Sonntag, 29. März 2020

Warum Frauen wirklich anders sind …

Ausgabe 06/2009
Die Unterschiede zwischen Mann und Frau beschränken sich nicht nur auf Kinder zeugen und Kinder stillen. Frauen werden anders krank, reagieren anders auf Stress und leisten noch immer beträchtliche mehr Arbeit im Haushalt!

Foto: PAKMOR - fotolia.com
Sind Krankheitssymptome bei Mann und Frau gleich?
Prim. Univ.-Prof. Dr. Thomas Stefenelli
Herzspezialist am Kaiserin- Elisabeth-Spital Wien

Es gibt geschlechtsspezifische Unterschiede bei scheinbar „gleichen“ Erkrankungen, etwa bei der Angina pectoris (= akute Unterversorgung des Herzmuskels durch Verengung der Herzkranzgefäße): Männer beschreiben meist einen unter Belastung wiederkehrenden Druckschmerz hinter dem Brustbein oder ein Engegefühl im Brustkorb mit Ausstrahlung in den linken Arm. Frauen, vor allem jüngere, beklagen eher unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit, Atemnot, Schwindel, Übelkeit und allgemeines Unwohlsein. Leider führen diese „atypischen“ Beschwerdebilder dazu, dass Angina pectoris bei Frauen häufig erst später erkannt wird. Es gibt auch Unterschiede im Blutdruck: Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen kann vor hohem Blutdruck (Hypertonie) schützen. Daher leiden Männer viel früher an einer Hypertonie, Frauen oft erst nach den Wechseljahren, wenn die Östrogenproduktion nachlässt.


Wie gehen Männer und Frauen mit Stress um?
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Lalouschek
Neurologe und Burn-out-Spezialist in Wien

Ja, diese Unterschiede sehen wir in der täglichen Praxis, sie sind auch wissenschaftlich nachgewiesen. Frauen, die das Gefühl haben, mit ihrem Alltag nicht mehr zurechtzukommen, neigen eher dazu, sich Freundinnen anzuvertrauen. Sie nutzen soziale Beziehungen, um zu versuchen, ihre aktuelle Lebenssituation zu verbessern. Männer hingegen zeigen häufig Aggressionen, wenn sie überlastet sind, oder ziehen sich komplett zurück. Häufig suchen sie „Trost“ in Alkohol oder anderen (illegalen) Substanzen. Soziale Unterstützung wird von Männern hingegen seltener gesucht.
Für beide Geschlechter gilt: Überlastung, Überforderung und Burn-out sind keine „Schande“ und haben nichts mit persönlichem Versagen zu tun. Meist sind äußere Einflüsse wie ungünstige und belastende Arbeits- oder Familiensysteme ursächlich für diese Lebenskrise. Mit ärztlicher oder psychotherapeutischer Hilfe lassen sich fast immer Wege aus der Krise aufzeigen.


Putzen Männer auch anders als Frauen?
Mag. Nina Roth
PR-Managerin für Swiffer & Pampers

Ich muss – leider – sagen, nicht „anders“, sondern wesentlich seltener, obwohl Putzen eigentlich eine ideale Tätigkeit im Haushalt wäre, wo ein Mann seine Partnerin gut unterstützen könnte. Aber einer Umfrage zufolge sind noch immer 73 Prozent der österreichischen Bevölkerung der Meinung, dass Abstauben Frauensache ist! Bei einer anderen für Pampers (Fessel GfK) durchgeführten Umfrage von 228 Eltern in Österreich hat sich gezeigt, dass auch das Wickeln von Babys noch immer die Verantwortung der Mütter ist: Bei 71 Prozent aller befragten Eltern ist der weibliche Elternteil dafür zuständig, die Windel des Babys zu wechseln – nur ein Drittel der befragten Eltern gaben an, gleich oft zu wickeln. Erstaunlich, aber wahr: Haushalt und Kind liegen in Österreich zu Beginn des 21. Jahrhunderts anscheinend – trotz zahlreicher Bemühungen von politischer Seite – zum Großteil noch immer in Frauenhand.

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2020-03 130x173Aktuelles Heft 03/2020

Die nächste Ausgabe erscheint am 3. April

 

Unsere Ausgabe 2/2020 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Diäten – Ihre Meinung?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information