Dienstag, 21. Mai 2019

Vorsicht Zeckengefahr!

Ausgabe 03/2012
Schon bald beginnt die Zeckenzeit. Diese Spinnentiere können uns sowohl mit FSME, aber auch mit Borreliose infizieren. Wie groß ist die Gefahr wirklich? Und wie können Sie sich schützen? GESÜNDER LEBEN hat die Antworten.

Foto: iStockphoto.com - Jakub Wojtowicz
Weltweit sind rund 850 verschiedene Arten von Zecken, die zur Klasse der Spinnentiere gehören, bekannt. Als Krankheitsüberträger von Frühsommer-Meningoenzephalitis und Borreliose sind in unseren Breiten vor allem die Schildzecken zu erwähnen. Wenngleich vom Zeckenstich gesprochen wird, beißen sich die kleinen Blutsauger mit ihren Kieferklauen regelrecht in die Haut. In der Folge gelangt das Virus, mit dem die Zecke infiziert ist, über den Speichel in den Wirt – und der sind eben oft wir Menschen. Doch: Ein Zeckenbiss allein sei noch kein Grund zur Panik, beruhigt Bernhard Jochum, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde sowie Impfreferent der Ärztekammer Vorarlberg: „Nur selten kommt es zu Infektionen.“ Dennoch dürfe die Erkrankung nicht unterschätzt werden: „Eine FSME kann mild verlaufen und nur grippeähnliche Beschwerden, wie Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen hervorrufen. Sie kann aber auch schwere Entzündungen der Hirnhäute und der angrenzenden Gehirnbereiche verursachen und mitunter zu bleibenden Lähmungen führen.“

FSME-Risiko? Wo? Nicht jede Zecke trägt den Krankheitserreger FSME in sich. Selbst in jenen Regionen, in denen Krankheitsfälle vermehrt auftreten, den sogenannten Endemiegebieten, sind mitunter weniger als fünf von 100 Zecken infiziert. Klassische Risikogebiete in Österreich sind unter anderem Südkärnten, die Südsteiermark, der Wienerwald und weite Teile Oberösterreichs. Seit geraumer Zeit kommt es allerdings auch im Tiroler Inntal und Vorarlberger Walgau vermehrt zu FSME-Fällen. Daran soll der Klimawandel schuld sein. Viele von uns halten sich womöglich auch in Risikoregionen außerhalb Österreichs auf, etwa in Süddeutschland, Tschechien, der Slowakei, Ostpolen oder dem Baltikum. Ebenso herrscht beispielsweise in China und der ehemaligen Sowjetunion eine erhöhte Infektionsgefahr. Abgesehen davon treten über einer bestimmten Meereshöhe keine FSME-Infektionen auf. Jochum: „Lag die Grenze früher bei rund 1.400 Meter, stieg diese in den letzten Jahren auf knapp 1.600 Meter. Es wird vermutet, dass die FSME-Viren aufgrund des Temperaturanstiegs nun auch in höhere Regionen vordringen.“

Impfung schützt vor Borreliose nicht. Menschen, die in einer FSME-Risikoregion leben, aber auch jene, die eine Reise in eines dieser Gebiete planen, sollten sich impfen lassen – insbesondere wer sich viel in der Natur aufhält. „Bei Einhaltung der empfohlenen Intervalle schützt die Impfung mit einer 90-prozentigen Sicherheit“, weiß Jochum. Dies bedeutet indes nicht, dass man auch vor Borreliose gefeit ist, denn bisher ist es noch nicht gelungen, einen wirksamen Impfstoff gegen die in Europa vorkommenden Borrelienstämme zu entwickeln. Daher gilt: trotz allem aufpassen! Nicht zuletzt da Zecken etwa hundertmal öfter Borrelien in sich tragen als FSME-Viren. Bei der Borreliose ist die Haut im Bereich der Bissstelle zunächst auffällig gerötet, entzündet und juckt zuweilen. Auch können grippeähnliche Symptome auftreten. Behandelt wird die Infektionskrankheit mittels Antibiotika und heilt meist folgenlos aus. Wird jedoch nichts unternommen, können Wochen später Glieder-, Gelenks- und Muskelschmerzen auftreten und schlimmstenfalls eine Schädigung des Herzens, der Hirnnerven und der Gelenke vorkommen.

Vorbeugen und nachsorgen. Theoretisch können Zeckenstiche vermieden werden, etwa indem man geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen trägt – was, zugegeben, im Sommer eher unangenehm sein dürfte. Eine andere Möglichkeit sind Zeckensprays. In jedem Fall aber wird empfohlen, nach dem Aufenthalt im Freien den ganzen Körper nach Zecken abzusuchen – Kopfhaut nicht vergessen! Und wer eine Zecke findet, „sollte diese mit einer Pinzette möglichst tief unten am Kopf fassen und herausziehen. Von der früher empfohlenen Technik des Drehens oder der Verwendung von Öl wird heute abgeraten“, so Jochum.

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