann gebracht und Wundheilung ermöglicht. Auch die Feuchtigkeitsdepots der Haut werden wieder aufgefüllt, wir sehen morgens frisch aus.

Schlaf macht klug
Während des Tiefschlafs wird tagsüber Erlerntes im Kurzzeitgedächtnis sortiert und dann in das Langzeitgedächtnis übertragen. So werden nur die wichtigen Informationen gespeichert. In der aktiven Schlafphase (REM-Schlaf) werden hingegen neue Gehirnzellen und Verknüpfungen gebildet. Kreative Probleme werden quasi im Schlaf gelöst.

Schlaf macht stressstabil
Auch Bewältigungsstrategien für akute Stresssituationen werden im Schlaf in die richtige „Gehirnschublade“ sortiert und so die Kompetenz, mit Stress produktiv umzugehen, erhöht. Unter chronischem Stress allerdings leidet die Schlafqualität.

Betten Sie sich richtig
Ein Großteil der Österreicher und Deutschen steht in der Früh mit Rückenschmerzen auf, darunter leidet der Regenerationsprozess im Schlaf. Dies zeigt der große Schlaftest der Deutschen Akademie für Gesundheit und Schlaf und des Forums Gesunder Rücken gemeinsam mit Lattoflex. Selbst permanente Rückenschmerzen können sich nach vier Wochen erholsamer Nachtruhe auf modernen Bettunterfederungen deutlich bessern. Punktgenaue Unterstützung sorgt für die korrekte Haltung der Wirbelsäule – Ihr Körper kann ganz entspannt höchst aktiv werden.

BUCHTIPP:
Sanftes Training für guten Schlaf. Gut schlafen kann man lernen. Wie das geht, zeigt der neue GU-Ratgeber „Der Schlaftrainer. 4 Schritte zu gutem Schlaf“, Gräfe und Unzer Verlag, € 13,40

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